Oben bleiben und in die Wanderverlängerung gehen – so lautet die Devise. Wir haben für Dich 3 schöne Hüttentouren mit ein bis zwei Hüttenübernachtungen in urigen Berghütten zusammengestellt: zum Ausprobieren für Mehrtages-Einsteiger, für Familien mit Kindern und ambitionierte Wanderer.

INHALT

↓ Für Einsteiger: 3-Seen-Tour in der Tegernsee-Schliersee-Region
↓ Für Familien mit Kindern: Steinbocktour durch die Allgäuer Alpen
↓ Für ambitionierte Bergwanderer: Rauf auf die Zugspitze

 

Faszination Hüttenwanderung

Auf Wandertour von Hütte zu Hütte kannst Du Dich ganz aufs Wesentliche konzentrieren: die Landschaft, das Gehen und auf Dich selbst. Du wirst eins mit der Natur, wenn Murmeltiere pfeifend ihre Familienmitglieder warnen, neugierige Kühe Dir ihre Schnauze entgegenstrecken und Bergdohlen ihre großen Kreise über Dir ziehen. Das ist die Faszination Hüttenwanderung.

Am Etappenziel angekommen, kannst Du Dich ganz dem süßen Nichtstun hingeben, denn Du musst nicht die letzte Bahn ins Tal erwischen, Du bleibst einfach da, Du bleibst oben. Ein leckeres Vesper auf der Hüttenterrasse und dazu vielleicht noch das Glück, einen einzigartigen Sonnenuntergang in den Bergen mitzuerleben – das ist ein ganz besonderer Luxus. Pur, einfach, reduziert.

Wenn Du bereits Erfahrungen bei Hüttenwanderungen im Alpenvorland gesammelt hast, wegloses Gelände Dich nicht aus der Bahn wirft, und auch ein Rucksack mit rund 10 Kilogramm Dich nach 5 Stunden Tragezeit nicht in die Knie zwingt, dann kannst Du die nächste Wanderstufe erklimmen und Deine erste Mehrtagestour mit Hüttenübernachtung in den Bergen planen. Hier drei Vorschläge für Hüttenurlaube: Lass Dich inspirieren und geh‘ in die Verlängerung…

1. Hüttentour für Einsteiger: 3-Seen-Tour in der Tegernsee-Schliersee-Region

Blick vom Gipfel des Jägerkamp auf den Schliersee
Blick vom Gipfel des Jägerkamp auf den Schliersee | © Wolfgang Zwanzger / Fotolia

Diese dreitägige Tour mit Hüttenübernachtung auf der Schönfeldhütte und der Albert-Link-Hütte ist die ideale Einsteiger-Mehrtagestour für Genusswanderer. Sie ist perfekt als erste Hütten-Mehrtagestour für erfahrene Wanderer geeignet. Dich erwartet ein traumhaftes Panorama mit den drei „See-Schönheiten“: Schliersee, Spitzingsee und Tegernsee. Zudem ist der Ausgangspunkt ideal mit Bus und Bahn erreichbar.

1. Etappe:
Spitzingsattel – Schönfeldhütte mit Gipfelmöglichkeit auf den Jägerkamp, (1746 m)

Ganz gemütlich geht es am ersten Tag vom Spitzingsattel (Bushaltestelle) über einen schattigen Bergwald und weites Almgelände auf guten Wegen zur Schönfeldhütte. Die Gehzeit beträgt nur ca. 1 Stunde.

Tipp:
Wenn Du magst, kannst Du ab der Hütte mit leichtem Gepäck noch auf den nahegelegenen Gipfel des Jägerkamps (1746 m) steigen.

Die Hütte:
Lieblich gelegen inmitten herrlicher Almwiesen. Hier kannst Du exzellent vom Alltag abschalten. Die Schönfeldhütte trägt das DAV Gütesiegel „So schmecken die Berge“, es kommen vornehmlich regionale Produkte auf den Hüttentisch.

2. Etappe:
Schönfeldhütte über Taubenstein zur Rotwand und weiter zur Albert-Link-Hütte (1053 m)

Die heutige Etappe ist mit gut 14 Kilometern und knapp 840 Höhenmetern im Auf- und 1209 Höhenmeter im Abstieg schon eine Herausforderung. Aber mit einem guten Frühstück und den tollen Pause-/Jause-Stationen Taubensteinhaus und Rotwandhaus schaffst Du auch diese konditionsintensive Tagesetappe.

Tipp:
Du kannst den Rotwand-Gipfel auslassen. Damit sparst Du Dir immerhin 150 Höhenmeter bergauf und -ab sowie 1 Stunde Gehzeit.

Die Hütte:
Mit einem Wort: Lecker! Vom selbstgebackenen Brot bis zum „Selbst-geräucherten“ … Lass Dich vom Hüttenteam der Albert-Link-Hütte verwöhnen. Du hast es Dir verdient.

3. Etappe:
Albert-Link-Hütte zum Bodenschneid-Gipfel nach Enterrottach

Heute erwartet Dich noch einmal ein grandioser Berg-Tag mit Luxus-Ausblicken, denn vom Gipfel des 1667 Meter hohen Bodenschneid hast Du einen fantastischen Blick auf das glitzernde Wasser des Tegernsee.

Tipp:
Auf der unteren Firstalm kannst Du bei einer leckeren Brotzeit noch einmal die Energiespeicher für den Gipfelanstieg auffüllen.

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Hüttentour: 3-Seen-Tour

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Schönfeldhütte (1410 m): 47.665041, 11.906433
Albert-Link-Hütte (1053m): 47.654577, 11.886950

Mehr Infos

  • Für wen:
    Bergwanderer mit guter Kondition und ausreichender Wandererfahrung von Tagestouren im Alpenvorland, Trittsicherheit. Für Familien geeignet.
  • Schwierigkeit:
    2/5
  • Kondition:
    3/5
    (Gehzeiten pro Tag bis 6,5 Stunden ( zwischen 350 (ohne Gipfel am 1. Tag ) und 1200 Höhenmeter im Auf- und Abstieg. Der 2. Tag kann um 150 Höhenmeter „entschärft“ werden.)
  • Beste Zeit:
    Mai bis Oktober

Alle wichtigen Informationen zu den Etappen findest Du hier:

2. Hüttentour Allgäu für Familien mit Kindern: Steinbocktour durch die Allgäuer Alpen

Steinbock-Gruppe in den Allgäuer Alpen | © Michael / Fotolia

Diese erlebnisreiche Hüttenwanderung im Allgäu mit Übernachtung auf der Fiderepass-Hütte und der Mindelheimer Hütte eignet sich prima für Familien mit Kindern, die bereits alpine Grundkenntnisse und Bergwandererfahrung haben. Unterwegs kannst Du mit ein bisschen Glück Steinböcke und Murmeltiere aus nächster Nähe beobachten.

1. Etappe:
Fellhornbahn Mittelstation (Station Schlappoldsee) zur Fiderepass-Hütte (2.070 m)

Über die Obere Bierenwangalpe und Kühgundalpe geht es zur Fiderepass-Hütte auf 2.070 Meter Höhe.

Die Hütte:
Auf dem Fiderepass mit der gleichnamigen Hütte kommen die Steinböcke teils ganz nah ans Berghaus, so dass Du die stolzen Bergbewohner in aller Ruhe beobachten und fotografieren kannst.

2. Etappe:
Fiderepass-Hütte über Krumbacher Höhenweg zur Mindelheimer Hütte (2.013 m)

Anstelle des parallel verlaufenden Mindelheimer Klettersteigs nimmst Du mit Deinen Kindern den vergleichsweise einfachen Krumbacher Höhenweg, der Dich aussichtsreich vom Fiderepass zur Mindelheimer Hütte, 2013 m, führt.

Die Hütte:
Hoch über dem Rappenalptal liegt die Alpenvereinshütte mit Öko-Logo und Vorbildcharakter. Dank cleverer Tüftler wird unter anderem Solarenergie genutzt und mit einem Pflanzenöl-Blockheizkraftwerk geheizt.

3. Etappe:
Mindelheimer Hütte – Abstieg zur Fellhornbahn Talstation

Heute heißt es schon wieder Abschied nehmen. In ca. 4 Stunden führt Dich einer der schönsten Panoramawege wieder zurück ins Tal zum Ausgangspunkt.

Tipp:
Du kommst über den malerisch gelegenen Guggensee: Ideal für eine erfrischende Pause an heißen Sommertagen.

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Hüttentour: Steinbocktour in den Allgäuer Alpen

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Fiderepass-Hütte (2070 m): 47.314446, 10.212135
Mindelheimer Hütte (2013 m): 47.291223, 10.194712

Mehr Infos

  • Für wen:
    Bergwanderer mit alpinen Grundkenntnissen, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Deine Kinder müssen ebenfalls Bergwandererfahrung haben.
  • Schwierigkeit:
    3/5
  • Kondition:
    2-3/5
    (Gehzeiten von 3 bis 5 Stunden (Gehzeit Kinder: ungefähr 1,5-fache Zeit rechnen), pro Wandertag zwischen 400 und 600 Höhenmeter im Auf- und Abstieg, letzter Tag 1057 Höhenmeter Abstieg nach Oberstdorf)
  • Beste Zeit:
    Juni bis Oktober

Alle wichtigen Informationen zu den Etappen findest Du hier:

  • 1. Etappe
  • 2. Etappe
  • 3. Etappe (Auf der Hütten-Homepage findest Du wichtige Informationen und Wegnummern, die Dir helfen den richtigen Weg ins Tal zu finden.)

3. Hüttentour für ambitionierte Bergwanderer: In 2 Tagen auf die Zugspitze

Der höchste Punkt Deutschlands: Der Zugspitz-Gipfel | © fujipe / Fotolia

Kurz und knackig: Diese Zwei-Tages-Tour mit Übernachtung auf der Reintalangerhütte ist nur für geübte Bergwanderer mit Alpinerfahrung. Hier bist Du auf dem alten Weg zur Zugspitze unterwegs. Mit stolzen 2.964 Metern kratzt Du schon fast an der magischen 3.000er-Marke – höher hinaus geht in Deutschland nicht.

1. Etappe:
Garmisch-Partenkirchen – Partnachklamm – Bockhütte – Reintalangerhütte (1.366 m)

Ein langer Wandertag mit fast 14 Kilometern und gut 600 Höhenmetern bergauf sind zu absolvieren, aber dafür auf leichten, abwechslungsreichen Wegen.

Tipp:
Nutze die frühen Morgenstunden, dann hast Du die Partnachklamm ganz für Dich allein und kannst in ruhe die mystisch anmutenden natürlichen Wasserspiele bestaunen.

Die Hütte:
Am „Lido“ (Strand) vor der Hütte kannst Du Dich in der Partnach abkühlen und Kraft tanken für die Gipfeletappe.

2. Etappe:
Reintalangerhütte über Knorrhütte auf die Zugspitze (2.964 m)

Ein langer kraftzehrender Tag mit knapp 1.600 Höhenmetern im Aufstieg liegt vor Dir. Nach gut 2 Stunden kommst Du zur Knorrhütte – ideal für ein zweites Frühstück. Am Münchner Haus hast Du es dann fast geschafft. Nur noch wenige Höhenmeter trennen Dich von Deutschlands höchstem Gipfel. Für den Abstieg lässt Du Dich von der Zugspitzbahn bequem ins Tal „chauffieren“.

Tipp:
Heute bekommst Du keinen Schatten, an heißen Tagen am Besten in der Morgendämmerung loswandern. Schirmmütze und Sonnencreme nicht vergessen.

Verlängerung:
Du hast noch Lust auf mehr? Dann kannst Du die 2. Etappe verlängern und wieder zur Knorrhütte absteigen. Von dort geht es dann am 3. Tag wieder hinab nach Garmisch-Partenkirchen.

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Hüttentour: Zugspitze

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Reintalangerhütte (1369 m): 47.405146, 11.035423

Mehr Infos

  • Für wen:
    Bergwanderer mit alpiner Erfahrung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Drahtseilversicherte Passagen und einfache Kletterei machen Dir nichts aus. Du befindest Dich in hochalpinem Gelände.
  • Schwierigkeit:
    4/5
  • Kondition:
    4-5/5
    (Gehzeiten 5 bis 6 Stunden pro Tag. Insgesamt machst Du gut 2.200 Höhenmeter (600 am 1. Tag, 1.600 Höhenmeter am 2.Tag im Aufstieg)
  • Beste Zeit:
    Juli bis September

Alle wichtigen Informationen zu den Etappen findest Du hier:

  • 1. Etappe
  • 2. Etappe (inkl. Abstieg zur Knorrhütte, falls Du die Tour verlängern möchtest)

Expertentipp von Herbert Streibel (staatl. geprüfter Berg- und Skiführer):

„Dein Rucksack sollte auf Mehrtagestouren nicht mehr als 10 Kilo wiegen. Regen- und Wärmejacke sind auch im Hochsommer ein MUSS und gehören in jeden Rucksack genauso wie eine kleine Rucksackapotheke inklusive Rettungsfolie.“

Titelbild: © janoka82 / Fotolia