Handwerkskunst macht den Unterschied

Wusstet Ihr, dass Schöffel als einer der wenigen Hersteller in Deutschland noch eine eigene Näherei im Haus hat? Hier erfolgt noch jeder Schritt in Handarbeit und mit Liebe zum Detail. Jeden Tag sind 20 fleißige Näherinnen am Werk und gehen ihren Aufgaben nach. Zu diesen zählen unter anderem Reparatur- und Reklamationsarbeiten. Das ist nicht zu unterschätzen – circa 500 Bekleidungsteile werden pro Monat aufwendig repariert. Auch die Prototypen, Musterkollektionen und kleinere Serien sind Handarbeit. Wir möchten Euch einen kleinen Einblick liefern, wie die Fertigung eines Prototyps abläuft und wie viele verschiedene Materialien eingesetzt und verarbeitet werden.

Ein Jacken Prototyp besteht aus circa 250 Stoffteilen. Es kommen bis zu 15 verschiedene Materialien und etwa 150 Zutaten, wie Knöpfe, Reiß- und Klettverschlüsse zum Einsatz. Dazu zählen auch zwei bis drei Meter Oberstoffe, diverse Futter, Einlagen sowie 30 Meter Schweißband. Bis die Jacke komplett fertiggestellt ist, vergeht eine Arbeitswoche. Dabei wird das Modell durch 10 Hände gereicht und nach jedem Arbeitsschritt sorgfältig kontrolliert.

Aber jetzt einmal Schritt für Schritt: Am Anfang einer neuen Jacke erkundigen sich unsere Produktmanager welche Stoffe, Schnitte, Materialien und Farben aktuell im Trend liegen. Unsere Mitarbeiter erfassen die gewonnenen Daten im Kollektionsrahmen, welcher die Grundlage für den Entwurf liefert. Anschließend beginnen unsere Designer die Skizze am PC umzusetzen. „Das besondere an diesem Job ist die Kreativität, jedes Teil ist einzigartig.“

Die Funktionalitäten planen wir bis ins letzte Detail. Unsere jahrlange Outdoor-Erfahrung, unser Know-How und die Unterstützung unserer Profi-Partner Gerlinde Kaltenbrunner, Ralf Dujmovits und Benni Raich spielen dabei eine wichtige Rolle. Wenn unsere Mitarbeiter den Entwurf des Prototyps fertiggestellt haben, wird die Jacke in Einzelteile aufgeteilt. Je nach Anzahl der verschiedenen Materialien werden Schnittlagenbilder erstellt. Diese werden auf Papierbahnen gedruckt und dem Zuschnitt übergeben. Hier werden Oberstoff, Futter, Einlage und Watte in Bahnen gelegt und zugeschnitten.

Doch wie behält man den Überblick über die große Anzahl an Schnittteilen? Beim Einrichten werden alle Schnittteile nach Vorderteil, Rückteil, Ärmel und Kleinteile sortiert. Bevor es zum Zusammennähen geht, werden Logos und Stickereien auf der Jacke angebracht. Danach werden die einzelnen Schnittteile mit einer Nähmaschine zusammen genäht. Zum Schluss werden alle Nähte mit einem Nahtabdichtungsband gegen Nässe versiegelt. Erst dieser Arbeitsschritt macht die Jacke wasserdicht.

Abschließend geht die Jacke durch die prüfenden Hände unserer Endkontrolle. Dort wird sie nach internen Qualitätsvorgaben geprüft und Übergabe oder versandfertig gemacht.

Dank diesem geregeltem Ablauf verlassen jährlich ebenso zahlreiche reparierte Kleidungsstücke unser Haus. So können wir voller Stolz sagen, dass das Nähband ein sehr wichtiger Teil unseres Unternehmens ist. Deshalb bilden wir hier auch aus. „Bekleidungskompetenz ist ein hohes Gut, das wir uns erarbeitet haben und das wir behutsam pflegen“, sagt Peter Schöffel, der in einigen Jahren das Firmenzepter an die nächste Generation weitergeben will. Noch immer wird dann die Handwerkskunst im Mittelpunkt stehen. Sie ist der Dreh- und Angelpunkt und das soll auch so bleiben. Denn auch wenn die Massenfertigung ausgelagert wurde, bleiben alle Jacken, Oberteile und Hosen so ein Stück weit made in Schwabmünchen!