Eiszapfen sind so schön wie vergänglich…

…doch wer Eiszapfen richtig betrachtet, kann von ihnen etwas lernen, bevor sie wieder verschwinden.

Tropfen für Tropfen, über Stunden oder sogar Tage wachsen sie in Richtung Erde. Prächtige Kunstwerke der Natur, die aufgrund der Schwerkraft aber immer ein Ablaufdatum haben.

Anfangs besteht der Eiszapfen aus einem einzelnen Tropfen. Er wächst, indem tropfenweise Wasser an ihm herunterläuft und in Folge an der Spitze anfriert. Eiszapfen entstehen an Stellen, wo zum einen flüssiges Schmelzwasser anfällt und zum anderen Temperaturen unter dem Gefrierpunkt vorherrschen. Beispielsweise unterhalb der Dachkante, an der durch Wind zusätzliche Kälte entsteht. Das Wasser muss demnach schichtweise anfrieren, damit der Zapfen eine ausgereifte Form annehmen kann.

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Form & Gestalt

Ein kleiner, ganz frischer Eiszapfen ist meistens anfangs kegelförmig und im Inneren sind häufig auch noch einige Blasen erkennbar. Wenn er wächst, können sich vertikale Kämme und horizontale Rippen bilden. Dabei wachsen sie ähnlich wie ein Tropfstein sowohl in die Länge nach unten, als auch zur Seite, in die Breite. Allerdings findet dieses Wachstum mit einer unterschiedlichen Geschwindigkeit statt. In die Länge wachsen Eiszapfen nämlich schneller.

Ab dem Monat Februar bringt die Wintersonne wieder mehr Kraft auf als noch in den Monaten davor. Als Folge schmilzt der Schnee auf den Dächern auch schon an sehr kalten, jedoch sonnigen Tagen. Sobald das Schmelzwasser die zumeist im Schatten liegende Dachkante erreicht, gefriert der Eiszapfen von neuem.

Nun heißt es genau hinschauen!

Die jeweilige Form der Eiszapfen verrät uns etwas über den Tag: weisen sie eine lange und dünne Form auf, ist das Schmelzwasser schnell vom Dach geronnen – es musste somit ein warmer Tag gewesen sein. Präsentieren sich die gefrorenen Stäbe hingegen dick und bauchig, ist das Schmelzwasser bereits auf dem Weg nach unten gefroren. Auch wenn die Sonne möglicherweise an diesem Tag geschienen hat, war es somit doch ein kalter Tag.

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Bildquelle: © mauritius images