Mittelgebirge sind eine der ältesten Gebirgsformen Europas – und an Vielseitigkeit und Artenvielfalt kaum zu überbieten. Ob Schwarzwald, Rhön, Harz oder Eifel, sie alle punkten mit perfekt erschlossenen Wandergebieten, geschichtsträchtigen Orten und Naturschutzgebieten. Wir stellen Dir die schönsten Ausflugsziele vor. Komm mit uns auf Entdeckungsreise!

INHALT
Entstehung der Mittelgebirge: nicht über die Baumgrenze hinaus 
Die Rhön: Das Land der offenen Ferne 
Der Harz: Naturwunder im höchsten Gebirge Norddeutschlands
Die Eifel: das Vulkan-Wunder Deutschlands
Der Schwarzwald: Deutschlands größtes Mittelgebirge – und weltberühmt
Wandern im Mittelgebirge: Outfit-Tipps

Deutsche Mittelgebirge sind in jeder Hinsicht einzigartig: Ihre Geschichte spricht Bände. Seit dem Mittelalter ranken sich die schönsten Legenden um verwunschene Wälder und Seen sowie prächtige Burgen. Unter Tage verbergen sich Bodenreichtümer wie Erze und Silber. Basaltböden zeugen von Vulkantätigkeit und einer bewegten Vergangenheit. Entstanden ist eine liebliche Landschaft, die Naturliebhaber verzaubert – und Luchs, Wolf und Hirsch als Rückzugsort dient.

Unsere Mittelgebirge sind neben den Gebirgen Nordeuropas und dem Ural die ältesten Gebirge des Kontinents. Ihr Entstehungsprozess reicht bis in die Ära des Paläozoikums zurück. Aber wie genau sind sie entstanden?

Entstehung der Mittelgebirge: nicht über die Baumgrenze hinaus

Blick auf die Roßtrappe vom Hexentanzplatz im Harz | © FSEID / Fotolia

Mittelgebirge sind Gebirge, die eine Höhe von 1.500 Metern, also die Baumgrenze, nicht überschreiten. Anders als Hochgebirge weisen sie zudem, bis auf wenige Ausnahmen, keine glazialen, vom Eis geschaffenen Formen auf. Auch in der Vegetation sind keine Höhenstufen erkennbar. Mit 1.493 Metern ist der Feldberg im Schwarzwald die höchste Erhebung in den deutschen Mittelgebirgen.

Im Vergleich zu den schroffen und spitzen Gipfeln der Alpen, die etwa 50 Millionen Jahre alt sind, haben Wind und Wetter die Gipfel der Mittelgebirge über die Jahrmillionen glattgeschliffen. Die runden Gipfel zeugen vom hohen Alter der Mittelgebirge: Vor 350 – 250 Millionen Jahren wurden unter großem Druck einzelne Gesteinsschichten übereinander geschoben und aufgefaltet. Die so entstandenen variskischen Grundgebirge zerfielen in einzelne Gebirgsschollen: unsere Mittelgebirge.

Die meisten deutschen Mittelgebirge sind alte Rumpfgebirge. Ihre wellenförmige Oberflächenform täuscht: Es handelt sich nicht um Hügelland. Mittelgebirge müssen mindestens eine Höhendifferenz von 200 bis 500 Metern vom Gipfel zum Gebirgsfuß (Reliefenergie) aufweisen.

Höhenmeter sammeln wie in den Alpen

Obwohl die Berge in den Mittelgebirgen niedriger sind, kannst Du bei richtiger Routenauswahl viele Höhenmeter zurücklegen. Oder einfach die sagenhafte Vielfalt der Flora und Fauna genießen. Wir zeigen Dir, wohin ein Ausflug sich lohnt und stellen Dir die vier der schönsten deutschen Mittelgebirge vor: die Rhön, den Harz, die Eifel und den Schwarzwald.

Weitere sehenswerte Mittelgebirge in Deutschland sind beispielsweise auch der Thüringer Wald mit dem größten Laubwaldgebiet Deutschlands oder die Sächsische Schweiz: Eine atemberaubend schöne Fels-Landschaft.

1. Die Rhön: das Land der offenen Ferne

Wasserkuppe im Mittelgebirge Rhoen
Blick von der Wasserkuppe auf Abtsroda | © schwarzermann81 / Fotolia

Die Rhön liegt im Grenzgebiet zwischen Bayern, Hessen und Thüringen. Der Großteil des Kerngebietes gehört zum Biosphärenreservat Rhön. Teile des Gebirges im Südosten sind vulkanischen Ursprungs. Der höchste Berg der Rhön und Hessens ist mit 950 Metern die Wasserkuppe.

Die Rhön wird oft als das Land der offenen Fernen bezeichnet, weil Du in keinem anderen Mittelgebirge so weite Blicke hast, wie in dem alten Wiesen- und Weideland: Nur rund ein Drittel der Rhön ist mit Wald bedeckt. Aufgrund ihrer Vielfalt wurde die Rhön 1991 von der UNESCO zum Biosphärenreservat ernannt. Geschützt werden insbesondere Berg-Mähwiesen, Borstgrasrasen, Trockenrasen und Buchenwälder.

Schwarzes Moor im Mittelgebirge Rhön
Schwarzes Moor | © Circumnavigation / Fotolia

Das Schwarze Moor ist eines dieser Lebensraum-Unikate – eines der bedeutendsten Hochmoore in Mitteleuropa. Das Schwarze Moor liegt auf der Wasserscheide zwischen Rhein und Weser. Ein Naturlehrpfad führt Dich auf einem 2,5 Kilometer langen Bohlensteg mit 23 Infotafeln durch das Moor. » Lehrpfad Schwarzes Moor

Zu einer Wanderung lädt auch der 928 Meter hohe Kreuzberg ein – der heilige Berg der Franken. Die Tour ist bestens ausgeschildert. Eine Einkehr ist im Kloster Kreuzberg möglich. » Zur Tour

Als Naturliebhaber wirst Du hier fündig: Die Hochrhöntour führt Dich durch das Naturschutzgebiet „Lange Rhön“. » Zur Tour

Eine Nachtwanderung bietet sich im Sternenpark der Rhön besonders gut an, weil Du hier aufgrund der geringen Lichtverschmutzung sogar die Milchstraße siehst.

2. Der Harz: Naturwunder im höchsten Gebirge Norddeutschlands

Ausblick vom Wurmberg im Harz
Ausblick vom Wurmberg | © Ralf Geithe / Fotolia

Der Harz liegt im Dreiländereck Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Bis 2007 bescherte der Abbau von Silber, Eisen, Kupfer, Blei und Zink dem Gebiet seine Wirtschaftskraft.

Die Wälder des Harz gelten als eines der schönsten Naturwunder Deutschlands – die sogar von Luchsen durchstreift werden. Der Eurasische Luchs, die größte europäische Katze, starb vor rund 200 Jahren aufgrund intensiver Verfolgung durch den Menschen in Mitteleuropa aus. Seit Mitte der 1970er Jahren gibt es in Europa Wiederansiedlungsversuche, im Jahre 2000 wurde mit dem Luchsprojekt Harz der erste Wiederansiedlungsversuch in Deutschland gestartet.

Wenn auch Du mit den Luchsen auf Tuchfühlung gehen möchtest, statte dem Luchsschaugehege des Luchsprojektes im Nationalpark einen Besuch ab. Auf dem acht Kilometer langen Rundwanderweg bei Bad Harzburg erkundest Du die Heimat der Luchse und hast vielleicht die Chance, einige von ihnen hautnah in ihrem naturnahen und weitläufige Gehege zu beobachten. » Mehr über das Luchsprojekt

Luchs Mittelgebirge Harz
Luchs | © Sascha / Fotolia

Zur Stärkung kehrst Du in die Waldgaststätte des Nationalparks ein, von der Du einen grandiosen Blick auf den Brocken hast, den mit 1.141,2 Metern höchsten Berg im Harz. Der Brocken wird auch „Blocksberg“ genannt. Du denkst jetzt sicher an das Hexenmädchen Bibi, aber der Blocksberg hat eine viel längere Geschichte. Die alten Germanen opferten hier angeblich dem Gott Wodan Tiere und Menschen. Laut Sage trafen sich auf der Bergkuppe auch Hexen zur Walpurgisnacht. Besteige den Berg auf einer anspruchsvolleren Route, dem Teufelsstieg. » Zur Tour

Aber Vorsicht: Der Brocken ist ein Berg extremer Wetterbedingungen. Durch seine exponierte Lage bist Du Wind und Wetter stark ausgesetzt. Pack Dich warm ein und achte auf die Wettervorhersage. Falls Du auf den teuflischen Geschmack gekommen bist, empfehlen wir noch folgende Tour: Eine Rundwanderung auf dem Teufelsmauerstieg, auf der Du bizarre Sandsteinformationen entdeckst. » Zur Tour

Wer schlechtem Wetter aus dem Weg gehen will, fährt einfach mit der Schmalspurbahn hinauf. Exakt einen Meter breit ist die Spur für die dampfbetriebenen Züge. Sie ist ganzjährig in Betrieb.

Ein weiteres Highlight ist der Wurmberg mit dem Schneisee am Gipfel. Was im Winter ein Ski- und Rodelparadies ist, wird im Sommer zum Spielplatz für Groß und Klein. Ob Bikepark, Monsterroller oder Wanderung: Hier findet jeder die passende Action für sich. » Mehr Infos

3. Die Eifel: das Vulkan-Gebiet Deutschlands

Moselpanorama
Moselpanorama | © CPN / Fotolia

Die Eifel erstreckt sich über das Gebiet zwischen Aachen, Koblenz und Trier. Im Westen schließt es an die Ardenne in Belgien an. Zur Eifel gehören der Nationalpark Eifel im Norden und vier Naturparks: Rheinland, Hohes Venn-Eifel, Vulkaneifel und Südeifel. Der Eifelsteig führt Dich auf 313 Kilometern zu allen Highlights des Mittelgebirges. » Mehr über den Eiffelsteig

Besonders spektakulär ist aber die Vulkaneifel. Das Gebiet um die Stadt Gerolstein bietet die jüngste Lavaaktivität in Mitteleuropa – erst vor 11.000 Jahren gab es die letzten Eruptionen. Das Gerolsteiner Tafelwasser ist ein bekanntes Produkt der Region.

Weinfelder Maar in der Eifel
Weinfelder Maar in der Eifel | © Stefan Körber / Fotolia

Highlight sind die Maare. Sie sehen aus wie Kraterseen, sind jedoch durch den Kontakt heißer Magma mit vorvulkanischen Gesteinsschichten entstanden, die kaltes Wasser führten. Dabei entstanden kreisrunde Einmuldungen, in deren Becken sich Regenwasser sammelt. Auf der Drei-Maare-Tour Schalkenmehren kannst Du gleich drei von ihnen bestaunen. » Zur Tour

Auf dem bekannten Lieserpfad wanderst Du in vier Tagen auf relativ anspruchsvollen, alpin anmutenden Pfaden von Daun nach Lieser an der Mosel entlang des Baches Lieser. Der Untere Lieserpfad belohnt durch den Blick auf zwei mächtige Burgen. » Zur Tour 

4. Der Schwarzwald: Deutschlands größtes Mittelgebirge – und weltberühmt

Ausblick vom Feldberg | © jospannekoek / Fotolia

Der Schwarzwald liegt im Südwesten Baden-Württembergs und ist Deutschland höchstes und größtes Mittelgebirge – und sicher auch das bekannteste: Kuckucksuhr, Kirschtorte, Wein und Schinken sind weltweite Exportschlager. Der Schwarzwald erstreckt sich von Pforzheim bis nach Basel. Die höchste Erhebung ist der Feldberg. Im Südschwarzwald wurde dieses Jahr das UNESCO-Biosphärenreservat Schwarzwald errichtet.

Die Römer gaben dem Schwarzwald vor 2000 Jahren seinen Namen, weil seine dunklen Tannenwälder undurchdringlich erschienen. Erst im Mittelalter wagten sich Menschen in den Wald, machten Flächen urbar, bauten Erze und Silber ab. Später wurde auch der Holzhandel ein wichtiger Wirtschaftsfaktor – Schwarzwälder Tannen wurden zu Flößen zusammengebunden und über den Rhein verschifft. Fun Fact: Amsterdam soll auf Tannen aus dem Schwarzwald erbaut worden sei.

Die Geschichte der Flößer kannst Du mit Deinen Kindern auf dem Flößerpfad im Kinzigtal zwischen Lossburg und Alpirsbach kennenlernen. » Mehr zum Themenweg

Der sagenumwobene Titisee von oben © pusteflower9024 / Fotolia

Außerdem prägen viele kleine Seen und Hochmoore das Landschaftsbild. Der Titisee zählt zu den beliebtesten Ausflugszielen im südlichen Hochschwarzwald. Er liegt auf einer Höhe von 850 Metern zu Füßen des Feldbergs. Viele Legenden ranken sich um den See: Eine versunkene Stadt soll sich in seinen Tiefen befinden.

Finde heraus, was dahintersteckt! Entweder Du umrundest den See in knapp vier Stunden (» Zur Tour)  oder Du begibst Dich auf eine Teiletappe des Westwegs, dem ältesten Fernwanderweg im Schwarzwald. Die Etappe führt vom Thurner an der Schwarzwaldhochstraße zum Titisee. » Zur Tour

Outfit-Tipps: Wandern im Mittelgebirge im Herbst

Natürlich haben wir auch Tipps für die richtige Kleidung im Herbst, damit Du allen Wetter-Kapriolen des Herbstes trotzen kannst. Der Herbst gilt zwar gemeinhin als wetterstabiler, doch Stürme und plötzliche Regengüsse sind keine Seltenheit.

Unsere Jacken aus 2-Lagen Gore-Tex® (» Nagano1 für Damen  und » Jacket Padova1 für Herren) schützen Dich optimal gegen Wind, Regen und Kälte. Unter anderem verfügen sie über eine abnehmbare, verstellbare Kapuze mit Regenschild sowie über Belüftungsreißverschlüsse – und sind zudem atmungsaktiv. Deinen Wanderausflügen in den deutschen Mittelgebirgen steht zumindest das Wetter nicht entgegen. Durch die praktische ZipIn!-Funktion kannst Du wärmere Lagen bequem mit einem Reißverschluss einzippen.

Warm und strapazierfähig bei wenig Gewicht – das sind unsere technischen Midlayer: Die » Hybrid ZipIn! Jacket Rom1 für Herren oder die » Hybrid ZipIn! Jacket Nagano für Damen sind die perfekten Begleiter für einen Tag in der Natur. Die Wattierung hält den Oberkörper angenehm warm und das elastische Glattfleece an den Ärmeln sorgt für mehr Bewegungsfreiheit. Entweder trägst Du die Jacke solo oder zippst sie in Deine passende ZipIn! Außenjacke ein.

An einem goldenen Herbsttag kannst Du einen Ausflug im stylischen Karo-Hemd unternehmen:

» Blouse Mailand1 für Damen 
» Shirt Miesbach1 für Herren 

Neben dem schnell trocknenden Material bietet es zudem einen UV-Schutz und ist elastisch.


So gut ausgestattet kann’s nun eigentlich gleich losgehen, oder? Was du bei der Tourenplanung im Herbst beachten sollst, haben wir hier für Dich zusammengestellt: » Tipps für die Tourenplanung im Herbst

Titelbild: © ExQuisine / Fotolia