Erfrischend und spektakulär: Wenn es am Wochenende zu heiß für die Berge ist, sind Wanderungen in Schluchten und Klammen eine angenehm kühle Alternative. Wir haben fünf der schönsten Schluchten-Touren in Deutschland und Österreich für Dich zusammengestellt.

 

INHALT

1. Partnachklamm (Bayern)
2. Drachenschlucht bei Eisenach (Thüringen)
3. Almbachklamm (Berchtesgadener Alpen)
4. Wutachschlucht (Baden-Württemberg)
5. Leutaschklamm (Tirol)
Karte

 

Du sehnst Dich an heißen Sommertagen nach einer Abkühlung? Wir haben die Lösung für Dich: Erkunde Schluchten und Klammen in Deiner Nähe! Zwischen den steilen Felswänden ist es meistens angenehm kühl und Du betrittst eine völlig andere Welt.

Ein Spaziergang durch die Klamm gleicht einem Ausflug in den Dschungel: Moosbewachsene Felsen, Farngewächse und Wasserfälle säumen den Wegesrand. Wildromantisch bahnen sich tosende Bäche ihren Weg durch die engen Felstäler. Das Wasserrauschen ist Dein ständiger Begleiter. Vor Deinen Augen entfaltet sich ein einzigartiges Biotop mit eigener Flora und Fauna. Und für den ultimativen Frische-Kick sorgt der aufgewirbelte Sprühnebel, der alles mit kleinen Wassertropfen benetzt.

Wie sind Schluchten entstanden?

Almbachklamm
Almbachklamm | © spuno / Fotolia

Flüsse und Bäche gestalten unsere Landschaft: Je nach Größe und Fließgeschwindigkeit lassen sie Täler entstehen. Schluchten sind die markantesten Zeugen dieser unbändigen Kraft des Wassers. Der Strom hat sich in jahrtausendelanger Feinarbeit in den Fels eingeschnitten. Als Klammen (ein vor allem in Bayern und Österreich gebräuchlicher Begriff) werden dabei besonders enge Schluchten bezeichnet, deren Talgrund von einem Bach eingenommen wird. Die Klamm ist von fast senkrechten Felswänden umgeben, die nur so weit auseinander stehen, wie das Flussbett breit ist. Durch das Gefälle im Gebirge nimmt das Wasser richtig Fahrt auf und stürzt sich das Tal hinab. Ein einmaliges Schauspiel!

Schluchten und Klammen kannst Du oft ganzjährig besuchen, obwohl sich der Sommer natürlich besonders gut eignet. Eine Winterbegehung hat aber auch seinen Reiz: Die kleinen Wasserfälle am Wegesrand gefrieren zu bizarren Eisgebilden und von den Felswänden ragen teils meterlange Eiszapfen. Du solltest in jedem Fall auf festes Schuhwerk achten, weil durch die feuchte Luft und die schattigen Verhältnisse die steinigen Wege, Holzbohlen und -leitern rutschig sind.

Unsere Auswahl der schönsten Wanderungen und Schluchten sind für jeden machbar. Also raus aus der stickigen Stadt und rein in den kühlen Dschungel!

Natürlich haben wir auch einen Outfit-Tipp für Dich, damit Du Dich bei Deinem Ausflug wohl fühlst. Lass Dich nicht von der Hitze draußen täuschen: In der Klamm kann es deutlich kühler sein. Die Venturi Jacket Neufundland für Damen oder die Venturi Jacket Toronto für Männer  schützt Dich vor dem kühlen, zugigen und feuchten Klima in der Klamm. Die Jacke ist leicht und nimmt dank des kleinen Packmaßes kaum Platz in Deinem Rucksack ein. Ein wunderbarer Begleiter in der Klamm und im Alltag.

1. Partnachklamm bei Garmisch-Partenkirchen:
Mit der Pferde-Kutsche zum Naturschauspiel

© Michael Cohn / Fotolia

Die Partnachklamm ist eine der bekanntesten Klammen im Alpenraum. Der Weg durch die Klamm ist abenteuerlich: Du wanderst durch Stollen und teils unbeleuchtete, niedrige Fels-Tunnel. Überall tropft kühles Wasser von den Wänden. Der Bach rauscht in hohem Tempo an Dir vorbei.

Immer wieder offenbart sich der Blick auf den Wildbach Partnach, der sich auf einer Strecke von 700 Metern ein tiefes Bachbett gegraben hat: Die Felswände ragen bis zu 80 Meter in die Höhe. Einst waren hier Holzarbeiter, Jäger und Forstleute unterwegs, heute zählt sie jährlich bis zu 200.000 Besucher.

Seit 1912 ist die Partnachklamm ein Naturdenkmal. Zu Fuß erreichst Du die Klamm in einer halben Stunde vom Olympia-Parkplatz in Partenkirchen. Für das besondere Erlebnis kannst Du auch den Weg in einer Pferde-Kutsche zurücklegen. Die Klamm ist ganzjährig geöffnet: Auch eine Winterbegehung ist sehr empfehlenswert. Eine Durchwanderung der Klamm dauert insgesamt zwei Stunden.

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Wanderung durch die Klamm
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Rundtour über Wamberg, Graseck und die Partnachklamm:
Über eine eiserne Brücke kann man den Bach überqueren und gelangt so in das Hausberggebiet rund um Wamberg. Das urbayrische Dorf ist ebenso einen Besuch wert wie das Naturfreibad Kainzenbad. Hier kannst auf einer idyllischen Liegewiese mit Alpenpanorama entspannen.
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  • Hunde sind willkommen.
  • Zahlung nur in Cash.
  • Ganzjährig und täglich geöffnet, obwohl es zu kurzfristigen Schließungen kommen kann.
  • Regenjacke notwendig.
  • Rollstuhl, Kinderwagen und Fahrrad sind nicht erlaubt.
  • Aktuelle Infos zur Partnachklamm findest Du » hier

2. Drachenschlucht bei Eisenach:
Geologisches Naturdenkmal mit Dschungel-Flair

Die schönsten Schluchten: Drachenschlucht
© kentauros / Fotolia

Erlebe den Thüringer Wald von seiner schönsten Seite: Erkunde die Drachenschlucht unterhalb der Wartburg! Die Klamm ist 200 Meter lang und kann auf Stegen durchwandert werden. Fast zehn Meter tief hat sich der Bach in die roten Felsen gegraben. Die Wanderung führt Dich entlang des Bachlaufs durch den artenreichen Schluchtwald und vorbei an kleinen Wasserfällen. Das Besondere: Die steilen Felswände sind mit grasgrünem Moos bewachsen. Für das perfekte Dschungel-Feeling fehlen nur noch Lianen, an denen Du Dich durch die Klamm hangeln kannst.

Falls Dir nach dem Naturerlebnis der Magen knurrt, kannst Du im Waldgasthaus Sängerwiese zwischen Drachenschlucht und Wartburg einkehren.

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Wir empfehlen Dir die Rundwanderung durch die Landgrafenschlucht zum Drachenstein, dann weiter zur Hohen Sonne und zurück durch die Drachenschlucht zum Ausgangspunkt Mariental. Die Tour dauert etwa drei Stunden.
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  • Rollstuhl, Kinderwagen und Fahrrad sind nicht erlaubt.
  • Ganzjährig geöffnet.
  • Auch im Winter ein Erlebnis.
  • Aktuelle Infos zur Drachenschlucht findet Du » hier

3. Almbachklamm bei Marktschellenberg am Königssee: Marmorkugeln als Mitbringsel

Spektakuläre Schluchten: Almbachklamm
© serkat Photography / Fotolia

Die drei Kilometer lange Klamm hat ein Gefälle von mehr als 200 Metern. Der Sulzer Wasserfall mit einer Höhe von 170 Metern ist ein besonderes Highlight. Über Brücken, Treppen und Tunnel wandert man auf einem Steig durch die Klamm, bis sich die Schlucht weitet und zu einem Tal ausläuft. Folge einfach der Beschilderung zur Wallfahrtskirche Ettenberg.

Zur Einkehr bietet sich die Gaststätte Mesnerwirt an. Ein steilerer Pfad führt Dich zurück zur Mühle. Wanderzeit beträgt zwei bis drei Stunden. Ein besonderes Highlight ist die Theresenklause, eine Triftklause, die dazu diente, Wasser aufzustauen, um Holz im Wasserschwall das Tal hinunterzubefördern.

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Am Eingang zur Almbachklamm kommst Du an Deutschlands ältester Marmorkugelmühle vorbei. Seit 1683 werden hier aus würfelförmigen Marmorbrocken einzigartige Kugeln geschliffen. Damals waren die Marmorkugeln als Kinderspielzeug weltweit gefragt und wurden bis nach Indien exportiert. Heute werden die Murmeln vor allem als Mitbringsel verkauft.

Durch die Almbachklamm nach Ettenberg und zurück
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  • Hunde sind willkommen.
  • Zahlung nur in Cash.
  • Von Mai bis Anfang November geöffnet.
  • Rollstuhl, Kinderwagen und Fahrrad sind nicht erlaubt.
  • Aktuelle Infos zur Almbachklamm findest Du » hier

4. Wutachschlucht (Baden-Württemberg):
Schmetterlinge beobachten

Schluchten in Deutschland: Wutachschlucht
© simonwhitehurst / Fotolia

Die Wutachschlucht gehört nicht ohne Grund zu den beliebtesten Wandergebieten Deutschlands. Die insgesamt drei 60 bis 170 Meter tiefen Schluchtabschnitte erstrecken sich über 33 Flusskilometer. Die Schlucht ist vor allem auch geologisch interessant, weil sich die Wutach tief in die Bodenschichten eingegraben hat und die freigelegten Gesteine einen Einblick in die Erdgeschichte liefern.

Die einfache Durchwanderung der Schlucht dauert etwa vier Stunden und bietet Einkehrmöglichkeiten in der Schatten- oder Wutachmühle. Wunderschön: Du findest etwa 500 verschiedene Schmetterlingsarten im Naturschutzgebiet rund um die Schlucht.

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Durchwanderung der Wutachschlucht
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Weitwanderweg Schluchtensteig 
Ein besonderer Tipp ist der Schluchtensteig Schwarzwald: Eine Weitwanderweg durch den Naturpark  Südschwarzwald. 119 Kilometer in sechs Tagen: Etappenziele sind die Wutachschlucht, die Lotenbachklamm, die Schleifenbachfälle und die Hohwehraschlucht. Abwechslung garantiert!
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  • Winterbegehung nicht empfohlen.
  • Aktuelle Infos zur Wutachschlucht findest Du » hier

5. Leutaschklamm bei Mittenwald (Tirol):
Auf den Spuren des Klammgeistes

Schluchten: Leutaschklamm
© Simon Dannhauer / Fotolia

Die Leutaschklamm liegt im Grenzwald zwischen Deutschland und Tirol. Die Leuchtascher Ache hat auf ihrem Weg nach Mittenwald, wo sie in die Isar mündet, einen tiefen Einschnitt im Gestein hinterlassen. Bis zu 110 Meter ragen die Felswände empor.

Drei Wege führen durch die Klamm: Der Wasserfallsteig, der zu einem 23 Meter hohen Wasserfall führt. Außerdem der Koboldpfad, der Dich an Felsen mit beeindruckendem Gletscherschliff vorbeiführt und Dir ungeahnte Blicke von der Panoramabrücke auf das türkisfarbene Wasser der Ache liefert.

Der Klammgeistweg führt noch tiefer in die Klamm hinein und ist vor allem für Kinder spannend: Denn hier versteckt sich der Klammgeist. Wer Augen und Ohren offenhält, kann vielleicht einen Blick auf den Geist oder seine Gehilfen werfen. An 40 Infopunkten erfährst Du mehr über Mythen, Geologie, Flora und Fauna der Umgebung. Die Wanderung dauert rund zwei Stunden.

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Leutascher Geisterklamm
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  • Mai bis Oktober
  • Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind trotz der Sicherungen immer wieder gefragt.
  • Begehung der Klamm ist kostenfrei, nur der Weg zum Wasserfall kostet Eintritt.
  • Aktuelle Infos zur Leutaschklamm findest Du  » hier

Lust auf weitere erfrischende Wanderungen? Wir stellen Dir die 5 schönsten Bergseen in den Alpen vor.

Karte

Spektakuläre Schluchten in Deutschland und Österreich

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Partnachklamm: 47.482157, 11.116532
Drachenschlucht: 50.960400, 10.313100
Almbachklamm: 47.670438, 13.031738
Wutachschlucht: 47.819000, 8.338720
Leutaschklamm: 47.432900, 11.258800

 

Titelbild: © Simon Dannhauer / Fotolia