Die Kuhglocken hallen weit durchs Tal, in niederen Lagen schmelzen die Schneefelder unter der intensiven Frühlingssonne und Blütenteppiche ziehen sich über die Berghänge: Es ist Frühling in den Bergen! Die Natur erwacht aus ihrem Winterschlaf und läutet die Wandersaison in den Bergen ein. Wer lässt sich da schon zweimal bitten?

Aber welche Hütten sind im Frühjahr bereits für eine Wanderung oder Hüttentour geeignet? Und worauf sollte man bei einer Wanderung im Frühling in den Alpen achten? Hol Deine Wanderschuhe aus dem Keller, wir nehmen Dich mit auf frühlingshafte Touren in die Alpen und stellen Dir 6 tolle Hütten vor:

INHALT
So starten DAV-Hütten in die Wandersaison
Frühling in den Alpen: Was Du bei Wanderungen im Frühjahr beachten musst
Frühling in den Alpen: Bayerische Voralpen
Frühling in den Alpen: Allgäuer Alpen
Frühling in den Alpen: Ammergauer Alpen
Karte

Frühling in den Alpen:
So starten DAV-Hütten in die Wandersaison

Die Hütten-Infrastruktur in den Alpen ist sehr gut ausgebaut. Der Almauftrieb, bei dem die Kühe gemütlich auf ihre Sommerweide spazieren, läutet den Beginn der Almbewirtschaftung ein und größtenteils auch die Eröffnung der Hüttensaison. Je nach Höhenlage geschieht das zwischen Anfang Mai und Ende Juni (meist in der Zeit um Pfingsten).

Almen sind Sommerweidegebiete, die über 1.000 Meter hoch liegen und wirtschaftlich genutzt werden. Sie entstanden schon im 12. und 13. Jahrhundert durch Rodung. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden aber auch Hütten als Almen bezeichnet, auf denen man während einer Tour einkehrt.

Der Almauftrieb läutet auch die Hüttensaison ein. | © Alkimson / Fotolia.com

Insgesamt gibt es mehr als 1.300 Schutzhütten und Biwakschachteln im gesamten Alpenraum. Diese werden von den Sektionen der Alpenvereine unterhalten. Einige der Hütten sind lediglich für Selbstversorger gedacht. Den Schlüssel dieser Hütten erhalten Alpenvereinsmitglieder in der Regel bei der jeweiligen Sektion.

  • Der Deutsche Alpenverein (DAV) betreibt insgesamt 323 Alpenvereinshütten, davon sind 195 bewirtschaftet; weitere 67 sind Selbstversorgerhütten oder Biwaklager.
  • Rund 20.500 Betten stehen zur Verfügung, insgesamt gibt es rund 750.000 Übernachtungen pro Jahr.
  • Die kleinste Hütte, die Rojacherhütte (Hohe Tauern), hat 9 Schlafplätze.
  • Die größte Hütte, die Rappenseehütte in den Allgäuer Alpen, hat hingegen 304.
  • Die höchstgelegene Hütte des DAV ist das Brandenburger Haus (Ötztaler Alpen) mit 3.277 Metern.
  • Die höchstgelegene Hütte im Alpenraum ist die Margherita Hütte im Monte Rosa in der Schweiz. Sie liegt auf 4.554 Metern Höhe.
  • Die neuste DAV-Hütte ist die Höllentalangerhütte im Wettersteingebirge auf 1387 Meter.
  • Die außergewöhnlichste Hütte ist wahrscheinlich die Berliner Hütte (2.042 m), ein Prachtbau aus der Gründerzeit mitten im Zillertal. 1879 erbaut, verfügte sie bis in die 30er-Jahre über ein eigenes Postamt, hatte die erste Telefonleitung im hinteren Zillertal und eine Schuhmacherwerkstatt für die Bergsteiger.
  • Eine der spektakulärsten Hütten ist die Tegernseer Hütte (1650 m), die wegen ihrer exponierten Lage auch “Adlernest” genannt wird. Sie liegt auf einem Felssattel zwischen Roß- und Buchstein mit freiem Blick über das Tal.

Faszination Hüttenwanderung

Nicht nur mehrtägige Hüttentouren sind ein ganz besonderes Erlebnis. Auch eine Tageswanderung mit einer tollen Berghütte als Ziel ist unbedingt zu empfehlen. Die Hütte ist Dein sicherer Hafen, in den Du mit müden Beinen und großem Hunger einkehrst.

Die DAV-Hütten reichen von kleinen, urigen Holzhütten bis hin zu riesigen Neubauten (wie zum Beispiel die Höllentalanger-Hütte im Zugspitzgebiet), die nach ökologischen Standards errichtet und betrieben werden.  Möchtest Du dort auch übernachten, findet die Unterbringung zumeist in Bettenlagern statt. Allerdings gibt es in einigen Hütten auch Doppelzimmer. Die Verpflegung ist zünftig und regional.

Frühling in den Alpen:
Was Du bei Wanderungen im Frühjahr beachten musst

© jacf5244 / Fotolia

Die ersten Wander-Ausflüge im Frühjahr über etwa 1.500 Höhenmeter sind noch nicht schneefrei. Das wirst Du schnell merken. Daher solltest Du unbedingt folgendes beachten:

  • Auswahl Deiner Tour: Wähle im besten Fall südseitige Touren aus, weil hier die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass der Schnee abgetaut ist.
  • Wetterbericht lesen: Essentiell bei jeglichen Unternehmungen, um mögliches Gewitterrisiko und unangenehme Wetterumschwünge für Deine Tour auszuschließen.
  • Erstmal gemütlich starten: Mit Deiner ersten Tour solltest Du nicht gleich zu anspruchsvoll einsteigen. Dein Körper muss sich auf die besondere Belastung erst einstellen.
  • Hütte offen?: Informiere Dich über den Saisonstart Deiner Hütte im Vorfeld.
  • Aktuelle Situation beachten: Gibt es noch Altschneefelder, was berichtet der Hüttenwirt bzw. andere Wanderer, die auf der Route unterwegs waren? Ist die Route vielleicht sogar gesperrt wegen Lawinengefahr oder ähnlichem?
  • Altschnee: Triffst Du auf steile Altschneefelder in Flanken ist absolute Vorsicht geboten! Die Rutschgefahr ist immens. Nutze Stecken, um Dich zu stabilisieren, schlage zur Not Trittstufen in den Schnee, um Dich sicher fortzubewegen. Grödel (reduzierte Steigeisen, die Du auch über einfache Wanderschuhe ziehen kannst), gehören sicherheitshalber in Deinen Rucksack.
  • Wanderschuhe: Tragt Schuhe mit gutem Profil! Die Wege können rutschig sein und auch auf Schnee geht es sich so besser.
  • Webcams: Checke, ob in Deinem Gebiet Webcams installiert sind. Damit kannst Du Dir einen Überblick über die aktuelle Situation verschaffen.
  • Tourenbeschreibung: Achte darauf, auf den Winterwegen zu bleiben und Abstecher in Steige und dergleichen zu meiden.
  • Allgemeine Gebote: Bleib auf den markierten Wegen, leg regelmäßig Trinkpausen ein, hinterlasse keinen Müll, achte auf Deine innere Stimme, was Deine Kondition angeht und geh sorgsam mit den Ressourcen auf der Hütte um (Stichwort Wasserverschwendung).
  • Warme Bekleidung: Lass Dich von der Frühlingssonne nicht täuschen. Es wird schnell zugig und kühl. Eine wärmende Jacke, zum Beispiel eine Ventloft oder Fleecejacke, gehört unbedingt in Deinen Rucksack.

Mit unseren Tipps im Gepäck kannst Du Dich nun auf den Weg machen. Wir stellen Dir die schönsten Frühlingstouren mit Hütteneinkehr vor:

Frühling in den Alpen:
Wandern in den Bayerische Voralpen

Sanfte Hügelandschaft in Lenggries. | © jdeshadaim / Fotolia.com

Die Bayerischen Voralpen eignen sich besonders gut für Frühjahrstouren, weil die Gipfel eine Höhe von 2.000 Metern nicht überschreiten. Natürlich kannst Du auch hier auf Altschneefelder treffen, aber mit kluger Tourenauswahl schließt Du „gefährdete“ Berge gezielt aus. Beliebte Wandergebiete im Voralpengebiet findest Du rund um Murnau, Kochel am See, Bad Tölz, Rosenheim, Garmisch-Partenkirchen, Spitzingsee und Tegernsee-Schliersee.

Die Lenggrieser Hütte (1.338 m) ist vor allem bei Familien sehr beliebt, weil sie sehr einfach erreichbar ist. Die Berghütte liegt westlich des Seekarkreuzes und gegenüber des Braunecks. Von der Sonnenterrasse aus genießt Du einen Panoramablick auf Wettersteingebirge und Karwendelgebirge. Die Hütte ist ganzjährig geöffnet. Von der Hütte aus kannst Du u.a. das Seekarkreuz (1.601 m, 45 Minuten), den Fockenstein (1.564 m, zweieinhalb Stunden) oder den Schönberg (1.621 m, eine Stunde) besteigen.

  • Startpunkt: aus Richtung Lenggries immer Richtung „Hohenburg“, dann geradeaus bis zum Wanderparkplatz am Ende der Straße
  • Route: Du legst etwa 650 Höhenmeter zurück.
  • Dauer: Aufstieg zwei Stunden, für den Abstieg ein und Dreiviertel Stunden.
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Auch schön ist eine Tour zum Brünnsteinhaus (1.342 m), das bei Oberaudorf gelegen ist. Von der Hütte aus hast Du einen schönen Blick über das östliche Mangfallgebirge und einen einmaligen Blick auf den Wilden Kaiser – aber auch auf die hohen Gletscherberge des Alpenhauptkammes. Eine Sonnenterrasse lädt zum Verweilen ein. Der Gipfel des Brünnstein kann innerhalb von 30 bis 45 Minuten ab dem Haus erreicht werden. Auf- und Abstieg erfolgt über die oberen Teile der Gießenbachklamm in schöner Natur.

  • Startpunkt: Ab Kiefersfelden in der Ortsmitte rechts nach „Breitenau“ abbiegen und dann der Straße zum Wanderparkplatz folgen.
  • Route: Du legst 650 Höhenmeter zurück.
  • Dauer: Der Aufstieg dauert etwa 2,5 Stunden, der Abstieg 1,5 Stunden.
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Frühling in den Alpen:
Wandern in den Allgäuer Alpen

Allgäuer Alpen | © Dozey/ Fotolia.com

Die Allgäuer Alpen sind Teil der Bayerischen Alpen sowie Nördlichen Ostalpen. Der höchste Gipfel ist der Große Krottenkopf mit 2.656 Metern. Das Gebirge liegt östlich des Bodensees und erstreckt sich über Gebiete in Deutschland und Österreich. Charakteristisch für die Allgäuer Alpen sind die steilen Grasberge mit einem Neigungswinkel von bis zu 70 Grad. Die Flora gehört zu den vielfältigsten der ganzen Alpen.

Das Staufner Haus (1.634 m) ist für Ausflüge mit der ganzen Familie geeignet. Die Hütte liegt in der Nagelfluhkette in den Allgäuer Alpen und ist Ausgangspunkt für Bergwanderungen auf die Gipfel Rindalphorn und Hoher Häderich. Talort ist Steibis in Bayern. Ihre Lage am Hang knapp unterhalb des Hochgratgipfels offenbart einen tollen Blick auf den Bodensee. Die Wanderung ist sehr abwechslungsreich und Du genießt tolle Aussichten aufs umliegende Land. Wer die Anstrengung eines Aufstiegs scheut, nimmt die Hochgratbahn und steigt von der Gipfelstation 80 Meter zur Hütte ab.

  • Startpunkt: Talstation Hochgratbahn in Oberstaufen
  • Route: Du überwindest 800 Höhenmeter und 5,6 Kilometer.
  • Dauer: Der kürzeste Aufstieg dauert zwei Stunden.
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Die Grüntenhütte (1.477 m) liegt unterhalb des Grünten-Gipfels und ist zu Fuss und mit dem Mountainbike über eine kleine, asphaltierte Straße zu erreichen. Von der großen Sonnenterrasse hast Du tolle Blicke ins Alpenvorland, auch Gipfel der Ammergauer, Lechtaler und Allgäuer Alpen wie die Zugspitze und Hochvogel sind zu sehen. Highlight ist der Witz-Wanderweg, auf dem am Wegesrand Schilder mit witzigen Sprüchen angebracht sind. Der Weg dauert etwa eine Stunde. Eine Einkehr in der Hütte bietet sich an. Ein tolles Gipfelziel stellt der Grünten (1.738 m) dar. Geradezu majestätisch überblickt er das Allgäu. Wegen seiner markanten Lage wird er auch „Wächter des Allgäus“ genannt.

  • Startpunkt: Ab Kranzegg Beschilderung Richtung Parkplatz der Kammeregg-Alpe (1.130 m) folgen.
  • Route: Du legst zur Hütte etwa 350 Höhenmeter zurück.
  • Dauer: Weg zur Hütte dauert etwa eine Stunden. Mit Zustieg zum Grünten (1.738 m) dauert die Tour insgesamt 4,5 Stunden.
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Frühling in den Alpen:
Wandern in den Ammergauer Alpen

Wandern in den Ammergauer Alpen | © outdoorpixel / Fotolia.com

Die Ammergauer Alpen sind eine der schönsten Gebirgsabschnitte in den Alpen. Dreiviertel der Fläche befindet sich in Bayern. Mitten im Gebirge entspringt der namensgebende Fluss Ammer. Der höchste Gipfel im Ammergebirge ist mit 2.340 Metern der Daniel. Obwohl das Gebirge verhältnismäßig wenig besiedelt ist, findest Du hier bedeutende Sehenswürdigkeiten wie die Königsschlösser Neuschwanstein und Linderhof, das Kloster Ettal sowie die Wieskirche. Wanderungen in den Ammergauer Alpen hat etwas Ursprüngliches, weil die Hütteninfrastruktur relativ gering ist und vor allem Einheimische hier unterwegs sind.

Die Brunnenkopfhäuser (1.602 m) befinden sich oberhalb des bekannten Phantasiegebäudes „Schloss Linderhof“, das König Ludwig im 19. Jahrhundert erbauen ließ. Falls Du Deine Tour mit ein wenig Kultur aufpeppen willst, ist ein Besuch im Schloss empfehlenswert. Ansonsten wartet die Tour zur Brunnkopfhütte mit wunderschönen Aussichten und einem kleinen Gipfelerfolg auf. Du erreichst die Hütte übrigens über den ehemaligen königlichen Reitweg. Auf der Hütte angelangt, lädt die Sonnenterrasse zu einem kühlen Getränk ein. Den felsigen Gipfel des Brunnenkopfes erklimmst Du in wenigen Minuten über einen Weg hinter der Hütte.

  • Startpunkt: Schloss Linderhof (gebührenpflichtiger Parkplatz) via Ettal
  • Route: 712 Höhenmeter, 10,3 k
  • Dauer: rund 6 Stunden
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Die Stepbergalm (1.592 m) ist unvergleichlich schön gelegen. Von der Sonnenterrasse hast Du einen grandiosen Blick auf das beeindruckende Zugspitzmassiv und den Jubiläumsgrat. Frische Produkte wie Butter, Milch und Topfen werden auf der Alm selbst hergestellt. Beliebte Tourenziele sind der Hohe Ziegspitz (1.864 m), der Kramerspitz (1.983 m) und der Hirschbichel (1.935 m). Diese Ziele erreichst Du von der Stepbergalm in maximal 1,5 Stunden.

  • Startpunkt: Berggasthof Almhütte in Garmisch, der übrigens auch zu einer Einkehr einlädt.
  • Route: über den Kreuzweg legst Du 800 Höhenmeter zurück.
  • Dauer: circa zwei Stunden
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Das perfekte Outfit für eine Wanderung im Frühjahr

Der Frühling in unseren Breitengraden schreit geradezu nach einem Begleiter, den Du auf keiner Tour daheim lassen solltest: Eine Regenjacke. Am besten super leicht und klein verpackbar, so dass Du sie problemlos in Deinem Rucksack verstauen kannst.

Unsere super-leichten Venturi Jacken schützen Dich zuverlässig vor Wind und Regen und überzeugen außerdem durch ihre Atmungsaktivität. Die ersten Touren im Frühling, die möglicherweise noch an Deiner Kondition nagen, können dem Klima in Deiner Jacke nichts anhaben:

» Venturi Jacket Neufundland1 für Damen
» Venturi Jacket Toronto1 für Herren

Außerdem solltest Du mindestens eine warme Lage dabei haben, damit Du bei auffrischendem Wind warm bleibst. Ein Fleece wärmt zuverlässig und besticht durch einen hohen Feuchtigkeitstransport:

» Fleece Jacket Leona1 für Damen
» Fleece Jacket Cincinnati1 für Herren

Unsere Zip-Outdoorhosen sind besonders praktisch, weil Du Dich auf verschiedene Wetterbedingungen einstellen kannst. Heiß oder kalt, kurz oder lang. Mit unseren Zip-Hosen musst Du Dich am Morgen nicht entscheiden, in welcher Hose Du Dich am Tag wohler fühlen wirst – Du hast einfach immer beides dabei:

» Pants Engadin Zip Off für Damen 
» Pants Koper Zip Off für Herren 

Karte

Frühling in den Alpen: Die schönsten Frühjahrstouren mit Hütteneinkehr

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Lenggrieser Hütte: 47.651567, 11.631285
Brünnsteinhaus: 47.644719, 12.098415
Staufner Haus: 47.491618, 10.069313
Grüntenhütte: 47.562338, 10.330625
Brunnenkopfhäuser: 47.581505, 10.927534
Stepbergalm: 47.510012, 11.022034

Titelbild: © suteracher / Fotolia