Skilanglaufen ist IN. Wir zeigen dir einige der schönsten Gebiete und Touren quer durch Deutschland.

Bald stehen die Alpen im Mittelpunkt der Skilanglauf-Welt. Vom 19. Februar bis 3. März 2019 finden im österreichischen Ski-Paradies Seefeld die Nordischen Ski-Weltmeisterschaften statt. Zwei Jahre später messen sich die besten Skilangläufer, Kombinierer und Skispringer des Planeten auf den Ski- Weltmeisterschaften 2021 im deutschen Oberstdorf im Allgäu, einem Skilanglauf-Hotspot in Deutschland.

Und vor kurzem erst, am 02. und 03. Januar 2019, machte die „Tour de Ski“ Station in Oberstdorf.

Das zeigt, wie attraktiv die Loipen hierzulande sind und natürlich können auch Hobbyläufer und Freizeitsportler die spannendsten Touren genießen. Und die liegen nicht nur in den Alpen, sondern zum Beispiel auch in Mittelgebirgen wie dem Thüringer Wald, dem Erzgebirge oder Schwarzwald.

Technik: Klassisch oder im Skating-Stil

Mit welcher Technik du dabei unterwegs bist, ist ganz dir überlassen. Die meisten Skilangläufer sind immer noch im klassischen Stil in der gespurten Loipe mit paralleler Skiführung unterwegs. Das ist für Einsteiger am Einfachsten, zusätzlich kann man sich beim Nordic Walking darauf vorbereiten. Dann noch die Langlauf-Ski unter die Füße und los geht’s.

Wer sportlicher unterwegs sein möchte, kann die Touren auch im Skating-Stil bewältigen. Wer keine Vorkenntnisse des Schlittschuh-Schritts z. B. vom Inline-Skaten oder Eislaufen mitbringt, sollte sich für das Erlernen der richtigen Technik zumindest einen Tag einen Skilanglauf-Lehrer nehmen.

Langlauf: Das richtige Outfit 

Damit man sich in der Loipe wohlfühlt, empfiehlt sich beim Anziehen das Zwiebel- oder Drei-Schichten-System mit Funktionsunterwäsche, dünnem Pullover und sportlicher Windstopper-/Wetterjacke. Die richtige Bekleidung findest du hier:

Du bist dir noch gar nicht sicher, ob Skilanglauf überhaupt etwas für dich ist? Dann schau auf jeden Fall mal hier vorbei: Wir haben dir 5 tolle Gründe zusammengestellt, warum du Skilanglauf lernen solltest.

1. Oberstdorf: Auf den Spuren der Weltmeister

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Oberstdorf ist die „Hauptstadt“ des Nordischen Skisports in Deutschland. Hier geht jedes Jahr kurz vor Weihnachten das Auftaktspringen der legendären Vierschanzentournee über die Bühne und die Skiflugschanze im Stillachtal war schon oft Austragungsort von Weltmeisterschaften.

Auch die Skilangläufer kommen hier voll auf ihre Kosten – vom Anfänger, der die einfache und fast ebene Runde auf den Wiesen hinter dem Ort laufen kann bis zum ambitionierten Experten. Der kann sich auf der „Loipe Spielmannsau“ auf die Spuren der Weltmeister begeben. Entsprechend anspruchsvoll mit steilen Anstiegen und rasenden Abfahrten sind die Strecken, die bei der dritten Nordischen Ski-WM in Oberstdorf nach 1987 und 2005 auch 2021 von den besten Skilangläufern der Welt gelaufen werden. Wer unterwegs Kraft schöpfen will, kann das zum Beispiel im Berggasthof Spielmannsau tun. Über Übernachtungsangebote informiert die Tourist-Information Oberstdorf.

Falls dir übrigens in Oberstdorf bei hochklassigen sportlichen Wettkämpfen besonders viele Helfer in Schöffel-Bekleidung auffallen, dann ist das kein Zufall: Seit diesem Jahr statten wir nämlich die Teams in der Skisprung-Arena Oberstdorf sowie in der WM Langlauf Arena Ried mit Winterbekleidung aus.

2. Oberammergau: Auf den Spuren des Märchenkönigs

In der König-Ludwig-Loipe kann man sich rund um den Passionsspielort Oberammergau auf die Spuren des bayerischen Märchenkönigs begeben. Auf dieser Strecke findet einmal im Jahr sogar der größte Volksskilauf Deutschlands statt. Der König-Ludwig-Lauf gehört zum Worldloppet, der Serie der größten Volksskiläufe weltweit. 2018 machten sich etwa 2500 Skilangläufer auf den 50 Kilometer langen Weg. 2019 ist das Event am 2. und 3. Februar geplant.

Insgesamt gibt es in den Ammergauer Alpen in den Wintermonaten 160 km gespurte Loipen und Skating-Strecken unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade. Besonders schön sind die Wege im Tal der Ammer, wo man neben sportlicher Betätigung in der Natur auch noch Geschichte schnuppern kann. Vom Kloster Ettal geht es über das Graswangtal bis zum Schloss Linderhof. Zur Einkehr lädt unterwegs unter anderem die Ettaler Mühle ein. Übernachtungsangebote gibt es bei der Tourist-Information Oberammergau.

3. Thüringer Wald: Auf den Spuren deutscher Geschichte

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Der Rennsteig im Thüringer Wald war über Jahrhunderte ein Grenz-, Kurier- und Handelsweg und ist mit seinen historischen Grenzsteinen ein Zeugnis deutscher Geschichte. Heute ist er im Sommer ein Wanderparadies und im Winter ein Mekka der Skilangläufer. Wenn es die Schneelage zulässt, findet sich auf dem Rennsteig der längste zusammenhängende Fernskiwanderweg Mitteleuropas. Auf 142 Kilometern zwischen Ascherbrück und Brennersgrün verlaufen die Loipen auf einer Höhe von 500 bis 980 Metern. Seinen Schwierigkeitsgrad kann man frei wählen – von leicht bis schwer.

Vor allem rund um Oberhof gibt es rund um den Rennsteig bei passender Witterung jede Menge gespurter Loipen. Eine anspruchsvolle, 50 Kilometer lange Runde (die man auch nur teilweise laufen kann) beginnt zum Beispiel am Grenzadler – dort gibt es auch Einkehrmöglichkeiten wie die Thüringer Hütte. Ganz in der Nähe befindet sich das weltberühmte Biathlonstadion. Oberhof ist das wichtigste Zentrum des nordischen Skisports in Ostdeutschland. Hier findet jedes Jahr der Biathlon-Weltcup statt: der nächste vom 10. bis 13. Januar 2019. 2023 dann wieder die Weltmeisterschaft. Ein freies Bett findest du über die Tourismus-Zentrale der Region.

4. Erzgebirge: Auf den Spuren der „Goldgräber“

Wie der Name Erzgebirge schon sagt, war der Bergbau in der Geschichte eine der Haupteinnahmequellen der Region. Zinn, Silber, Uran, ja sogar Gold wurden hier gewonnen – heute ist der Tourismus eine der wichtigsten Einnahmequellen. Im Winter lockt die „Ski-Magistrale“ (meist als SM ausgeschildert) Skilangläufer aus ganz Deutschland an. Zirka 200 km ist der Skiwanderweg von Schöneck im Vogtland bis nach Altenberg im Osterzgebirge lang. Er verläuft auf deutschem und tschechischem Gebiet und ist nicht durchgehend gespurt. Deshalb solltest du dich auf einen der schneesichersten Abschnitte konzentrieren, die sogenannte Kammloipe. Sie verläuft über 36 meist landschaftlich schöne und sportlich mittelschwere Kilometer von Johanngeorgenstadt durch das Naturschutzgebiet des Kleinen und Großen Kranichsees bis nach Schöneck. Die Tour kann auch in Abschnitte unterteilt werden, unterwegs gibt es Hotels und Einkehrmöglichkeiten wie das Hotel Kranichsee. Ein Nachtquartier findest du über die Touristen-Information der Region.

5. Schwarzwald: Auf den Spuren der Gourmets

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Der Schwarzwald war früher für seinen Bergbau und die Holzindustrie bekannt. Heute ist die Region für ihre vielen Gourmet-Restaurants und die touristischen Angebote bekannt. Im Winter sind im Schwarzwald über 700 Loipen-Kilometer für Skilangläufer gespurt mit allen Schwierigkeitsgraden. Besonders beliebt ist die mittelschwere und etwa 15 Kilometer lange Thurnerspur, die als eine der schönsten Loipen Deutschlands gilt. Sie liegt zirka acht Kilometer vom Luftkurort St. Märgen entfernt und ist durch ihre Lage auf etwa 1100 Meter relativ schneesicher. Hier kann man mit mittlerem Schwierigkeitsgrad durch einsame Wälder und Moore laufen. In einer beheizten Blockhütte im Start- und Zielpunkt ist sogar duschen möglich. In der Nähe einkehren lohnt sich zum Beispiel im Thurner Wirtshaus. Betten oder Hütten für die Nacht findest du auch hier über die Touristen-Info.

6. Bayerischer Wald: Auf den Spuren des Urwalds

Der Nationalpark Bayerischer Wald bildet gemeinsam mit dem Nationalpark Šumava im angrenzenden Böhmerwald in Tschechien eines der größten Schutzgebiete Europas. Hier entwickeln sich die Wälder zurück zum Urwald von früher – entsprechend schön ist die Gegend. Für Anfänger ideal ist die Adalbert-Stifter-Loipe über 29 Kilometer von Waldkirchen nach Haidmühle. Den Nationalpark so richtig erleben kann man auf der fast 150 Kilometer langen Bayerwaldloipe von Lohberg bis Neureichenau – hier kann man sich ganz nach Wunsch und Können den passenden Abschnitt heraussuchen. Wer es sportlicher mag, findet auf der 15 Kilometer langen Runde von Bodenmais auf den Kleinen Arber sein Glück. Nach einem Anstieg durch den verschneiten Wald bietet sich an klaren Tagen ein toller Blick bis zur Zuspitze. Rasten oder auch schlafen kann man im Schutzhaus Kleiner Arber. Es folgt eine rasante Abfahrt mit jeder Menge Spaß. Ein freies Bett findet man über die Tourismus-Zentrale der Region.

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