Leidenschaft und Erfolg – wie das eine zum anderen führen kann und was das mit der Geschichte von Schöffel zu tun hat, das erzählt Dir unser Seniorchef:

Hubert Schöffel erinnert sich:

„Wenn ich mit 87 Jahren auf mein Leben zurückblicke, fühlt es sich an wie von einem Gipfel steil in die Tiefe zu blicken. Wer mich fragt, wieso ich vor genau 50 Jahren die Firma Schöffel auf die Sportbekleidung ausrichtete, lautet die einzig richtige Antwort: Aufgrund meiner Liebe zu den Bergen.

Mein Vater, der schon in den 30er Jahren aktives DAV-Mitglied war, hat mir diese von klein auf vermittelt. Er nahm mich bereits als Bub mit in die Berge, wie mit 13 Jahren zum Heilbronner Weg, einem der anspruchsvollsten Höhenwege in den Allgäuer Alpen.

Beeindruckende Begegnung

Später, als junger Mann, war ich Juniorchef im Einzelhandel meiner Eltern in Schwabmünchen und genoss die Freiheit, im Sommer jede Woche von Freitag bis Montag in den Bergen verbringen zu dürfen. Einmal im Jahr plante ich außerdem immer eine mehrwöchige Gebirgstour. Im August des Jahres 1953 führte mich meine Route durch das Ötztal. Mein erstes Etappenziel war die Breslauer Hütte. Dort hatte ich das große Glück auf Edmund Hillary zu treffen, dem knapp zwei Monate zuvor die Erstbesteigung des Mount Everest geglückt war. Was mich bis heute tief beeindruckt hat, ist die unglaubliche Bescheidenheit dieses Mannes – es war ihm fast unangenehm erkannt zu werden.

Gletschertouren in der Jugend

Im Rückblick war ich bei meinen Touren jugendlich sorglos. Felstouren ging ich alleine, nur für die Gletscher suchte ich mir unterwegs gerne auf den Hütten eine spontane Seilschaft. Von Gletscherschwund war damals noch keine Rede und wenn man ganz früh morgens, noch in der Dunkelheit startete, lief man wie auf Parkett. In meiner Erinnerung bleiben diese Gletschertouren mit die schönsten.

Das Bild, das beim Aufstieg auf die Weißkugel entstand, zeigt mich als 23-Jährigen und rechts daneben, einen meiner beiden Tagesgefährten. Den Lehrer aus Graz und seinen Sohn lernte ich am Vorabend auf dem Brandenburger Haus kennen. Nur zwei Minuten nachdem der Sohn die Aufnahme gemacht hatte, fiel der Vater in eine Gletscherspalte – ganz lautlos war er verschwunden und lediglich der Zug über das Seil an meinem Körper ließ mich den Absturz bemerken. Wir konnten ihn aber problemlos zu zweit herausziehen und erreichten kurze Zeit später den Gipfel, auf über 3.700 Metern Höhe. Anschließend kehrten wir wieder zu unseren Rucksäcken zurück, die wir am Bergfuß deponiert hatten.

Wichtige Erkenntnis

Für die Ausstattung galt früher „je schwerer, desto besser“: Genagelte Stiefel, gewalkte Strümpfe, Hosen aus breitem Trenkercord oder gewalktem Loden, ein imprägnierter Anorak aus schwerer Baumwolle und ein Lodenhut. Hinzu kam der gewaltige Rucksack, mit Getränken, Notverpflegung, Eispickel, Steigeisen und Gletscherbrille.

Die vielen Stunden und Tage, die ich in meiner Kindheit und Jugend in den Bergen verbringen durfte, ließen mich in den 60er Jahren erkennen, dass das Thema Outdoor, unterstützt durch die damalige Freizeitentwicklung, eine Marktlücke war. 1967 beschloss ich meinen bis dato kleinen Betrieb für Straßenhosen ganz auf Sport und Freizeit auszurichten. 1969 eröffneten wir eine neue Fabrik und bereits 1971 waren wir mit 272.000 produzierten Bundhosen Marktführer.

Zahlreiche Innovationen folgten und die Firma Schöffel Sportbekleidung prägte die Branche. Den Erfolg verdanke ich meiner Liebe zu den Bergen und meiner praktischen Erfahrung, die mit pionierhaften Neuheiten diesen Markt erschloss.“

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