Wandern im Februar? Bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen? Na klar: Wir fliegen mit Dir der Sonne entgegen und stellen Dir die schönsten Inseln zum frühlingshaften Winter-Wandern im Mittelmeer und Atlantischen Ozean vor. Ob La Palma, Mallorca oder Madeira: Lass Dich inspirieren von spektakulären Felslandschaften, dunklem Lavakies, schroffen Küsten und einzigartigen Naturschauspielen wie der Mandelblüte.

INHALT
Mandelblüte: Beim Wandern im Februar die Natur erwachen sehen
Wandern auf La Palma: Wolkenwasserfälle auf der grünsten kanarischen Insel
Wandern auf Madeira: Subtropisches Paradies mit endlosem Frühlingsflair
Wandern auf Mallorca: Wanderwege abseits vom Partystrand

Der Winter in Deutschland kann ganz schön ungemütlich sein. Schnee in niedrigen Lagen ist selten, meist präsentiert sich das Wetter als nasskalt, wolkenverhangen und grau. Die gute Nachricht: Du musst mit dem nächsten Wanderabenteuer keineswegs bis zur Schneeschmelze warten. In kurzer Flugdistanz findest Du atemberaubende Wanderparadiese, die im Februar die besten Bedingungen vorzuweisen haben: milde Temperaturen um die 20 Grad, Meerwasser mit Badetemperatur, wenig Tourismus und günstige Preise.

Auch uns hat es schon für ein tolles Fotoshooting auf eine Insel verschlagen: nach Korsika. Das Wanderparadies erschließt sich Dir aber erst ab April, wenn der Schnee aus den Höhenlagen weggetaut ist. Als Frühjahrsdestination lohnt es sich dann allemal. Lass Dich inspirieren von unserem » Beitrag zu Korsika.

Mandelblüte: Beim Wandern im Februar die Natur erwachen sehen

Mandelblüte auf Mallorca | © Christian Lademann / Fotolia

Warum sich gerade im Februar ein Wanderurlaub auf einer Insel lohnt? Weil Du hier ein ganz besonderes Schauspiel erleben kannst: die Mandelblüte. Sie findet in Südeuropa im Januar und Februar statt. In den Weinanbaugebieten in Deutschland kannst Du das Spektakel erst im März bestaunen. Ähnlich der Kirschblüte in Japan erwachen die Mandelbäume in hellrosa und weißer Blütenpracht aus ihrem kurzen Winterschlaf.

Wanderwege führen Dich durch die märchenhaft schöne Kulisse, die das Blütenmeer in die Landschaft zaubert. Doch die Inseln haben noch weitere Naturschauspiele für Dich parat. Mit unseren Tipps zu Anreise, Unterbringung, Sehenswürdigkeiten und Wanderrouten steht Deinem traumhaften Wanderurlaub auf Madeira, La Palma und Mallorca nichts mehr im Weg!

Wandern im Februar auf La Palma: Wolkenwasserfälle auf der grünsten kanarischen Insel

Seltenes Naturschauspiel: Wasserfall aus Wolken | © Neissl / Fotolia

La Isla de San Miguel de La Palma – kurz La Palma – ist die nordwestlichste und eine der geologisch jüngsten Inseln der Kanaren. Die Region rund um den Cumbre Vieja im Süden ist noch heute vulkanisch aktiv. Lavaströme, dunkle Lavakiesel und Krater zeugen hier vom vulkanischen Ursprung der Insel. Der letzte Ausbruch konnte im Jahr 1971 verzeichnet werden. Der größte Krater der Insel, der Caldera de Taburiente, befindet sich sich nördlich vom Zentrum der Insel.

„Isla Verde“: Die grüne Insel

La Palma gilt mit 40 Prozent Waldbedeckung als waldreichste kanarische Insel und wird daher oft als „Isla Verde“ bezeichnet. Trotz ihrer unvergleichlichen Schönheit blieb die Insel vom Massentourismus verschont, was sich in der moderaten Bebauung und der Erhaltung ihres ursprünglichen Charakters bemerkbar macht. Speziell der Norden blieb aufgrund seiner steilen Küsten von Bettenhochburgen verschont.

Die Insel ist nur 42 Kilometer lang und hat eine maximale Breite von 28 Kilometern. Dabei ist sie sehr vielfältig und vereint verschiedenste Landschaften und Klimazonen: Wüsten, feuchte Lorbeerwälder, riesige Kiefernwälder und Lavakiesflächen an den Kratern der Vulkane. Zum Erhalt dieser Vielfalt ist die gesamte Insel zum UNESCO Biosphärenreservat erklärt worden.

Naturschauspiel auf La Palma

Das Klima auf La Palma ist ganzjährig mild und wird durch den Nordostpassat und den Kanarenstrom bestimmt. Die Temperaturen variieren mit der Höhenlage: Je 100 Höhenmeter nimmt die Temperatur um einen Grad ab. Prinzipiell unterscheidet sich das Klima der West- und Ostseite, wobei es im Westen meist sonniger ist. Die hohe Bergkette südlich der Caldera (Cumbre Nueva und Cumbre Vieja) ist die Wetterscheide für die Insel – und sorgt für ein besonderes Naturschauspiel.

Das als Cascada de nubes („Wolkenwasserfall“) bezeichnete Phänomen entsteht, wenn Passatwolken in einer Höhe zwischen 600 und 1.700 Metern auf die mit Kiefern bewaldeten Berghänge treffen. Die Nadeln der Kiefernbäume kämmen die Wolken aus, was zu einer Nebelkondensation führt. Besonders spektakulär ist der Strom der Passatwolken an der Cumbre Nueva im Osten der Insel in einer Höhe von 1.450 Metern zu beobachten, weil sich die Wolken hier über den Bergkamm wälzen und auf der Westseite wasserfallartig hinabstürzen, bis sie sich auflösen.

La Palma: Wanderparadies mit Fernwanderwegen und Drachenbäumen

Roque de los Muchachos und Observatorium | © andrehenschke / Fotolia

La Palma ist ein Wanderparadies! Die Insel ist mit einem dichten Netz von gekennzeichneten, etwa 1.000 Kilometern Wanderwegen durchzogen. Ein Highlight für alle Trekking-Fans sind die Fernwanderwege GR130 und GR131, die ein Teil des E7 sind. Sie führen auf aussichtsreichen, aber doch anspruchsvollen Pfaden durch die Insel.

Als Tagestouren empfehlen wir einen Ausflug auf den höchsten Berg der Insel, den Roque de los Muchachos (2.426m), entlang des Kraterrandes eines der größten Erosionskrater der Welt. ( » zur Tour) Hier findest Du auch das große Observatorium, welches an dieser Stelle errichtet worden ist, weil hier die Sicht in die Sterne fast immer ungetrübt ist. La Palma ist nicht umsonst von der UNESCO als Starlight Reserve ausgezeichnet worden.

Oder begib Dich auf eine Wanderung zu den fast 400 Jahre alten Drachenbäumen und der Höhle von Buracas: Zeitgeschichte wird hier zum Greifen nah. ( » zur Tour)

Alternativen zum Wandern: Outdoor-Action auf La Palma

Naturbadepool Charco Azul
Naturbadepool Charco Azul | © Hans Peter Denecke / Fotolia

Weitere beliebte Outdoor-Aktivitäten auf La Palma sind Kajakfahren, Tauchen, Surfen und Mountainbiken. Außerdem empfiehlt sich ein Ausflug zum Whalewatching. Ausgangsort ist auf der Westseite: in Tazacorte. Oder Du nimmst ein Bad im Naturpool „Charco Azul“ in San Andrés im Nordosten der Insel.

Ein absoluter Höhepunkt im Februar sind die Karnevalsveranstaltungen in den Hochburgen in der Hauptstadt Santa Cruz und in Los Llanos, die an den südamerikanischen Karneval erinnern. Am Rosenmontag wird in Santa Cruz die Heimkehr der Emigranten aus Südamerika, die dort zu Wohlstand gekommen waren, gefeiert.

Anreise: Mit dem Flugzeug per Direktflug zum Flughafen in Santa Cruz de la Palma von vielen deutschen Städten (u. a. Nürnberg, Hamburg, Düsseldorf, München). Autoverleih am Flughafen.

Unterkunft: An der Ost- sowie Westküste gibt es einige größere Hotels. Außerdem sind Nächtigungen in Pensionen üblich. Bei der Auswahl der Unterkunft solltest Du beachten, dass die schönsten Strände und die meisten Sonnenstunden im Westen der Insel zu finden sind.

Wandern im Februar auf Madeira: Subtropisches Insel-Paradies mit endlosem Frühlingsflair

Ausblick vom höchsten Punkt des Cabo Girao Madeira
Ausblick vom höchsten Punkt des Cabo Girao | © Balate Dorin / Fotolia

Madeira wird zurecht als „Perle des Atlantiks“ bezeichnet. Denn auf der portugiesischen Insel knapp 1.000 Kilometer westlich von Lissabon bleibt es das ganze Jahr üppig grün. Das Klima ist ganzjährig mit den Bedingungen im mitteleuropäischen Frühling zu vergleichen – quasi ein Frühling, der niemals endet. Aufgrund der Höhenunterschiede von bis zu 1.900 Metern gibt es eine Wetterscheide zwischen regenreicherem Norden und eher trockenem und subtropischem Süden der Insel.

Madeira liegt im atlantischen Ozean und bildet mit Porto Santo sowie den unbewohnten Inseln Selvagens und Desertas den Archipel Madeira. Die Insel ist eine Naturschönheit, die zum Wandern und Entdecken einlädt. Im Süden des Landes nahe der wunderschönen Küstenstadt Funchal befindet sich eine eindrucksvolle Steilküste, die mit dem zweithöchsten Kliff der Welt aufwartet: dem 580 Meter hohen Cabo Girao. Die Vegetation der Insel ist extrem üppig und exotisch. Madeira ist vulkanischen Ursprungs.

Anspruchsvolles Wanderterrain im Hochgebirge

Auch die Bergwelt ist faszinierend. Die gesamte Insel hat Mittel- bzw. Hochgebirgscharakter. Die höchste Erhebung ist der Pico Ruivo (1.862 m), der sich im Zentrum des Landes befindet. Zusammen mit dem Pico do Arieiro und dem Pico das Torres bildet er das Hochgebirge der Insel – und ist anspruchsvolles Wanderterrain. Im Westen der Insel liegt das Hochmoor Paul da Serra, eine Hochfläche in einer Höhe von 1.300 bis 1.500 Metern. Nördlich der Hochfläche befindet sich das Tal des Ribeira da Janela, dem längsten Fluss der Insel.

Die Königstour auf Madeira ist der Höhenweg vom Pico Arieiro zum Pico Ruivo. Der Panoramaweg verbindet die höchsten Berge der Insel miteinander. Die Tour verläuft teils auf gepflasterten und gestuften Wegen, teils auf steinigen und erdigen Saumpfaden. Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind Voraussetzung. (» zur Tour) Oder Du erkundest das Gebiet entlang einer Levada auf einfacheren Pfaden: der Levada da Serra do Faial. (» zur Tour)

ypische Levada in dschungelartigem Gelände auf Madeira
Typische Levada in dschungelartigem Gelände | © Circumnavigation / Fotolia

Die Levadas sind künstliche Wasserläufe, mit denen Wasser aus dem Norden und dem Zentrum in den Süden geleitet wird, um dort Landwirtschaft betreiben zu können. Die Wartungspfade neben den Levadas sind vielerorts auch als Wanderrouten ausgeschildert – und ermöglichen so den Zugang auch zu entlegenen Tälern. Kerngebiet der Levada-Wanderungen ist die Gegend zwischen Porto da Cruz und Santana (UNESCO Welt-Biosphärenreservat) im Norden. Wanderwege führen Dich durch urwaldähnliche Lorbeer- und Eukalyptuswälder, Terrassenfelder und entlang schroffer Küstenlinien.

Farbenfroh und exotisch: Funchal

Der botanische Garten in Funchal spiegelt die Schönheit Madeiras
Der botanische Garten in Funchal spiegelt die Schönheit der Insel | © Tomasz Czajkowski / Fotolia

Touristisch bedeutendster Ort ist die farbenfrohe Stadt Funchal im Süden. Dort lohnt sich ein Besuch der berühmten Blumen- und Fruchtmärkte oder des botanischen Gartens, dem „Jardim botanico“ mit dem Vogelpark „Jardim dos Loiros“. Hier lässt sich die Artenvielfalt der Flora und Fauna der Insel erahnen. Strände suchst Du auf der Insel vergeblich. Um nicht ganz auf den Badespaß verzichten zu müssen, wurden einige geschützte Badebuchten (Lido Galomar in Caniço) und natürliche Felsbadebecken (u. a. in Porto Moniz) angelegt. In Caniço gibt es einen Unterwasser-Nationalpark, in dem man tauchen kann.

Anreise: Anreise erfolgt per Direktflug zum Flughafen in Funchal. Die Flugzeit nach Madeira beträgt etwa 4 Stunden, der Zeitunterschied liegt bei minus einer Stunde.

Unterkunft: Madeira punktet mit einer großen Anzahl verschiedenster Unterkünfte. Die Auswahl reicht von traditionellen Hotels, Agrotourismusbetrieben bis hin zu geschichtsträchtigen Landgütern. Die größte Auswahl findest Du im Süden des Landes.

Wandern im Februar auf Mallorca: Wanderwege abseits vom Partystrand

Kap Formentor im Norden Mallorcas
Kap Formentor im Norden der Insel | © Jutta Adam / Fotolia

Mallorca hat mehr zu bieten als Strände, Meer und Partymeilen. Der Norden und Westen der Baleareninsel entpuppt sich als Outdoor-Paradies für Wanderer und Mountainbiker. Auch der Süden hat einige Top-Routen mit Meerblick zu bieten. Ein Wanderurlaub auf der Insel lohnt sich!

Mallorca ist die größte Insel der Balearen-Gruppe und etwa 170 Kilometer vom spanischen Festland auf Höhe Barcelona entfernt. Die Insel verfügt über eine Küstenlinie von über 550 Kilometern Länge. Mallorca wird von zwei Gebirgszügen eingerahmt: Im Osten von der eher niedrigen Serres de Llevant mit nur drei Gipfeln über 500 Meter und im Nordwesten von der Serra de Tramuntana.

Serra de Tramuntana: Elf Gipfel über 1.000 Meter

Die Serra de Tramuntana ist ein bis zu 15 Kilometer breiter Gebirgszug mit elf Gipfeln über 1.000 Meter Höhe, der parallel zur Nordwestküste verläuft. Die Berge erstrecken sich von der Insel Sa Dragonera im Südwesten bis zum Cap Formentor im Norden. Der höchste Punkt ist mit 1.445 Metern der Puig Major, der aber leider für Wanderer Sperrgebiet darstellt. Die Gebirgszüge bilden klimatisch eine Wetterscheide zu den niedrigeren Teilen der Insel.

Fernwanderwege und Tagestouren auf Mallorca

Du bist zeitlich flexibel und möchtest Dir Deine Eindrücke von Mallorca erwandern? Dann ist ein Fernwanderweg genau das Richtige für Dich. Die 130 km lange Route der Trockensteinmauer, der GR-221, führt von Port d’Andratx im Süd-Westen Mallorcas quer durch das Tramuntana-Gebirge nach Pollença im Norden der Insel. Du bewegst Dich in elf Etappen auf zum Teil markierten Pfaden und nächtigst in speziell für Wanderer errichteten Herbergen. Rechtzeitiges Anmelden ist erforderlich. (» zur Tour)

Wanderweg in der Tramuntana Mallorca
Wanderweg in der Tramuntana | © romas_ph / Fotolia

Auf Mallorca findest Du aber auch zahlreiche Tagestouren. Für den Bergsteiger eine Herausforderung: Der Penyal des Migdia (1.398 m) gilt als der höchste besteigbare Gipfel von Mallorca, obwohl viele diesen Rang dem Massanella (1.365m) zuschreiben. (» zur Tour) Die Bergtour bietet anspruchsvolle Passagen vor einer herrlichen Kulisse. Höhepunkt der Tour ist u. a. eine leichte Kletterei vom Gratrücken zum Gipfel.

Und natürlich kannst Du auf Mallorca auch wunderbar Baden: Die schönsten Strände und Badebuchten sind die Calos des Moro bei Santanyi im Südosten, die Cala Varques bei Manacor im Osten und die Cala Formentor beim Kap Formentor im äußersten Norden der Insel.

Anreise: Mallorca wird mittlerweile per Direktflug von vielen deutschen Flughäfen angesteuert. Autovermietung vor Ort ist möglich. In den Hauptreisemonaten Juli und August wird eine Onlinebuchung mit Vorlaufzeit empfohlen. Im Februar hingegen ist es verhältnismäßig ruhig.

Unterkunft: Mallorca zählt um die zehn Millionen Besucher jährlich. Betten gibt es also im Überfluss. Vor allem im Februar, wenn weniger Touristen nach Mallorca strömen. Ein Aufenthalt auf einer Finca wird zum großen Spaß, weil Du Dich selbst versorgen und das typische mallorquinische Lebensgefühl erleben kannst.

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Welche Wanderhose ist die richtige für Dich?

Titelbild: © anilah / Fotolia