Alpiner Notruf

Wissenswertes rund um den Notruf in den Bergen: Weil bei einer Bergtour immer etwas passieren kann, und in den meisten Fällen keine Zeit bleibt nach der lokalen Bergrettungsstelle zu googeln, ist es wichtig die Notrufnummern des Alpenraums zu kennen. Außerdem: Du solltest wissen, wie man in einer Stresssituation richtig und schnell Hilfe holt!

Ganz wichtig: die solide Vorbereitung
  • Check deine Ausrüstung! Je nach Tour solltest du unbedingt an essentielle Dinge wie Proviant, Erste-Hilfe-Set, Biwak-Sack, Stirnlampe, … denken!
  • Tour planen – Und zwar richtig! Die gewählte Route sollte immer an das schwächste Mitglied der Gruppe angepasst werden. Achte des Weiteren darauf im Vorhinein die Wetter- und Lawinensituation abzuklären.
  • Alpine Auskunftsstellen: Österreich (ÖAV) +43-512-58 78 28, Südtirol (AVS) +39-0471-99 99 55.
    Europaweiter Notruf: 112
  • Gib Bescheid, dass du unterwegs bist! Auch wenn es in der heutigen Zeit banal klingt: Es ist noch immer ratsam, einer nahestehenden Person zu sagen welche Tour man plant und wann mit der Rückkehr zu rechnen ist.
  • Und: Zusätzlich ist es auch ein Muss die entsprechenden alpinen Notrufnummern zu kennen.

Wir haben für Dich zusammengetragen, wie Du im Notfall richtig reagierst und mit Erster Hilfe wichtige Schritte zur Rettung einleiten kannst. Wichtige Tipps für alle, die in den Bergen unterwegs sind, findest Du hier: » Sicherheit in den Bergen: Wie Du im Notfall mit Erster Hilfe Leben rettest 

Alpine Notrufnummern

Als Faustregel gilt: In der Höhe und an freien Stellen hat man besseren Empfang, als in engen Tälern und tiefen Schluchten. Hier kann man schnell in ein „Funkloch“ kommen. Zusätzlich beeinflusst auch die Entfernung zwischen dem Handy und der nächstgelegenen Mobilfunkstation die Empfangsleistung. Aber auch Witterungsverhältnisse wie Nebel, Schnee oder Regen verschlechtern den Empfang.
Sollte Empfang vorhanden sein, kann man sich an diese Notrufnummern wenden:

  • Österreichischer Alpinnotruf: 140
  • Deutscher Notruf: 112
  • Schweiz (REGA): +41/333 333 333 (mit ausländischem Telefonanbieter) und 14 14 (mit Schweizer Telefonen)
  • Südtirol und Italien: 118
Die Notruffunktion – auch bei keinem Empfang

Solltest du im schlimmsten Fall keinen Empfang haben gilt bei älteren Handys: ausschalten, wieder einschalten und statt dem Pin-Code die Nummer 112 (den Euro-Notruf) eingeben. Danach sucht das Handy das stärkste Netz und man kann einen Notruf absetzen. Da der Notruf gratis ist, spielt es keine Rolle ob man mit einem Wertkartentelefon oder einem Vertragshandy telefoniert.

Neuere Handy-Modelle verfügen mittlerweile über eine eigene „Notruf-Funktion“, zu der man auch ohne Eingabe des Pin-Codes gelangt. Dieser Notruf geht automatisch an die 112. Es gilt aber zu bedenken, dass man immer mit einer landessprachlichen Einsatzzentrale, meist ist es die nächste Polizeidienststelle, verbunden wird. Dies kann im Ausland eventuell zu Sprachbarrieren führen.

Was den wenigsten bekannt ist, ist, dass man bei einem Notruf nicht zurückgerufen werden kann, da man sich in einem Fremdnetz befindet. Es gibt aber auch einen Vorteil: Der einkommende Anruf wird priorisiert behandelt und man wird anderen, normal gesetzten Notrufen, vorgezogen.

Leider ist aber auch auf den Euro-Notruf nicht immer Verlass. Sollte man sich zum Beispiel in einem Funkschatten befinden, hilft nur ein Standortwechsel.

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Total analog: das alpine Notsignal

Wenn du selbst nach mehreren Standortwechseln nicht aus dem Funkloch kommst, bleibt noch immer die Möglichkeit des Alpinen Notsignals. So machst du auf dich aufmerksam:

  • Sicht- und hörbares Zeichen oder Rufe – 6 x pro Minute
  • Das Signal wird jeweils nach einer Minute Pause wiederholt
  • Wenn Retter in der Nähe sind, erfolgt das Antwortzeichen 3 x pro Minute
Die 6 W-Fragen für den Notfall

Hast du mit dem Mobiltelefon eine Rettungsorganisation erreicht, ist es wichtig einen möglichst knappen, aber trotzdem detaillierten Unfallbericht abzugeben. In diesem Fall solltest du dich an die 6 W-Fragen halten:

  • WO ist der Unfall passiert? Hier ist es wichtig genaue Angaben des Unfallorts und der Wettersituation wiederzugeben
  • WAS ist geschehen? Hier wird eine genaue Beschreibung des Unfalls erwartet.
  • WIE viele Verletzte? In diesem Fall wird die Zahl der Verletzten angegeben.
  • WELCHE Art von Verletzungen? Sollten lebensbedrohende Zustände vorherrschen, sollte man diese auch genau schildern.
  • WER meldet den Unfall? Es ist auch wichtig Angaben zu deiner eigenen Person zu machen, und eine Rückrufmöglichkeit anzugeben.
  • WETTER am Unfallort? So können sich die Rettungskräfte auf die Begebenheiten am Unfallort einstellen.
Zukunfts-Aussicht: Hubschrauber per App

Die Bergrettung Tirol hat in den letzten Jahren die „Notfall App Bergrettung Tirol“ entwickelt, bei der man sprachlos den Rettungshubschrauber anfordern kann. Hierfür wird man über GPS geortet. Die App wird derzeit jedoch nur in Tirol angeboten und verlangt eine vorherige Registrierung. Sollte am Unfallort keine Internetverbindung verfügbar sein, schickt die App eine SMS an die nächste Leitstelle. Der Vorteil der SMS-Nachricht ist, dass sie über den Datendienst auch ankommen, wenn kein Telefonnetz vorhanden ist.

Mit „iRega“ gibt es in der Schweiz bereits eine weit verbreitete Rettungs-App.
Eine App die Landesunabhängig eine Erste-Hilfe-Anleitung zur Verfügung stellt ist die „Notfall-Hilfe“. Der Nachteil? Ganz ohne Empfang helfen natürlich auch die besten Apps nichts. In diesem Fall gibt es aber auch hilfreiche Alternativen.

Das Satelliten-Telefon: die gute Alternative

Die Funkverbindung über das Satelliten-Netz ist mittlerweile schon so weit verbreitet, dass es eine würdige Alternative zum Mobilfunk-Netz darstellt. Zusätzlich ist es einfach zu bedienen und meist nicht viel teurer als ein Roaming-Gespräch.
Ein Vorteil des Satellitentelefons ist, dass das Absetzen eines gezielten Notrufs fast überall möglich ist. Bei Bergsteigern hat sich das „Thuraya-System“ bewährt. Als besonders praktisch hat sich das SatSleeve+, das dass eigene Smartphone satellitenfähig macht, bewiesen. So hast du die wichtigsten Kontakte immer dabei, telefonierst bei vorhandenem Netz ganz normal über das Mobilfunknetz und kannst im Notfall auf die Satellitenfunktion zurückgreifen. Genial!

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