Mit diesen 10 Tipps bist Du perfekt vorbereitet für Deine erste Übernachtung auf einer Berghütte. Von A wie Auswahl der Hütte bis Z wie interessante Zahlen rund um Dein neues Übernachtungsdomizil. Bist Du bereit für Deine erste Nacht in den Bergen?

Das Leben auf Berghütten ist auch im 21. Jahrhundert noch weitestgehend reduziert aufs Wesentliche. Die Uhren ticken im Gebirge anders und eine Hüttentour ist nach wie vor ein besonderes Erlebnis – genau darin liegt für viele Wanderer der Reiz. Wir haben für Dich 10 Tipps zusammengestellt, die Dir helfen sollen, Dich so gut wie möglich auf Deine erste Hüttenübernachtung vorzubereiten und wünschen jetzt schon mal eine „Gute Nacht“.

1.) Die Auswahl der Berghütte

Möchtest Du eine gemütliche Wanderung machen, oder bist Du ein ambitionierter Bergwanderer? Je nachdem kannst Du Hüttenlage, -ausstattung und -zustieg anpassen. Als Faustregel gilt: Je alpiner der Zustieg und exponierter die Hüttenlage, desto einfacher die Hüttenausstattung.

2.) Die Planung der Hüttentour

Möchtest Du ein neues Gebiet entdecken, dann informiere Dich über die Wegbeschaffenheiten. Oft gibt es mehrere Zustiegs-Varianten, vom einfachen Weg bis zum anspruchsvollen Steig inklusive Kletterpassagen. Kartenmaterial und GPS-Koordinaten sind hier wertvolle Hilfsmittel. Auch die Hüttenwirte geben Dir gerne telefonisch Auskunft.

3.) Die Reservierung der Berghütte

Hüttenübernachtung: Taschachhaus im Pitztal
© JansFotos / Fotolia

Deine Tour steht fest? Dann reserviere am besten frühzeitig die notwendigen Schlafplätze auf der Hütte. Gebe die genaue Personenzahl durch, vereinbare ob Du Halbpension möchtest und ob Du lieber im Mehrbettzimmer statt im Matratzenlager übernachten möchtest (falls das möglich ist). Seit Sommer 2016 gibt es vom DAV auch ein Online-Reservierungssystem für Berghütten, hier sind allerdings nicht alle Hütten angeschlossen.

Tipp: Oft ist ein Anruf immer noch der einfachste und „sicherste“ Weg zur Reservierung. Viele Hütten verfügen über eine Webseite inklusive E-Mail-Adresse, aber oft werden die E-Mails nur sehr unregelmäßig abgerufen. Wenn Du doch nicht kommen kannst oder sich die Personenzahl ändert, dann sollte es selbstverständlich sein, dem Hüttenwirt Bescheid zu geben.

4.) Die richtige Ausrüstung für die Hüttentour

Ein kleines schnelltrocknendes Handtuch, Hüttenschlafsack, Stirnlampe, Regen- und Wärmejacke, ein First-Aid-Kit und ein kleiner Müllsack gehören in jeden Rucksack. Der Hüttenschlafsack ist seit Anfang 1992 auf allen Alpenvereinshütten Pflicht! Wenn Du keinen eigenen mitbringst, musst Du in der Regel einen kaufen.

Expertentipp von Stefanie Fink, Gründerin und Geschäftsführerin von Alpenstieg.com:
„Neben Ohrstöpsel nehme ich immer ein kleines aufblasbares Kissen mit, das fühlt sich nach zu Hause an und ist herrlich kuschelig. Duschgel fülle ich in einen kleinen „Quetschbeutel“ mit Saugnapf ab, das spart Platz, reduziert das Gewicht und die kleine Tube lässt sich an alle Fliesen kleben.“

5.) Die Bezahlung der Hüttenübernachtung

Nimm genügend Bargeld mit, und wenn Du hast, Deinen Alpenvereinsausweis. Auf den meisten Hütten kannst Du nur bar bezahlen. Mit Deinem Alpenvereinsausweis bekommst Du beispielsweise Teewasser günstiger, oftmals gibt es auch Vergünstigungen bei der Übernachtung und mindestens einem Gericht.

Tipp: Vor allem, wenn Du grenzüberschreitend unterwegs bist: Personalausweis nicht vergessen.

6.) Die Verpflegung auf Berghütten

Brotzeit auf der Hütte
© Nailia Schwarz / Fotolia

Die Hüttenlage bestimmt die Menükarte: Muss die Schutzhütte per Hubschrauber versorgt werden, gibt es weniger frische Produkte wie beispielsweise Salat, der schnell verderben kann. Können die Berghäuser mittels Materialseilbahn oder gar einem Fahrweg versorgt werden, dann erwarten Dich vielfach regionale Spezialitäten bis hin zu ausgefallenen kleinen kulinarischen Köstlichkeiten. In jedem Fall geben sich die Hüttenwirte immer viel Mühe, Dich mit leckeren Speisen von deinen Wanderstrapazen zu entlohnen.

7.) Der nächste Wandertag

Lege Deine Bekleidung für die nächste Etappe schon am Vortag zurecht und packe Deinen Rucksack abmarschbereit. So musst Du nicht am nächsten Morgen mit Stirnlampe Deine Sachen zusammensammeln. Außerdem danken es Dir Deine Mitwanderer, die eventuell noch ein Stündchen länger schlafen können …

Tipp: Bezahle am Besten gleich am Vorabend und stelle Deine Trinkflasche für heißes Teewasser bereit. Die Trinkflasche wird mit Deiner Schlafplatznummer versehen, damit findest Du leicht Deine Flasche wieder.

8.) Die Nacht auf der Berghütte

Hüttenlager, Schlafplatz bei einer Hüttenübernachtung
© romy mitterlechner / Fotolia

Ein Schweizer Hüttenwirt hat es einmal so formuliert: „Auf einer Hütte schläft man nicht, man nächtigt.“ Soll heißen, die erste Nacht in einem Matratzenlager ist unter Umständen nicht die erholsamste. Aber ausgestattet mit Ohrstöpsel, einem Schlafplatz am Fenster oder in Randlage und einer guten Portion Humor wirst Du sicher auch in der neuen Umgebung in den Schlaf finden.

9.) Hüttenübernachtung mit Kindern

Kinder sind auf allen Hütten herzlich willkommen! Einige Berghäuser haben sich darüberhinaus noch besonders auf Kinder eingestellt. Du erkennst sie am Siegel „Familien willkommen. Mit Kindern auf Hütten“.

Tipp: Eine kindergeeignete 3-Tage-Hüttentour findest Du hier: > 3 tolle Hüttentouren
Alle besonders familienfreundlichen Hütten gibt es hier.

10.) Hunde bei der Hüttenwanderung

Du willst Deinen geliebten Vierbeiner mit in den Bergurlaub nehmen? Dann erkundige Dich vorab bei den Hütten, auf denen Du übernachten möchtest, ob Hunde auf der Hütte erlaubt sind, und wenn ja, was Du und Bello beachten sollten.

Schöffel-Wetse: Perfekt für die Hüttentour

Du brauchst noch das perfekte Outfit für Tour und Hütte? Dann schau doch gleich mal in unserem Shop vorbei:

Hütten in Zahlen

  • 588 Alpenvereinshütten gibt es, 381 davon sind bewirtschaftet.
  • Die Hütten werden in 3 Kategorien eingeteilt:
    • I) Alpine Stützpunkte
    • II) viel besuchte Hütten/ganzjährig geöffnet, für längere Aufenthalte geeignet,
    • III) Häuser die mit Bergbahn oder Auto erreicht werden können
  • Rund 33.600 Betten stehen zur Verfügung.
  • Die kleinste Hütte, die Rojacherhütte (Hohe Tauern) hat 9 Schlafplätze,
  • Die größte Hütte, die Rappenseehütte in den Allgäuer Alpen, hat hingegen 304
  • Die höchsten Hütten:
    • Die höchstgelegene Hütte des DAV ist das Brandenburger Haus (Ötztaler Alpen) mit 3.277 Metern.
    • Die höchste Schutzhütte des ÖAK hingegen ist mit 3.454 Metern die Erzherzog-Johann-Hütte. Sie ist auch Ausgangspunkt für den finalen Gipfelvorstoß auf Österreichs höchsten Berg, den Großglockner (3.798 m).

Titelbild: © Matthias Riedinger / Fotolia