Kajak bzw. Kanu fahren ist abenteuerlich und entspannend zugleich: Aus eigener Kraft bahnst Du Dir mit dem Boot Deinen Weg durch verwinkelte Kanäle, breite Flüsse und schmale Schluchten. Nahezu lautlos gleitest Du über die Wasseroberfläche, auf Augenhöhe mit der Natur.

Kanu fahren ist nicht schwer. Wir erklären Dir, worauf Du bei Planung und Ausrüstung achten musst. Außerdem haben wir 3 tolle Tipps für schöne Kanutouren in Deutschland. Komm mit uns auf die Altmühl, die Spree und an die Mecklenburgische Seenplatte.

INHALT
Kanu, Kajak, Kanadier – wo ist eigentlich der Unterschied?
So planst Du Deinen Urlaub auf dem Wasser
Kanu fahren: Diese Ausrüstung ist wichtig
Kanuwanderung am Feldberg (Mecklenburgische Seenplatte)
Bootstour im Spreewalder Dschungel (Brandenburg)
Entspannte Kanu-Touren auf der Altmühl (Bayern)
Outfit-Tipps für Deinen Ausflug mit dem Kanu

Kanu, Kajak, Kanadier – wo ist eigentlich der Unterschied?

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Bevor wir lospaddeln gibt es eine kleine Begriffskunde:

  • Kanu bezeichnet den Überbegriff für Kajaks und Kanadier.
  • Ein Kajak (siehe Bild oben) ist ein geschlossenes Boot mit einer Sitzlucke. Du fährst es mit einem Doppelpaddel. Deine Beine sind ausgestreckt Richtung Bug, gepaddelt wird immer im Sitzen. Kajaks gibt es als Einzel- und Doppelsitzer. Dabei gibt es Modelle für verschiedene Einsatzbereiche: Wildwasserkajaks, Seekajaks für Großgewässer oder Tourenkajaks. Letzteres ist dank seines stromlinienförmigen Aufbaus perfekt geeignet, Wind, Wetter und Wellen standzuhalten. Zudem sind Tourenkajaks sehr robust. Das Boot verzeiht Dir auch mal ein Anecken am Fels.
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  • Kanadier hingegen sind größere, offene Boote. Du paddelst aufrecht sitzend oder im Knien. Dabei benutzt Du ein Stechpaddel mit nur einem Paddelblatt. Kanadier bieten viel Stauraum. Man kann sie gut beladen und sie eignen sich prima als Familienkanu mit mehreren Personen. Kanadier sind auf ruhigeren Gewässern kippstabiler als Kajaks. Das über vier Meter lange Boot ist allerdings bei schlechten Wetterbedingungen auch schwieriger zu manövrieren.
  • Wer es praktisch mag und das Fahren eines Kajaks bevorzugt, greift auf ein Faltboot zurück. Wie der Name schon sagt, kannst Du das Boot zu einem tragbaren Packmaß (je nach Hersteller um die 100x50x30 cm) zusammenfalten.
  • Noch winziger lässt sich ein Luftboot verpacken – hier sparst Du Dir auch den aufwändigen Aufbau. In puncto Stabilität kann es aber natürlich nicht mit den anderen Bootstypen mithalten.

Kanu fahren: Diese Ausrüstung ist wichtig

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Ein Ausflug will nicht nur sorgfältig geplant sein, Deine Sicherheit kannst Du auch mit der richtigen Ausrüstung erhöhen. Diese Ausrüstung brauchst Du für Deine Tour:

  • Schwimmweste/ Tourenweste: Achte bei der Auswahl Deines potentiellen Lebensretters darauf, dass sie bequem sitzt, ohne zu verrutschen, und ausreichend Auftrieb bietet. Die Weste in Signalfarbe macht Dich sichtbar.
  • Paddel: Ob aus Holz oder Plastik liegt in Deinem Ermessen. Individuelle Faktoren wie Kraft, Paddelstil (steil oder flach) und Einsatzzweck spielen eine Rolle bei der Auswahl des perfekten Paddels.
  • Packsack: Hierin verstaust Du alles, was nicht nass werden soll. Die Packsäcke kannst Du im und am Boot anbringen.
  • Wurfsack: Ein Muss bei Deinem Ausflug, weil Du ihn vielseitig einsetzen kannst: zum Boot festbinden, zur Rettung oder zum Treideln (Ziehen des Boots vom Ufer aus).
  • Neoprenschuhe: Beim Ausstieg aus dem Boot kann Dir mit diesen Schuhen kein Stein etwas anhaben. Außerdem wärmen sie angenehm. Feste Sandalen oder alte Turnschuhe sind ebenso eine Option.
  • Wasserdichte Hülle für Handy und Kamera: Wenn Du Deine Ausfahrt dokumentieren möchtest, schütze Dein Equipment vor Spritzwasser.
  • Camping-Ausrüstung: Für den Fall, dass Du länger unterwegs bist, benötigst Du Zelt, Isomatte und Schlafsack zur Übernachtung am Ufer. Hinzu kommen diverse Campingartikel wie Kocher, Geschirr etc.
  • Stirnlampe: Falls Du am Abend unterwegs bist, kann sie Dir den Weg leuchten.
  • Sonnen- und Mückenschutz: Beides eigentlich selbsterklärend. Auf dem Wasser bist Du der Sonne quasi ausgeliefert. Ein Hut wird Dir wichtige Dienste erweisen.
  • Bekleidung: Wichtig ist eine warme Jacke und eine Jacke, die Wind und Wetter von Dir abhält. Ansonsten empfehlen wir auch unsere Hemden und Blusen, da sie einen UV-Schutz haben.  Mehr Tipps zur Bekleidung findest Du hier.

Kanu fahren: So planst Du Deinen Urlaub auf dem Wasser

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Du bist fasziniert von dem Gedanken, schönste Natur und Biotope mit dem Boot zu durchfahren – und das selbstorganisiert und mit eigener Manpower?

Informiere Dich vorab, wie die Bedingungen auf dem Fluss/Bach Deiner Wahl sind. Auf großen Flüssen wie dem Rhein und der Elbe ist mit Schiffsverkehr zu rechnen. Außerdem sind viele Flüsse durch Schleusen unterbrochen. Hier musst Du das Boot umtragen. Das gilt ebenso bei schwierigen Passagen mit Stromschnellen. Achte auch auf entsprechende Beschilderung am Flussufer.

Deine Kanutour kann ein paar Stunden dauern oder einige Tage, je nachdem für welche Tour Du Dich entscheidest. Bei Mehrtagestouren solltest Du Deine Stopps planen und genügend Pufferzeiten einrechnen. Fährst Du im Naturschutzgebiet, ist Wildcampen zum Beispiel nicht gestattet. Bekannte Routen passieren aber regelmäßig auch Camping-Plätze, an denen Du anlegen kannst. Wertvolle Infos für Deine Planung findest Du in Wanderkajakführern und gleich hier: Wir stellen Dir die schönsten Routen Deutschlands vor!

Kanu fahren in Deutschland:
Kanuwanderung am Feldberg (Mecklenburgische Seenplatte)

Romantische Abendstimmung an der Mecklenburgischen Seenplatte. | © Lars Gieger / Fotolia

Die Mecklenburgische Seenplatte im Nordosten Deutschlands ist bekannt für ihre wunderschöne, unberührte Natur, weite Landschaften und Wasser, soweit das Auge reicht. Die Seenlandschaft geht zurück auf ein riesiges glaziales Gebiet und ist vor etwa 18.000 bis 15.000 Jahren durch das Rücklaufen des Inlandeises entstanden. Dieser Prozess hat mehr als tausend Seen hervorgebracht. Sie bilden das größte, vernetzte Wassersportrevier Europas.

Das bekannteste Areal im Gebiet ist der Müritz-Nationalpark – einer der größten terrestrischen Nationalparks Deutschlands und UNESCO Weltnaturerbe. Nachts ist es hier sternenklar, denn es gibt kaum künstliche Lichtquellen, die den Himmel erhellen – beste Blicke auf die Milchstraße sind Dir garantiert.

Zu den besonders ursprünglichen Gebieten gehören die Feldberger Seen, die zwischen Fürstenberg an der Havel und Feldberg gelegen sind. Hier erstreckt sich ein weit verzweigtes Netz von kleinen und größeren Seen, Bächen und Kanälen. Du bewegst Dich fast lautlos durch Schilf und Rohr, was Dir beste Chancen bietet, Tiere und seltene Pflanzenarten aus nächster Nähe zu beobachten. Kanadier oder Kajaks kannst Du vor Ort ausleihen – oder gleich ein Floss, auf dem Du sogar übernachten kannst.

Motorboote sind nur an sehr wenigen Stellen zugelassen. Auf der 40 Kilometer langen Tour von Feldberg nach Fürstenberg bist Du drei bis vier Tage unterwegs. Etappen der Tour sind u.a.

• der Breite Luzin (mit 58,5 Metern der zweittiefste See Deutschlands)
• der kleine Lütter See
• der Schmale Luzin (ein 80 bis 300 Meter schmaler, eizeitlicher Rinnensee)
• der Carwitzer See
• der Zansen
• und der Wootzensee.

Wegen niedrigen Pegels ist im Sommer auf dem Küstrinchenbach ein Shuttleverkehr notwendig. Am Bach Bäk musst Du Dein Boot umtragen.

Kanu fahren in Deutschland:
Bootstour im Spreewalder Dschungel

Dschungel-Feeling auf der Spree. | © THL / Fotolia

Alte Fachwerkhäuser, gemütliche Cafés direkt am Wasser und dschungelartige Natur: Eine Kanutour auf der Spree im Spreewald wird Dich begeistern. Der Spreewald ist eine Auen- und Moorlandschaft im Südosten Brandenburgs. Das Gebiet ist als Biosphärenreservat gelistet. Von ihrer Quelle im Lausitzer Bergland zur Mündung in die Havel fächert sich die Spree zu einem weitverzweigten Kanalsystem auf. Die Flussarme und Fließe sind das perfekte Terrain für entspannte Kajak- und Kanufahrten für Dich und Deine Familie. Die Infrastruktur hat sich perfekt auf paddelnde Gäste eingestellt und bietet zahlreiche Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten.

Eine sehr schöne und ruhige Tour auf der Spree findest Du auf dem 38 Kilometer langen Abschnitt zwischen Fürstenwalde nach Erkner. Auf große Schiffe wirst Du hier nicht stoßen, weil die Schifffahrt über den Oder-Spree-Kanal fährt. Auf der kurvenreichen Strecke der Müggelspree wirst Du eine leichte Strömung haben, die Dein Boot sanft mitnimmt. Campieren kannst Du auf dem Zeltplatz Jägerbude direkt am Flusslauf. Am nächsten Tag machst Du Dich auf den Weg zum Dämeritzsee in Erkner, das östlich von Berlin gelegen ist. Falls Du Lust hast, noch weiter zu paddeln, gelangst Du über den Flakensee zur Woltersdorfer Schleuse. Für einen schönen Ausblick aufs Umland kannst Du dort auf den Kranichberg wandern.

Kanu fahren in Deutschland:
Entspanntes Touren auf der Altmühl (Bayern)

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Idylle pur – die Altmühl bei Eichstätt. | © nemo1963 / Fotolia

Die Altmühl fließt von ihrer Quelle bei Rothenburg ob der Tauber bis ins 200 Kilometer entfernte Kelheim. Ab Treuchtlingen hat sich die Altmühl ein enges Tal gegraben. Auf diesem Abschnitt paddelst Du zwischen bizarren Kalkfelsen hindurch. Als Anfänger bist Du auf der Altmühl gut aufgehoben, weil die Befahrung des Flusses verhältnismäßig einfach ist. Auch ist der ruhige Fluss als Familienausflugsziel sehr beliebt. Die Bootwanderstrecke zwischen Gunzenhausen und Töging im Naturpark Alltmühl ist 120 Kilometer lang.

Du kannst die Strecke bequem in Mehrtages- oder Eintagestouren splitten. Highlights der Tour sind die Felsgruppe „Zwölf Apostel“ kurz hinter Solnhofen und das Naturschutzgebiet „Gungoldinger Wacholderheide“. Der Flusslauf wird durch diverse Schleusen unterbrochen, an denen Du teilweise Dein Boot umtragen musst. Informier Dich beim Bootsverleih über den genauen Verlauf der Strecke. Total bequem: Es besteht die Möglichkeit, das Kanu am Ziel wieder vom Verleih abholen zu lassen.

Die Altmühl ist teilweise so ruhig, dass richtige Paddelarbeit verlangt ist – falls Du im Zweierkanu sitzt, ist synchron paddeln eine gute Art, voranzukommen.

Übernachtungsmöglichkeiten bietet zum Beispiel der Campingplatz in Solnhofen. Außerdem säumen tolle Einkehrmöglichkeiten das Ufer. Das macht das Wanderkanu fahren auch so besonders: Du legst einfach dort an, wo es Dir gefällt – und bleibst, solang Du magst. Bei einer Mehrtagestour lässt Du den Tag dann entspannt an einem Lagerfeuer mit Stockbrot ausklingen.

Und wann startest Du?

Outfits-Tipps für Deinen Ausflug mit dem Kajak oder Kanadier

Eine Bootsfahrt, die ist lustig… aber nur mit der richtigen Kleidung! Bei schönem Wetter brauchst Du auf dem Wasser auf jeden Fall einen Schutz vor den gefährlichen UV-Strahlen: Unsere karierten Hemden und Blusen bieten Dir genau das – und sehen dazu noch richtig schick aus:

» Blouse Riga2 für Damen
» Shirt Miesbach1 für Herren

Ein tolles und überaus notwendiges Accessoire ist ein Sonnenhut. Auf dem Wasser bist Du Sonneneinstrahlung fast schutzlos ausgeliefert. Eine Kopfbedeckung bewahrt Dich vor einem Hitzeschlag:

» Sun Hat 4 für Damen
» Cap Oberjoch1 für Herren

Auch eine Regenjacke sollte nicht in Deinem Gepäck fehlen – unsere Regenjacken sind in sich verpackbar und passen in jeden Rucksack. Zudem zeichnen sie sich durch Atmungsaktivität und eine hohe Bewegungsfreiheit aus. Somit kannst Du auch bei einem überraschenden Regenschauer beherzt weiterpaddeln:

» Jacket Neufundland1 für Damen
» Jacket Toronto1 für Herren

Bei der Auswahl der passenden Hose für Deine Kanutour solltest Du unbedingt darauf achten, dass sie Dir genügend Bewegungsfreiheit bietet (Ein- und Aussteigen, Umtragen des Kanus), strapazierfähig ist und gleichzeitig aus schnelltrocknendem Material besteht:

» Pants Engadin für Damen, auch als Zip Off Hose mit abtrennbaren Beinen
» Pants Koper für Herren, auch als Zip Off Hose mit abtrennbaren Beinen

Titelbild: © Tobilander / Fotolia