Vom „Hospitales“ zur Hütte

Hütten – oft sind sie das Ziel, hin und wieder ein notwendiger Schutz, doch generell sind sie vor allem eins: Ein Zuhause in den Bergen. Doch wie kam der Berg eigentlich zu seiner Hütte?

Während heute die Hütte eher als Unterkunft entlang einer Bergtour gedacht ist und mit Schmankerln den Wanderer anlockt, trug die Hütte in ihrer Ursprungsform noch den Namen „Hospitales“. In der Schweizer Bezeichnung „Hospiz“ für Schutzhütte ist diese namentliche Abstammung aus dem 14. Jahrhundert bis heute bekannt.

Seinerzeit waren Hospitales allerdings weniger Hütten wie man sie heute kennt. Es war nicht der Wirt, der einen freudig begrüßte, sondern viel mehr ein Seelsorger und der Blick aufs Gipfelmeer wurde durch die Kreuze der Friedhofsgräber verstellt. Die Hospitales füllten jene Lücke im karitativen Sektor, die mit der Säkularisierung der Klöster entstand. Sie übernahmen die Pflege von Alten und Kranken, boten diesen eine Unterkunft und waren in Folge im schlimmsten aller Fälle auch für die Bestattung derer zuständig.

Aus den Hospitales, die anfangs noch eher am Fuße der Berge zu finden waren, leiteten sich schließlich jene modernen Einrichtungen ab, die wir heute unter den Namen Krankenhaus, Sterbehospiz, Alten- und Pflegeheim kennen. Doch was hat das alles mit der urigen Berghütte, die man heute kennt, zu tun?

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Die wesentlichen Merkmale der Hospitales bestanden in der Aufnahme von Bedürftigen, die nach Schutz suchen, der Beherbergung und Speisung von Fremden. So in etwa ist es ja bis heute, schließlich ist eine Hütte eine Beherbergung. Im Laufe der Jahre wurden immer mehr Einrichtungen in den Bergen errichtet – als Zufluchtsort für Hirten, Forstarbeiter, Landvermesser, Säumer und Bergwerksknappen. So hat die Berghütte zu ihrer Bestimmung gefunden.

Mit der einsetzenden Erschließung der Alpen im 19. Jahrhundert wandelte sich die Hütte schließlich ein letztes Mal: Sie wurde zum touristischen Stützpunkt, zur schützenden Unterkunft für Abenteurer, Wanderer und hochalpine Bergsteiger. Und das ist sie bis heute.

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