Durch die Alpine Ski-Weltmeisterschaft in Åre (5. bis 17. Februar) gerät Schweden in den Fokus. Das Land ist im Winter und Sommer ein echtes Outdoor-Paradies. Wir stellen ein paar der spannendsten Aktivitäten vor.

Die großen Ski-Stars Marcel Hirscher (Österreich), Felix Neureuther (Deutschland), Beat Feuz (Schweiz), Mikaela Shiffrin (USA) und Überraschungs Durchstarter Clément Noel (FRA) treffen sich mit dem Rest der Weltelite in Schweden. Die Alpine WM bringt sie ins Naturparadies in Skandinavien. Schweden hat außer spektakulären Abfahrtspisten allerdings noch viel mehr für Outdoor-Fans zu bieten.

Seien es Skilanglauf-Abenteuer, Nordlicht-Beobachtungen oder eine einzigartige Übernachtung im Eishotel im Winter oder Seekajak-Touren in den Schären, Bouldern oder das Erlebnis der Mitternachtssonne im Sommer. Schweden ist mit 447.420 Quadratkilometern deutlich größer als Deutschland, hat aber nur etwa zehn Millionen Einwohner. Das bietet Raum für einmalige Outdoor-Erlebnisse – nicht nur in den 30 Nationalparks mit einer Fläche von 733 649 Hektar.

Du kannst dich also auch auf die Suche nach den legendären Elchen begeben, die samischen Ureinwohner beim Leben mit den Rentieren beobachten oder die Spuren von legendären schwedischen Romanfiguren wie Pippi Langstrumpf verfolgen.
Dabei gilt in der Natur das Jedermannsrecht: Euer Zelt darf überall aufgestellt werden. Die richtigen Outfits für die Outdoor-Abenteuer im Sommer und Winter findest du hier.


Die Alpine Ski-WM in Åre/Schweden im Überblick:

Ausnahmetalent Marcel Hirscher hofft auf seinen siebten Sieg bei der Ski WM in Are | © GEPA pictures

Das schwedische Åre erlebt die 45. Alpine Ski-Weltmeisterschaft der Geschichte. Die erfolgreichsten Medaillensammler sind bisher die von Schöffel ausgestatteten Österreicher. Insgesamt 286 Medaillen wurden bislang gewonnen, davon 95 in Gold. Von den aktiven Sportlern am meisten Edelmetall eingefahren hat der Österreicher Marcel Hirscher, der als einer der Topfavoriten in Schweden seine Bilanz von sechs WM-Titeln und insgesamt neun Medaillen weiter aufbessern kann. Seit dieser Saison stattet Schöffel neben dem ÖSV, und Sabrina Simander (Kenia) nun auch die Ski-Mannschaft aus Tonga aus. Weder Sabrina Simander noch die Tongaer zählen zu den Favoriten – dabei sein ist alles. Wir drücken allen kräftig die Daumen!

Zum Interview mit Sabrina Simader

Bei der WM stehen elf Entscheidungen an, je fünf für Frauen und Männer und dazu der Mannschaftswettbewerb.

Sabrina Simader während eines Rennens. | © GEPA pictures
Startet für Tonga in Schöffel: Kasete Skeen
Alle Termine der Ski WM im Überblick

Dienstag, 5. Februar 2019 (12.30 Uhr) – Super-G der Frauen

Mittwoch, 6. Februar 2019 (12.30 Uhr) – Super-G der Männer

Freitag, 8. Februar 2019 (11.00 und 16.15 Uhr) – Alpine Kombination der Frauen

Samstag, 9. Februar 2019 (12.30 Uhr) – Abfahrt der Männer

Sonntag, 10. Februar 2019 (12.30 Uhr) – Abfahrt der Frauen

Montag, 11. Februar 2019 (11.00 und 14.30 Uhr) – Alpine Kombination der Männer

Dienstag, 12. Februar 2019 (16.00 Uhr) – Mannschaftswettbewerb

Donnerstag, 14. Februar 2019 (14.15 und 17.45 Uhr) – Riesenslalom der Frauen

Freitag, 15. Februar 2019 (14.15 und 17.45 Uhr) – Riesenslalom der Männer

Samstag, 16. Februar 2019 (11.00 und 14.30 Uhr) – Slalom der Frauen

Sonntag, 17. Februar 2019 (11.00 und 14.30 Uhr) – Slalom der Männer


Spannende Outdoor-Tipps für Schweden in den kälteren Jahreszeiten

Are ist das größte Skigebiet in Schweden. Hier findet die Ski WM 2019 statt.| © Henrik Trygg / imagebank.sweden.se

1. Skifahren – ob Alpin oder Langlauf

Durch die WM gerät natürlich der alpine Skilauf besonders in den Blickpunkt. Dabei bringt Schweden eigentlich gar nicht die optimalsten Bedingungen dafür mit. Es ist zwar oft deutlich kälter (und damit auch schneesicherer) als in Mitteleuropa, allerdings sind die Berge viel niedriger als beispielsweise in den Alpen.
Selbst das WM-Revier von Åre – das mit Abstand größte Skigebiet in Schweden – bringt es nur auf einen Höhenunterschied von 895 Metern. Größere alpine Skiareale gibt es zum Beispiel auch in Idre Fjäll in Mittelschweden oder rund um Sälen. Der Ort in der Dalarna-Landschaft ist allerdings noch berühmter für den Skilanglauf. Hier beginnt seit 1922 an jedem ersten März-Wochenende im Jahr der legendäre Wasalauf über 90 km nach Mora. Schweden ist ein echtes Paradies für den Loipen-Sport und für viele Einheimische ist es der Outdoor-Sport Nummer 1.

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In Schwedisch Lappland kannst du die Nordlichter gut beobachten. | © Asaf Kliger / imagebank.sweden.se

2. Aurora Borealis – die Polarlichter beobachten

Polarlichter gehören zweifellos zu den beeindruckendsten Naturerlebnissen auf diesem Planeten. In Schwedisch Lappland hinter dem Polarkreis hat man beste Chancen, das Phänomen zu beobachten. Das Farbschauspiel am Himmel wird durch Sonnenpartikel ausgelöst, die beim Eintritt in die Erdatmosphäre bunt zu leuchten beginnen. Die Saison dafür beginnt im äußersten Norden in Kiruna bereits Anfang September und geht bis Ende März. Die besten Chancen hat man im Abisko Nationalpark in der Aurora Sky Station. Allerdings muss man sich in der eisigen Kälte dafür ordentlich einpacken.


Unvergessliches Abenteuer mit den Huskys. | © Anna Öhlund / imagebank.sweden.se

3. Hundeschlitten, Schneemobil, Eisbaden und Eisangeln

Es gibt eine ganze Reihe von winterlichen Outdoor-Aktivitäten, die du – gerade in Zeiten des Klimawandels in Europa – am besten im hohen Norden Schwedens erleben kann. Dazu gehören Hundeschlitten-Touren, bei denen man von einer Gruppe bestens geschulter Huskies durch den Schnee befördert wird. Wenn du noch mehr PS und Speed magst, kannst du mit einem Schneemobil durch die Wälder heizen. Besonders Mutige probieren sich beim Eisbaden, einer weiteren schwedischen Nationalspezialität. Dabei solltest du übrigens trotz des Wassers eine Mütze aufbehalten – so rettet man zumindest einen Teil der Körperwärme. Für Geduldige ist Eisangeln das Richtige: Wer warm genug angezogen ist und lange genug durchhält, kann sicher irgendwann eine Forelle oder einen Saibling aus dem Eisloch ziehen.


Der Eingang vom Utsi Eishotel. | © Hans Olof / imagebank.sweden.se

4. Übernachtung im Eishotel und Rentiere erleben

Falls du ein einzigartiges Outdoor-Erlebnis indoor erleben möchtest, wirst du im Eishotel bestens bedient. 200 Kilometer nördlich des Polarkreises wird hier seit 1989 jedes Jahr in Jukkasjärvi eine einzigartige Übernachtungsmöglichkeit aus Eisblöcken des Flusses Thorne geschaffen. Die eiskalte Übernachtung im Daunenschlafsack in einem Eis-Iglu – die Temperaturen werden auf minus fünf Grad temperiert – ist nur etwas für Mutige. Die zudem einen dicken Geldbeutel haben müssen, denn eine Nacht frieren kostet normalerweise 700 Euro aufwärts.

Auf speziellen Rentier-Touren kannst du dir einen faszinierenden Eindruck von der Lebensweise der Tiere und den samischen Ureinwohnern verschaffen. Seit 2016 gibt es übrigens auch die Möglichkeit, das Eishotel in einer permanenten Struktur mit einer Eisbar in den Sommermonaten zu besuchen. Das Eis wird dann durch in Solarpanels erzeugte Energie gekühlt.

Unterwegs mit Elchen. | © Anna Öhlund / imagebank.sweden.se
Flüssige traditionell schwedische Stärkung: Fika| © Anna Öhlund / imagebank.sweden.se

Spannende Outdoor-Tipps für Schweden in den wärmeren Jahreszeiten

Mit dem Kayak unterwegs in Schweden. | © Henrik Trygg / imagebank.sweden.se

1. Boot/Kayak fahren, Floß bauen, Fischen, Wild-Camping und Mitternachtssonne

Schweden ist mit über 90.000 Seen und der Tausende Kilometer langen Küstenlinie an Ost- und Nordsee ein wahres Wasserparadies. Schon bei der Buchung von Ferienhäusern ist oft ein Wasserfahrzeug inklusive. Deshalb gehört Boot- und Kajakfahren zu den „Must Do“-Outdoor-Aktivitäten im Sommer. Besonders die schwedische Ostküste mit den kleinen Schären-Inseln von Stockholm, St. Anna und Gryt ist ein Paradies für Kajakfahrer. In der Region Värmland kann man sein Floß unter Anleitung selbst bauen. Wer gerne zeltet, kann das durch das Jedermannsrecht dann zum Beispiel auf einer einsamen Insel seiner Wahl tun. Wer auf wilde Natur steht, sollte im Sommer durch Wasserläufe und Seen in Lappland paddeln. Dann ist die Mitternachtssonne inklusive – es wird also die ganze Nacht nicht dunkel.

Schweden ist bei Fischern ein beliebtes Reiseziel. | © Stefan Agren / imagebank.sweden.se
In Schweden kannst du in völliger Ruhe inmitten der Natur sein. | © Roine Magnusson / imagebank.sweden.se

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In der Wachstumsphase ist das Geweih von einem flauschigen Fell überzogen. | © Sara Ingman / imagebank.sweden.se

2. Elch-Safari und Vogel-Beobachtung

Die Straßenschilder mit einem Elch sind in Schweden allgegenwärtig. Dabei ist es gar nicht so einfach, das wahrscheinlich berühmteste Tier Schwedens aufzuspüren. Etwa 350.000 Elche gibt es in den riesigen Waldgebieten Schwedens und die Abenddämmerung ist die chancenreichste Zeit für eine Sichtung. Die besten Chancen hat du jedoch mit einem Guide, manche geben sogar eine Elch-Garantie oder besitzen eine Elch-Farm. Auf der Suche nach den bis zu 2,30 Meter großen und bis zu einer halben Tonne schweren Tieren ist sportliche Fitness gefragt. Schweden gilt durch seine Vielzahl an Seen auch als Eldorado für Vogelbeobachter. Über 500 Arten von Land- und Wasservögeln – vom eleganten Kranich bis zu verschiedenen Adler-Arten – leben hier. Die besten Chancen bieten sich am See Hornborga im Südwesten Schwedens.


Schweden ist ein Paradies für Wanderfreunde. | © Maskot / imagebank.sweden.se

3. Wandern und Bouldern

Durch seine riesigen Naturlandschaften ist Schweden ein wahres Paradies für Wanderer. Im Süden Schwedens gibt es mit dem 1186 km langen (!) Skåneleden einen einzigartigen Wanderweg, auf dem du durch dichte Wälder, laerische Bergrücken bis hin zum Meer wandern kannst. Wer eher auf Klettern steht, kommt in Schweden ebenfalls auf seine Kosten. An der Westküste lockt eine Kombination aus rosa Granit und einer wilden Meereslandschaft. Und selbst in der Nähe der Hauptstadt Stockholm gibt es in der Gegend um Västervik riesige Felsen. Natürlich gilt auch bei Wander- und Kletterabenteuern das Jedermannsrecht. Dabei sollte man aber immer beachten, dass man nach der Zelt-Übernachtung die Natur genauso hinterlässt, wie man sie vorgefunden hat.

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Der Klassiker aus Schweden: Pippi Langstrumpf | © Tina Stafrén/ imagebank.sweden.se

4. Auf den Spuren von Pippi Langstrumpf, Michel und Co.

Viele kennen Schweden mit seinen roten Holzhäusern vor allem durch die Bücher von Astrid Lindgren. Heutzutage kann man sich in einer Outdoor-Tour auf die Spuren der Romanhelden wie Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga oder Kalle Blomquist machen. Die Reise beginnt im Gut Näs bei Vimmerby, wo Astrid Lindgren zur Welt kam. Auf einer Wanderung durch die weitläufigen Gärten, kann man sich auf die Suche nach Pippis berühmtem Limonadenbaum machen, der ihr liebstes Versteck ist. Ebenfalls in Vimmerby befindet sich der Themenpark Astrid Lindgrens Värld, wo man nicht nur die Villa Kunterbunt findet, sondern auch viele andere Helden wie Karlsson vom Dach, Michel oder Ronja Räubertochter. Ein Besuch dort wird sicher eine der liebsten Outdoor-Aktivitäten für große und kleine Kinder in Schweden sein.

Titelbild: Niclas Albinsson / imagebank.sweden.se


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