Wintercamping in Eis und Schnee, mitten im Skigebiet oder direkt am Rande der Piste? Na klar! Wer Camping bisher nur mit lauschigen Sommerabenden, duftenden Blumenwiesen oder Meeresrauschen und Bier im Klappstuhl verbindet, der hat was verpasst: 

Auch im Winter bietet sich ein Ausflug mit dem VW-Bus oder Wohnmobil an. Das Wintercamping hat viele Vorteile: Du hast nicht nur immer einen Schlafplatz, ohne lang im Voraus buchen zu müssen, sondern kannst unmittelbar an den Skigebieten übernachten und der/die Erste auf der Piste sein. Zudem sparst Du Geld für teure Hotels in der Hauptsaison.

Wir bereiten Dich auf ein Abenteuer der besonderen Art vor – und erklären Dir alles, was Du rund um das Thema Wintercamping wissen solltest:

INHALT
1. Ist das Camping im Winter nicht viel zu kalt?
2. Gute Planung und Wintertauglichkeit des Fahrzeugs
3. Wildcampen oder Übernachtung auf dem Wintercamping-Platz: Regeln
4. Dein Outfit beim Wintercampen: Warm, kuschlig und vielseitig

Rein in den VW-Bus und dem Schnee hinterherfahren… Das liest sich im ersten Moment wie ein Abenteuer, das nur den jungen (und alten) Wilden vorbehalten ist. Aber so außergewöhnlich ist das gar nicht mehr. Wintercamping gewinnt stetig an Beliebtheit, und das aus gutem Grund: Beim Wintercamping in den Bergen lebst Du Deine Leidenschaft für den Wintersport auf besondere Art. Du kommst der Natur so nah wie möglich, beschränkst Dich auf das Minimum des täglichen Bedarfs und bist ungebunden.

So trotzt Du als Skifahrer, Skitourengeher oder Schneeschuhwanderer dem Wetter und fährst dem Schneesturm – oder besser der Wetter-App – einfach nach. Neuschnee ist Deine Fährte. Wie es funktioniert, erklären wir Dir in vier Schritten.

1. Ist Camping im Winter nicht viel zu kalt?

Für den gemütlichen Blick nach draußen empfiehlt sich eine Standheizung. | © Nadine Regel

Wintercamping unterscheidet sich in einer Hinsicht natürlich grundlegend vom Camping im Sommer, weil Du Dich nicht lang außerhalb des Busses aufhalten kannst. Auf Dauer kann einem da schon mal die Decke auf den Kopf fallen! Achte darauf, dass Dein Tag immer gut mit winterlichen Outdoor-Aktivitäten gefüllt ist – am Abend fällst Du müde und zufrieden ins Bett. Aber wie gemütlich kann es im Winter in einem Bus sein?

Erfahrungsgemäß kühlt man nach einem erfüllten und actionreichen Skitag schnell aus, weil der ausgesonderte Schweiß Deinen Körper runterkühlt – und das nachhaltig. Auch der Bus kühlt schnell aus – egal wie gut er auch isoliert sein mag. Die Lösung ist einfach: Eine Standheizung heizt den Bus schnell und effizient auf. Die Heizung schmeißt Du an, wenn Dein Auto steht und Du Dich darin aufhältst. Innerhalb weniger Minuten erfüllt sie den Innenraum mit einer wohligen Wärme. Aktiviert wird die Standheizung manuell, über eine Zeitschaltuhr oder sogar über eine Funkfernbedienung oder eine Handy-App.

Wintercamping: Nicht ohne Standheizung

Es ist verboten, umweltschädlich und spritverbrauchend: Das Laufenlassen des Motors im Stand, um das Auto aufzuwärmen. Mit einer Standheizung ist das nicht nötig. Sie hat den Zweck, den Innenraum eines Autos zu heizen – und zwar ganz ohne auf die Wärmeabgabe des laufenden Motors angewiesen zu sein. Üblicherweise wird die Standheizung direkt aus dem Tank mit dem Treibstoff des Autos betrieben. Dabei verbrauchen Standheizungen – je nach Modell – etwa einen halben Liter Sprit in der Stunde.

Alternativ gibt es auch Beheizungssysteme, die elektrisch basiert sind. Dazu benötigst Du aber eine Steckdose, was Dich bei der Wahl des Übernachtungsstandorts eher einschränkt. Übrigens kannst Du Deinen Bus auch nachrüsten – fürs Wintercamping lohnt sich das allemal! (Kostenpunkt je nach Fahrzeugmodell ab 1.000 Euro) Übrigens: Auch für den alltäglichen Gebrauch kann eine Standheizung von Vorteil sein. Das Vorheizen eines kalten Autos mittels Standheizung schont den Motor und die Umwelt.

Fast wie daheim im Wohnzimmer – ohne Einschränkung geht es aber nicht. | © Nadine Regel

Wohnmobile besitzen serienmäßig eine Heizung. Sie unterscheiden sich nach Art der Wärmeübertragung und dem genutzten Brennstoff. Üblich sind gasbetriebene Luftheizungen, ebenso werden Spritverwerter verbaut. Achte jedenfalls immer darauf, genügend Brennstoff mitzuführen – sonst wird es schnell bitterkalt. Sicherheit bietet hier die Verwendung von zwei Gasflaschen und einer Duomatic, einem Regelschalter, der automatisch zwischen zwei Flaschen wechselt. Wenn Du ganz auf Nummer sicher gehen willst, kannst Du zusätzlich noch einen kleinen Elektroheizer mitnehmen.

Wenn Du die (Stand-)Heizung regelmäßig laufen lässt, wirst Du auch keine Probleme mit eingefrorenen Wasserleitungen, Wasserflaschen oder Lebensmitteln haben. Hierbei ist auch eine gute Isolierung von Vorteil. Die Isolierung, die in einigen Bussen serienmäßig verbaut ist, dient zumeist nur der Geräuschisolierung. Erkundige Dich bei Deinem Händler und rüste wenn nötig nach. Achte auch auf Wärmebrücken – also Schlitze, durch die die Wärme entweichen kann, wie sie an Fenstern, der Hecktür, Aufstelldächern (die sind übrigens nicht isoliert) und im Fahrerhaus vorkommen können. Diese kannst Du zum Beispiel mit Thermomatten abdichten. Außerdem bietet sich eine Thermohaube an, die von außen vorn am Fahrzeug angebracht wird.

Tipps für die Nacht

Beim Schlafen solltest Du darauf achten, Dich in genügend Decken zu hüllen. Ein Daunenschlafsack bietet sich ebenso an. Mütze und Socken sind unerlässlich, wenn Du die Heizung nicht permanent laufen lässt, denn hier entweicht die Wärme aus Deinem Körper besonders schnell. Wärmflasche und Thermoskanne werden Dir treue Dienste erweisen.

Wenn Du Dich lange Zeit im Bus aufhältst, beschlagen die Scheiben. Das liegt am Temperaturunterschied zwischen innen und außen – es bildet sich Kondenswasser. Das geht sogar so weit, dass die Scheiben von innen gefrieren. Regelmäßiges Lüften hilft. Unterstützend kannst Du einen Luftentfeuchter mit Granulat im Bus platzieren, die gibt es im Baumarkt für etwa 10 Euro. Simpel und effektiv!

2. Wintercamping: Gute Planung und Wintertauglichkeit des Fahrzeugs sind essentiell

Schnee und Eis stellen den Wintercamper stetig vor Herausforderungen. | © Nadine Regel

Grundsätzlich ist jeder VW-Bus und jedes Wohnmobil für einen Wintercamping-Ausflug geeignet. Du solltest allerdings darauf achten, dass Dein Auto wintertauglich ist. Winterreifen sind nicht nur essentiell, sondern auch Pflicht! Genauso Eisspray, Eiskratzer und Frostschutzdecke und Frostschutzmittel. Falls Dich Dein Weg in die Berge führt, sind Schneeketten unerlässlich. Da die Schneeketten für VW-Busse und Wohnwagen relativ teuer sind, kannst Du Dir selbige an über 80 verschiedenen ADAC-Stellen in Süddeutschland kaufen und bekommst bei Nichtgebrauch den Kaufpreis zurückerstattet, wobei Du einen Mietbetrag von drei Euro am Tag entrichten musst. Mit Schneeketten solltest Du auch mit einem großen Auto höhere Steigungen schaffen.

Du hast keinen eigenen Bus oder Wohnmobil? Leih Dir einen Wagen fürs Wintercamping

Es muss nicht zwingend der eigene Camper sein, um auf Erkundungstour zu gehen. Es gibt mittlerweile verschiedene Plattformen, auf denen Du unkompliziert einen Bus mieten kannst. Hierzu zählt zum Beispiel Paul Camper, eine Plattform, auf der private Camper-Sharings vermittelt werden. VW-Bus- oder Wohnmobilbesitzer verleihen ihre Fahrzeuge an Menschen für die Dauer ihres Urlaubs. Die Buchung findet problemlos über die Plattform statt – inklusive Versicherung und Kaution. Ein weiterer Verleihanbieter ist das kleine Startup Roadsurfer, das nur VW-Busse im Angebot hat.

Wintercamping: Richtige Streckenplanung

Egal ob gekauft oder geliehen: Falls Du Dich mit Deinem Gefährt auch fortbewegen möchtest, um verschiedene Gebiete zu erkunden, dann ist die sorgfältige Wegplanung sehr wichtig. Schnell stößt Du sonst auf geschlossene Passstraßen oder – aufgrund von Lawinengefahr – gesperrte Wege und musst entweder große Umwege in Kauf nehmen oder gleich wieder umkehren. Achte bei Deiner Planung auf gesperrte Pässe – oder rechne mit höheren Kosten, weil Du Dein Auto auf einen Zug verladen musst, der Dich quasi durch den Berg auf die andere Seite befördert. Auf den Seiten des ADAC, ÖAMTC und des TCS kannst Du Dich auch über kurzfristige Sperrungen informieren.

3. Wildcampen oder Übernachtung auf dem Wintercamping-Platz: Regelungen für die Schweiz, Österreich, Bayern und Frankreich

Viele Wintercamping-Plätze befinden sich in der Nähe von Skigebieten. | © Nadine Regel

Wintercamping ist sehr beliebt. Kein Wunder also, dass es in vielen Skigebieten auch Wintercamping-Plätze gibt. Das sind reguläre Campingplätze, die auch in der Wintersaison geöffnet haben. Dort findest Du alle Annehmlichkeiten vor: heiße Duschen, beheizte Sanitäranlagen, Aufenthaltsraum, Trockenräume für die Skiausrüstung, Restaurant/Kiosk, Waschräume mit Waschmaschinen und Plätze zur Abwasserentsorgung. Die Stellplätze und wichtige Zuwege sind geräumt und die Stromversorgung funktioniert über Schaltkasten sowie Kabel. WLAN ist im Normalfall auch vorhanden.

Dein Winterurlaub ist untrennbar mit Wellness verbunden? Dann haben wir einen Tipp für Dich: In vielen Wintersportorten gibt es Schwimmbäder oder sogar Thermalbäder mit angrenzendem Wellnessbereich. Tagsüber lässt Du es auf der Piste krachen und am Abend entspannst Du in heilsamen Quellen. Außerdem lohnt es sich auch, in größeren Hotels nachzufragen, ob Du gegen eine Gebühr den Spa-Bereich nutzen kannst. Du siehst – Camping bedeutet nicht gleich Verzicht auf jeglichen Komfort.

Im Folgenden stellen wir Dir drei schöne Wintercamping-Plätze in den Alpen vor:

  • Wintercampingplatz Füssen: Auf dem Fünfsterne Campingplatz Hopfensee verbindest Du Sport und Wellness auf spielerische Art, denn auf dem Gelände findest Du alle Annehmlichkeiten. Das Allgäu stellt eines der schönsten Touren- und Skigebiete der Alpen dar. Schloss Neuschwanstein befindet sich unweit des Campingplatzes.
  • Wintercampingplatz Zillertal: Im Hells Ferienresort in Fügen im Zillertal wird Wellness und Naturerleben ganz groß geschrieben.
  • Wintercampingplatz Sexten: Erlebe die Dolomiten mal ganz anders: Auf dem Wintercampingplatz kannst Du die Sauna nutzen und sogar Ski ausleihen.

 

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Wildcampen, also das Abstellen Deines Wagens außerhalb von Campingplätzen, ist in vielen europäischen Ländern verboten. Aber es gibt Ausnahmen:

  • In Frankreich haben einige Gemeinden eigene, kleine Stellplätze eingerichtet, die sogar kostenlos genutzt werden können.
  • In Deutschland darf man zur Wiedererlangung der Fahrtüchtigkeit eine Nacht auf einem öffentlichen Parkplatz übernachten. Man muss sich aber auf Reisen befinden und sollte sich nicht häuslich einrichten.
  • In Österreich und in der Schweiz ist die Gesetzeslage etwas undurchsichtig – es gibt keine allgemein gültigen Gesetze. Informiere Dich vor Ort! Falls Du Dir unsicher bist, kannst Du auf Privatparkplätzen campieren – natürlich erst, nachdem Du freundlich um Erlaubnis gefragt hast.

Achte bei der Auswahl Deines Platzes jedenfalls darauf, dass er regelmäßig geräumt wird. So frei der Weg am Abend bei Ankunft auch sein mag, so unzugänglich kann er am nächsten Morgen durch ergiebigen Schneefall sein.

4. Dein Outfit beim Wintercampen: Warm und vielseitig

Du willst es wagen und mit dem VW-Bus in den Winterurlaub fahren? Eine gute Entscheidung! Auch bei der Auswahl der richtigen Kleidung kannst Du das Erlebnis noch steigern. Packe auf jeden Fall warme Wollsocken ein. Richtig warm wird es, wenn Du einige Lagen übereinander ziehst. Angenehm sind auch dicke Haussocken.

Unabdinglich ist eine warme Daunenjacke, die Dich bei nächtlichen Klogängen und dem Wechsel von Gasflaschen kuschlig warm hält:

Ebenfalls unverzichtbar: Das vielseitig bewährte Zwiebelprinzip. Egal ob auf der Piste oder bei einer wohlverdienten Stärkung im Bus – dank unserer ZipIn! Funktion kannst Du mehrere Kleidungsschichten flexibel und unkompliziert miteinander kombinieren und bist somit auf alle Temperaturen und jedes Wetter bestens vorbereitet:

Für Deine Skiabenteuer haben wir auch schon die perfekte Skijacke für Dich parat – je nachdem, welche Ansprüche Du an Deinen perfekten Tag auf der Piste hast:

Titelbild: © travel3000 / Fotolia