Ihr habt Euch gefragt wie Skifelle funktionieren? Hier gibt’s die Antwort.

Skifelle sind wahre Wunderstreifen. Sie ermöglichen das Bergauf-Gehen bei einer Skitour. Wie das mit Skiern an den Füßen überhaupt möglich ist? Wir verraten es euch.

Wie ein Klettverschluss

Millionen von Härchen sorgen dafür, dass das Bergauf-Gehen mit Skiern möglich wird. In Summe wirken diese feinen Härchen wie ein Klettverschluss zwischen Ski und Schnee. Zum einen hat man die Haare des Skifells, die schräg in ein Gewebe eingearbeitet sind und obendrein noch in eine Richtung „gewalzt“ wurden. Zum anderen hat man die Schneeoberfläche, die vergleichbar wie ein Gebirge mit Spitzen und Tälern aussieht. Gleitet man nun mit dem Fell nach vorne, bleiben die Haare glatt liegen und schlängeln sich durch die Schneekristalle, die Berge und Täler, hindurch. Sobald das Fell zum Stillstand kommt und Druck aufgebaut wird, verhaken sich die Enden der Haare in den „Tälern“ der Schneeoberfläche. Kommt es nun zum „Abstoßen“ nach vorn, werden tausende Härchen auf Druck beziehungsweise Knickung beansprucht. So wird der nötige Widerstand erzeugt, der das Gewicht eines Tourengehers hält.

Die richtige Mischung macht’s

Der Vorteil von Mohair-Skifellen besteht darin, dass es wunderbar durch Schnee gleitet, dafür aber weniger robust ist als Kunstfaser. Moderne Skifelle bestehen darum heute zumeist aus einer Mischung von Mohair, dem Naturhaar der Angora-Ziege, und Synthetik.

Wieviel Härchen haben Skifelle?

Ein durchschnittliches Skifell besteht aus rund 1,5 Millionen feinsten Härchen. Eine unglaubliche Zahl!

Komplex oder nicht?

Die Skifelle zählen nicht ohne Grund zu den komplexesten Ausrüstungselementen des Skitouren-Equipments. Es soll gut haften und leicht durch Schnee gleiten. Der Kleber, der das Fell am Ski hält, darf sich weder bei Kälte noch Nässe lösen. Zugleich soll das Fell aber auch leicht wieder vom Ski zu lösen sein, ohne die Klebewirkung zu beeinträchtigen. Kein Wunder, dass das Fell eine Meisterleistung an Tüftelei darstellt, um alle diese Anforderungen befriedigend erfüllen zu können. So durchläuft ein klassisches Skifell in seiner Produktion rund 15-20 Stationen, ehe es für den Verkauf bereitsteht.

Foto: mauritius images / go-images / Skifahrer in Ischgl
Skifelle wollen gepflegt werden

Damit man sich daran dann auch lange erfreuen kann, empfehlen sich richtige Trocknung, Aufbewahrung und Pflege. Getrocknet werden Skifelle bei Zimmertemperatur und zwar niemals mit offener/freier Klebefläche. Die Felle werden idealerweise auf ein Kunststoffgitter, ein sogenanntes „Sheet“, geklebt und gefaltet und dann sorgfältig getrocknet. Während der Sommermonate verstaut man die Felle luftdicht und lichtarm bei Zimmertemperatur in einem Plastiksack. Pflegen kann man die Felle – insbesondere bei feuchtem Schnee – mit Imprägnierwachs. Das verhindert ein Aufstollen, das vor allem im Frühjahr Probleme machen kann.

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Bildquelle: © mauritius images