Du suchst auch im Winter das perfekte Naturerlebnis? Dann sind Skitouren genau das richtige für Dich. Verschneite Wälder, lange Abfahrten mit feinstem Tiefschnee und Sonnenschein pur – ein Tag in den Bergen hält all das für Dich bereit. Wetter- und Lawinenkunde, Tourenplanung und Sicherheit: Wir erklären Dir in fünf Schritten, wie Dir der Einstieg in diesen wundervollen Sport gelingt.

INHALT
1. Beginn mit dem Training an der Piste
2. Sicherheit im Gelände
3. So packst Du Deinen Rucksack für eine Skitour
4. Kleine Wetterkunde: Lawinenlage und Tourenplanung
5. Die perfekte Skitouren-Bekleidung: Hauptsache atmungsaktiv

Der Trend von der Piste ins Gelände hält an. Der Deutsche Alpenverein (DAV) schätzt, dass allein in Deutschland 300.000 Skitourengeher aktiv sind. Naturnähe und Fitness rücken für Skifahrer immer mehr in den Vordergrund. Statt Après-Ski genießt der erschöpft-glückliche Tourengeher nach einem gediegenen Abendessen seinen wohlverdienten Schlaf.

Was unterscheidet Skitouren vom Alpinskifahren?

Beim Skitourengehen, das auch Skibergsteigen genannt wird, erklimmst Du auf Tourenski einen Berggipfel und fährst im unpräparierten Gelände wieder ab – quasi eine Wanderung mit Ski. Skitouren sind facettenreich: Ob ernsthafte Skidurchquerungen, Feierabendtouren an der Piste oder die Erkundung Deiner Hausberge auf Ski – der Sport hat einen ganz besonderen Reiz.

Beim Alpinskifahren geht es in erster Linie um die Abfahrt, weil der Transport nach oben in einer Gondel passiert. Beim Tourengehen kann schon der Weg nach oben das Ziel sein. Auch bei der Ausrüstung gibt es große Unterschiede. Tourenski unterscheiden sich in Bauweise, Material und Bindung von Alpinski. Wie Du den perfekten Tourenski für Dich findest, erläutern wir hier. Sobald Du Deine Ausrüstung parat hast, kann es losgehen – aber Vorsicht, eine Skitour ist kein reiner Sonntagsspaziergang. Wir erklären Dir, wie Du sicher unterwegs bist:

1. Beginn mit dem Training an der Piste

Skigebiet am Arlberg
Skigebiet am Arlberg | © AndiPu / Fotolia.com

Für Skitouren solltest Du gute Fahrkenntnisse im Skifahren – auch abseits der Piste – mitbringen. Eine Abfahrt auf der Piste unter Idealbedingungen unterscheidet sich grundlegend von einer in verspurtem Gelände, an vereisten Hängen und in Tiefschnee. Außerdem beanspruchst Du vor der Abfahrt Deine Beinkraft beim Aufstieg – diese Anstrengung solltest Du nicht unterschätzen.

Einsteigern ist daher angeraten, das Tourengehen erstmal auf der Piste zu üben. Hier kannst Du Kondition aufbauen, die Steighilfe je nach Steilheit des Geländes einsetzen lernen, mal neben der Piste andere Schneeverhältnisse ausprobieren sowie Spitzkehren und Querungen an (eisigen) Hängen üben. Die Spitzkehren setzt Du für den Richtungswechsel ein, was es Dir ermöglicht, auch extrem steiles Gelände zu meistern. Wie auch beim Wandern erklimmst Du eine steile Flanke nicht im Stechschritt geradeaus, sondern in Serpentinen. Du mäanderst entlang der Flanke von Seite zu Seite.

Zum Richtungswechsel stellst Du die Ski parallel zueinander, stabilisierst Dich durch die Stecken, hebst den Bergski an, drehst ihn um 180° und stellst ihn wieder parallel zum anderen Ski ab. Mit einem Kick, bei dem die Skispitze nach oben kippt, hebst Du den zweiten Ski an und drehst ihn ebenso um 180°, bis beide Ski wieder in dieselbe Richtung zeigen. Spitzkehren erfordern sehr viel Übung – und einen guten Gleichgewichtssinn.

Skitour in den Alpen
Skitour in den Alpen | © mmphoto / Fotolia.com

Pistentouren: Das solltest Du beachten

Pistentouren sind ein recht neues Phänomen. Es kommt bisweilen zu Konflikten mit Pistenfahrern und Betreibern von Skigebieten. Einige Skigebiete begegnen dem Trend mit gekennzeichneten Aufstiegsrouten und/ oder Benutzungsgebühren. Informiere Dich vorab, wie die Regelungen zu Tourengehen im Skigebiet Deiner Wahl sind.

Der DAV hat in Zusammenarbeit mit allen Interessenvertretern Gebote für Skitouren auf der Piste aufgeschrieben:

  • Aufstiege und Abstiege erfolgen auf eigenes Risiko
  • Aufstieg nur am Pistenrand und hintereinander; auf Skibetrieb achten
  • Vorsicht bei Kuppen, Engpassagen, Steilhängen und Vereisung; keine Querung in unübersichtlichen Bereichen
  • Warnhinweise beachten, Pistensperrungen respektieren
  • Vorsicht und Rücksichtnahme bei Pistenarbeiten; insbesondere bei Einsatz von Seilwinden besteht Lebensgefahr; Tipp: Tourengeherabende im Skigebiet nutzen
  • Frisch präparierte Skipisten nur in Randbereichen befahren
  • Schneehöhe berücksichtigen, damit Schäden an Pflanzen- und Bodendecke vermieden werden
  • Rücksicht auf Wildtiere nehmen; Hunde nicht auf Skipisten mitnehmen
  • Regelungen an den Parkplätzen beachten, Parkgebühren bezahlen, umweltfreundlich anreisen
  • Alpine Gefahren, besonders Lawinenhinweise beachten

2. Sicherheit im Gelände

Ein Lawinensuchhund kann Leben retten – ein LVS-Gerät aber auch. | © ed-foto.at / Fotolia.com

Neben Technik und Skitourenausrüstung musst Du Dich ausführlich mit dem Thema Sicherheit beschäftigen. Ein absolutes Muss ist ein Lawinenkurs vor Deiner ersten Skitour. Natürlich kannst Du auch mit einem kenntnisreichen Freund trainieren, aber bedürfnisgerechtes Fachwissen erlangst Du vor allem in einem Kurs des Deutsches Alpenvereins oder einer Skischule Deines Vertrauens.

Das Thema Lawinenverschüttetensuche ist von größter Bedeutung, denn trotz detaillierter Planung und Fachkenntnis kann es zu einem Lawinenabgang kommen. Um in einem solchen Fall gewappnet zu sein, musst Du Sicherheitsausrüstung bei Dir tragen. Dazu zählt zunächst ein LVS-Gerät (Lawinenverschüttetensuchgerät). Dieses ermöglicht es Dir, Ortungssignale an andere Tourengeher auszusenden und wiederum Signale anderer zu empfangen. Das LVS-Gerät trägst Du über der ersten Bekleidungsschicht – also Deiner langen Unterwäsche. Wenn Du es über Deiner Jacke trägst, kann es im Fall einer Verschüttung abgerissen werden.

Wichtig: Leg das LVS-Gerät an und schalte es auf Sende-Modus, sobald Du das Auto am Tourenparkplatz verlässt und behalte es an. Die Gefahr ist sonst zu groß, dass Du es vergisst. Die Batterien musst Du regelmäßig überprüfen. Der Batteriestand darf nicht unter 60% betragen. Vor der Tour ist ein LVS-Test mit den anderen Tourenteilnehmern erforderlich, um sicher zu gehen, dass alle Geräte zuverlässig Senden und Suchen. Außerdem gehören zur Standardausrüstung: eine Sonde zum Sondieren verschütteter Personen und eine Lawinenschaufel zum Ausgraben Verschütteter.

Ein Lawinenrucksack ist kein Muss, hat aber sicherlich seine Vorteile. Im Falle eines Lawinenabgangs ist die Wahrscheinlichkeit deutlich höher, dass Du geborgen werden kannst. Gerätst Du in eine Lawine, musst Du den jeweiligen Mechanismus auslösen. Durch das automatisierte Aufblasen der Luftpolster erreichst Du insgesamt ein größeres Volumen. Dadurch erlangst Du mehr Auftrieb und wirst in der Lawine nach oben gespült. Nachteil ist sein hohes Gewicht und der Fakt, dass Dir das Tragen des Lawinenrucksacks suggeriert, Du seist sicher. Dieses Sicherheitsgefühl ist jedoch trügerisch: Im Gelände gibt es keinerlei Sicherheitsgarantie! Sorgfältige Planung und regelmäßiger Check der Lawinensituation sind absolut unerlässlich. ( siehe Punkt 4)

3. So packst Du Deinen Rucksack für eine Skitour

© Netzer Johannes / Fotolia.com

Dein Rucksack ist Dein ständiger Begleiter. Für eine Tagestour empfiehlt sich ein Rucksack mit einem Volumen von 20 bis 40 Litern. Er sollte wetterfest, leicht zugänglich und auch mit Handschuhen bedienbar sein. Materialschlaufen ermöglichen den Transport von zusätzlicher Ausrüstung; ein breiter Bauchgurt und Brustgurt dienen der Fixierung des Rucksacks an Deinem Körper. Wichtig ist, dass Du den Rucksack selbst packst. Du solltest quasi blind wissen, wo sich Deine Ausrüstung befindet: Deine Schaufel und Sonde sollten mit einem Griff erreichbar sein und ein extra Paar Handschuhe sich ganz oben im Rucksack befinden. Ein weiterer Aspekt ist das Gewicht. Jedes Gramm zählt!

Folgendes gehört auf jeden Fall in den Rucksack für Deine Skitour:

  • Sicherheitsausrüstung (LVS-Gerät über der ersten Bekleidungsschicht am Körper tragen, Sonde, Schaufel)
  • Erste-Hilfe-Set und Biwaksack
  • Reparaturset für Ski und Bindung (Multitool oder Kreuzschlitzschraubenzieher, Kabelbinder, Antistoll-Wachs, Skiwachs, Tape, doppelseitiges Klebeband)
  • Tourenplan und Kartenmaterial, wenn nötig GPS-Gerät
  • Handy
  • Stirnlampe
  • Harscheisen (wenn Bedingungen es verlangen)
  • warme Handschuhe
  • Daunenjacke und wetterfeste Jacke
  • Wechsel-T-Shirt
  • Powerriegel, Schokolade oder getrocknete Früchte
  • heißer Tee

» Mehr Tipps zum Gewicht sparen bei Skitouren

4. Kleine Wetterkunde: Lawinenlage und Tourenplanung

Mit der richtigen Planung Gefahren minimieren | © Oliver Weber / Fotolia.com

Skitourengehen verlangt eine Menge Wissen von Dir ab. Vor einer jeden Tour solltest Du das Wetter checken. Ein Blick in den Lawinenlagebericht der jeweiligen Region ist unerlässlich. (» Bayern; » Österreich; » Tirol im Speziellen; » Schweiz )

Es gibt insgesamt fünf Stufen: von geringer (Stufe 1) bis sehr großer (Stufe 5) Lawinengefahr. Neben der Gefahrenstufe gibt der Lagebericht zusätzliche Informationen zum Schneedeckenaufbau, besonderen Gefahrenstellen und gefährdeten Hangrichtungen an. Mithilfe dieser Angaben entscheidest Du, ob und wie eine Tour durchführbar ist.

Die meisten Unfälle passieren übrigens bei Stufe 3, also bei mäßiger Lawinengefahr, weil keine umfassende Gefahr angezeigt ist. Bei Stufen 4 und 5 ist die Situation klar. Wer dann nicht über genügend Fachkenntnis verfügt, geht große Risiken ein. Bereits ein Tourengeher könnte hier schon eine Lawine auslösen, weil die Schneedecke Schwachstellen aufweist.

Herausforderungen während einer Skitour

Auf Deiner Tour warten weitere Herausforderungen auf Dich. Die richtige Spuren- und Routenauswahl setzen große Erfahrung und akribische Planung voraus. Als Einsteiger solltest Du Deine ersten Touren im Gelände mit erfahrenen Tourengehern planen und umsetzen. Denn auch die Art und Weise, wie Du Dich im Gelände fortbewegst, kann Gefahr maximieren oder minimieren. Im Winter kannst Du Dich nicht an markierten Wegen orientieren, auch Spuren vom Vorgänger können schnell vom Wind verblasen werden. Kartenmaterial und/ oder die Eingabe Deiner Route in ein GPS-Gerät können Dir die Routenfindung erleichtern.

Respekt vor Wildtieren wie Gämsen und Schneehühnern | © Renzo / Fotolia.com

Neben der Gefahrenminimierung gilt es auch, die Natur zu schützen. Immerhin dringst Du in Lebensräume wilder Tiere ein und könntest deren Lebenszyklus, also ihren Winterschlaf, empfindlich stören. Auch das Aufscheuchen von Tieren ist ein schwerwiegender Eingriff in ihren Biorhythmus, weil sie im Winter durch weniger Bewegung Energie sparen – dieser Effekt wäre dann verpufft. Der DAV hat hierzu Regeln entworfen, wie Skitouren gehen im Gelände naturverträglich vonstatten gehen kann. Ein Auszug:

  • Markierungen, Hinweise und Routenempfehlungen des DAV-Projektes „Skibergsteigen umweltfreundlich“ beachten.
  • Schutz- und Schongebiete für Pflanzen und Tiere respektieren, Lärm vermeiden.
  • Lebensräume erkennen: Wildtieren möglichst ausweichen, sie nur aus der Distanz beobachten, Futterstellen umgehen, Hunde anleinen.
  • Touren mit Führern und Karten planen, die das DAV-Gütesiegel „Naturverträgliche Skitouren/Wintertouren“ tragen.

» Tipps zur richtigen Skitour-Verpflegung

5. Die perfekte Skitouren-Bekleidung: Hauptsache atmungsaktiv

Skitourengehen macht zweifelsohne Spaß – aber nur mit der richtigen Bekleidung. Beim Aufstieg ist der Sport äußerst schweißtreibend, am Gipfel und bei der Abfahrt zugig. Deine Bekleidung muss sozusagen den Spagat zwischen Atmungsaktivität und Winddichtigkeit schaffen – und Dich wärmen, wenn Du es Dir wünschst. Wir haben die richtigen Produkte für Dich! Allesamt bestechen sie durch geringes Gewicht und Packmaß.

Außerdem sind alle folgenden Jacken mit unserer ZipIn! Funktion ausgestattet: Damit kannst Du die gewünschte Innenjacke einfach in die ZipIn! Außenjacke einzippen – und bist für jedes Wetter gerüstet. Deinem Skitourenabenteuer steht nichts mehr im Weg!

Titelbild: © dolomites-image / Fotolia