Dein Wander-Wochenende ist Dir heilig. Bereits am Montag davor träumst Du davon und packst in Gedanken schon mal Deinen Wanderrucksack. Aber weißt Du auch, wie Du sicher am Berg unterwegs bist? Dann sind Dir diese sechs Sätze sicherlich fremd.

INHALT
“Tourenplanung? Mach ich morgen früh im Auto.“
“Es regnet? Dann geh ich doch nicht wandern.”
“Mein Handy lass ich Zuhause.”
“Juhu Gewitter! Vom Gipfel gibt’s beste Sicht auf das Naturschauspiel.”
“So kurz vor dem Gipfel kehre ich doch nicht um.”
“Diese Wanderung war meine letzte.”

Ein paar Grundregeln gibt es natürlich auch beim Wandern zu beachten. Vor allem in den Bergen solltest Du Dich ohne entsprechende Kondition, Grundlagenwissen und Planung nicht hoch hinaus wagen. Leidenschaftliche Bergmenschen wissen um die Eigenheiten ihrer liebsten Freizeitbeschäftigung. Wir stellen Dir sechs Sätze vor, die einem Wanderer niemals über die Lippen kommen würden.

 

1. “Tourenplanung? Mach ich morgen früh im Auto.”

Tourenplanung beim wandern: Orientierung im Gelände
© okram84/ Fotolia

Das wäre ein fataler Fehler! Planung ist ein wesentlicher Bestandteil Deiner Wanderung – wenn nicht der wichtigste. Auch wenn Alpenvereins-Wege zumeist ausgeschildert sind, solltest Du trotzdem immer wissen, wo es langgeht. Ohne Orientierung landest Du schnell auf der falschen Fährte und womöglich dem falschen Gipfel. Einerseits peinlich, andererseits stellt das eine Gefahr für Dich dar. Du solltest schließlich schon vor Beginn Deiner Wanderung wissen, worauf Du Dich einlässt: Reicht Deine Kondition aus, um die Tour zu bewältigen? Bist Du schwindelfrei, trittsicher und erfahren genug für den Gipfel, den Du Dir ausgesucht hast? Passt das Wetter?

Planen ist einfach und macht Spaß: Du kannst aus verschiedenen Apps wählen, die Dir für Deine Tour Höhenprofile erstellen, Dich mit dem GPS-Track versorgen und Dich informieren, wie anspruchsvoll die Tour ist. Aber beachte dabei, dass ein Smartphone-Akku endlich ist .

Plane lieber (zusätzlich) konventionell mit Karte, Kopie der Routenbeschreibung, einem Blick in den Wetterbericht und einem GPS-Gerät. Und wenn Du dann noch weißt, wie man richtig mit dem Kompass umgeht, dann verläufst Du Dich ganz sicher nicht.

 

2. “Es regnet? Dann geh ich doch nicht wandern.”

Wandern im Regen
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Du liebst die Natur mit all ihren Facetten. Ein paar Regentropfen stören Dich nicht. Schon gar nicht, wenn Du in Deiner regenfesten und atmungsaktiven Lieblingsjacke unterwegs bist.

Außerdem sind wasserabweisende Wanderschuhe mit rutschfester Sohle eine ebenso gute Investition wie eine Schutzhülle für Deinen Rucksack. Und Deinem Smartphone spendierst Du eine wasserdichte Hülle oder packst es in ein kleines Drybag.

Aber Vorsicht bei der Auswahl Deiner Tour: Kraxeln kann zu einer gefährlichen Rutschpartie werden, weil moosige Steine bei Nässe wie Schmierseife sind. Wanderungen durch den Wald und auf einfachen Steigen ohne felsigen Gipfelaufbau sind daher empfehlenswert.

Dann aber gibt es unglaublich gute Gründe, auch bei schlechterem Wetter wandern zu gehen: Weniger Menschen sind unterwegs, die Bergwelt zeigt sich von seiner ruhigen, mystischen Seite. Die Luft ist klarer, ein Durchatmen versorgt Deine müden Zellen mit frischem Sauerstoff.

 

3. “Mein Handy lass ich zu Hause.”

Sicher am Berg: Handy zum Wandern mitnehmen, bereit für den Notfall
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Du suchst in den Bergen vor allem eines: Ruhe. Ein Luxus, der den meisten von uns im Alltag verwehrt bleibt. An einem Tag in der Woche muss es aber sein: Einmal komplett abschalten. Raus aus der Stadt und weg vom Büro, Dauergebimmel und dem hektischen Alltag.

Auf Dein Handy solltest Du dabei aber trotzdem nicht verzichten. Ein aufgeladenes Notfall-Handy mit ausreichend Guthaben gehört immer in den Rucksack. Stell es einfach in den Flugmodus, so hast Du die gewünschte Entspannung und dennoch im Ernstfall Deine essentielle Verbindung zur Außenwelt.

Speichere Dir wichtige Telefonnummern vor Deinem Ausflug ein. (Deutschland: 112; Österreich: 140; Schweiz: +41 333 333 333; Italien und Südtirol: 118) In der Höhe hast Du oftmals besseren Empfang als in tiefen Schluchten. Einen 112-Notruf kannst Du übrigens auch dann absetzen, wenn Du über Deinen Netzbetreiber keinen Empfang hast: Schalte das Handy aus und wieder ein. Anstelle der PIN-Eingabe wählst Du die 112 oder nutzt die Notruf-Funktion des Handys. Das Handy wählt sich dann automatisch ins stärkste verfügbare Netz ein. Ist der Notruf auch hier nicht möglich, befindest Du Dich im Funkschatten – hier musst Du dann Deinen Standort verändern.

Profi-Tipp: Leg Dir ein günstiges Zweithandy mit Prepaid-Karte zu, dass Du auf Deine Touren mitnimmst. Deine Nummer gibst Du nur ausgewählten Menschen – das nervige Gebimmel bleibt so aus, aber Du bist sicher unterwegs.

 

4. “Juhu Gewitter! Vom Gipfel gibt’s beste Sicht auf das Naturschauspiel.”

Gewitter in den Bergen: Was tun?
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Jeder Wanderer sollte wissen: Blitz und Donner sind eine besondere Gefahr am Berg. Kündigt sich ein Gewitter an, dann gibt es nur zwei Optionen: Umkehren oder Schutz suchen, zum Beispiel in einer nahegelegenen Berghütte.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Arten: Wärmegewitter, das sich meist am Nachmittag oder Abend entlädt und das Frontgewitter, dass das Ende einer Schönwetterperiode einläutet. Wichtig für Dich: Sieh Dir vor Deiner Tour den (alpinen) Wetterbericht an. Beide Gewittertypen werden oftmals angekündigt.

Aber natürlich kann das Wetter auch schlagartig umschlagen. Deswegen solltest Du während Deiner Wanderung immer den Himmel im Blick haben. Entwickeln sich aus den Schönwetterwolken Haufenwolken und später Wolkentürme, solltest Du das Weite suchen.

Hockstellung: So schützt DU Dich bei Gewitter
Hockstellung | © VDE e.V.

Hast Du die Gefahr zu spät erkannt, dann achte auf diese Verhaltensregeln:
Verlasse exponierte Stellen, wasserführende Rinnen und Stahlseilsicherungen, meide alleinstehende Bäume und nimm eine hockende Haltung mit beiden Beinen auf dem Boden stehend ein. Kauere Dich am besten auf Deinen Rucksack und entferne vorher alle metallischen Gegenstände, die Du bei Dir trägst.

 

5. “So kurz vor dem Gipfel kehre ich doch nicht um.”

Sicherheit am Berg: Kurz vor dem Gipfel
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Gipfelerfolge sind schön, keine Frage. Aber nicht auf Kosten Deiner Sicherheit. Das Wetter schlägt um, Du hast Dich verlaufen oder bist einfach am Ende Deiner Kräfte: Die Entscheidung umzukehren beweist viel Mut, gesunde Selbsteinschätzung und Fachkenntnis.

Wer Gefahren richtig erkennt, genießt einen Ausflug in die Berge umso mehr. „Auf den Gipfel zu steigen ist optional, wieder herunterzukommen ist zwingend”, schreibt Ed Viesturs in seinem Buch “No Shortcuts to the Top”. Er ist der einzige US-amerikanische Bergsteiger, der alle 14 8000er bestiegen hat – und das gewiss nicht ohne Misserfolge.

Und auch unser Schöffel-Athlet Ralf Dujmovits, der als erster Deutscher auf allen 14 Gipfeln gestanden hat, kennt den Schmerz, kurz vorher umkehren zu müssen, nur zu gut. Aber auch er würde seine Sicherheit niemals dem Wunsch, den höchsten Punkt zu erreichen, unterordnen. Bei seinem achten Versuch, den Mount Everest ohne Sauerstoff zu besteigen, drehte er nichtmal 300 Meter unterhalb des Gipfels wieder um! (Seinen spannenden Bericht findest Du hier: Cholatse und Everest: Zwei Bergträume und der Weg dahin (Teil II) )

Umkehren ist nicht gleich Scheitern. Berge sind ein anspruchsvolles Terrain mit Unwägbarkeiten, die viel Demut und Respekt erfordern. Auch wenn Umkehren vielleicht dem Ego wehtut, ist eins gewiss: Der Berg steht beim nächsten Mal immer noch da.

 

6. “Diese Wanderung war meine letzte.”

Sicher am Berg: Selfie beim wandern
© natalia_maroz / Fotolia

Wenn Du Dich an den ersten fünf Punkten orientierst, wirst Du diesen Satz hoffentlich niemals sagen müssen.

Und freiwillig wird er Dir garantiert nicht über die Lippen kommen: Wandern hat nämlich Suchtpotential. Wenn Du einmal Deine Wanderschuhe geschnürt hast und losmarschiert bist, wirst Du es immer und immer wieder tun wollen.

Ganz egal, ob entspanntes Wandern im Mittelgebirge oder anspruchsvolles Kraxeln in den Bergen: Wandern ist Abenteuer, Leidenschaft, Naturverbundenheit, Sport, Meditation. Und kaum eine andere Aktivität verbindet authentisches Naturerlebnis so gut mit sportlicher Betätigung wie das Wandern.

Dabei ist es nicht nur diese besondere Mischung aus Abschalten, Naturerlebnis, Selbstüberwindung und Sport, die das Wandern so unvergleichlich macht. Sondern auch die Vielfalt des Wanderns: Tagestouren, Fernwanderwege, Hüttentouren, Klettersteige, Nachtwanderungen, der kleine Hausberg, das Mittelgebirge oder die alpine Herausforderung… Wandern bietet Dir eine bunte Auswahl an Möglichkeiten, die alle nur darauf warten, ausprobiert und entdeckt zu werden.

Und nach einem tollen Wander-Wochenende startest Du mit umso mehr Energie und jeder Menge toller Geschichten im Gepäck in die neue Woche.

 

Das perfekte Wander-Outfit

Egal, auf welche Wege Dich Deine Wanderungen führen: Du brauchst ein geeignetes Wander-Outfit. Vor allem, wenn Du in hochalpinem Gelände unterwegs bist, musst Du für alle Wetter gewappnet sein.

  • Eine Regenschutzjacke gehört für alle Fälle in den Rucksack. Ideal ist eine leichte und atmungsaktive wasserdichte Regenjacke, die sich klein verstauen lässt.
  • Als zweite Lage ist eine Fleecejacke ideal. Sie wärmt, macht jede Bewegung mit und gibt Schwitz-Feuchtigkeit schnell nach außen ab. Bei mittleren Temperaturen kann die Fleecejacke als äußerste Schicht getragen werden. Bei Kälte oder starkem Wind wird sie zum „Midlayer“, also zur mittleren Schicht unter einer Jacke. Perfekt, wenn das Fleece dann mit unserem Schöffel ZipIn! Prinzip in die Außenjacke eingezippt werden kann.
  • Bei mittleren Temperaturen und Wind ist eine Softshelljacke sehr angenehm. Sie trägt sich bequem, raschelt kaum und ist atmungsaktiv. Auch mit leichtem Niederschlag wie Nieselregen kommen Softshells gut klar.
  • Eine bequeme, aber strapazierfähige lange Outdoorhose schützt Deine Beine vor Kälte, bei gleichzeitig guter Belüftung. Das Stretchmaterial macht jede Bewegung mit und ist bei Felskontakt hart im Nehmen.

 

 

Titelbild: © Everst/Fotolia