In den Bergen baden – ein kühles Vergnügen, das jeden Wandertag krönt und zu einem unvergesslichen Erlebnis kürt. Wir haben für Dich 5 Schweizer Bergseen herausgepickt, die für jeden Badegeschmack etwas bieten: Vom prominentesten See, über einen Badetag im UNESCO Welterbe bis zum Badevergnügen im schwarzen See-Juwel. Oder wie wäre es mit einem Badetag auf den Spuren des Philologen Friedrich Nietzsche? Und wenn Du eingefleischter Insel-Fan bist: Selbstverständlich bietet die Schweiz auch Karibikflair samt weißem Sandstrand auf über 2.000 Metern Höhe.

Bergseen – ihr Anblick ist magisch, ihre Farbspiele außergewöhnlich: von mystischem Tiefgrün über funkelndes Smaragd zu karibischem Blau und edelschimmerndem Silberschwarz. Klar, Bergseen sind nichts für Warmduscher. Dafür hast Du einen Bergsee oft ganz für Dich allein, kannst die Ruhe genießen und die atemberaubende Natur.

Wir haben für Dich 5 außergewöhnliche Bergsee-Beautys in der Schweiz zusammengestellt. Viel (Bade-)Vergnügen.

INHALT
Bergsee #1: Ritom See im Kanton Tessin
Bergsee #2: Oeschinensee im Kanton Bern
Bergsee #3: Silsersee im Kanton Graubünden
Bergsee #4: Stellisee im Kanton Wallis
Bergsee #5: Fählensee im Kanton Appenzell

In der Schweiz gibt es über 1.500 Seen! Die meisten davon sind aus den Gletschern der letzten Eiszeit-Periode entstanden. Der Genfer See ist mit 580 Quadratkilometer Fläche der größte See Mitteleuropas. Der Neuenburger See ist der größte auf rein Schweizer Boden. Er misst eine Fläche von 218 Quadratkilometer und ist damit gut zweieinhalb Mal so groß wie der Chiemsee.

Insgesamt nehmen Seen und Flüsse rund 4 Prozent der Schweizer Gesamtfläche in Anspruch, was 1.651 Quadratkilometern entspricht. Außerdem befinden sich rund 6 Prozent der Trinkwasserreserven von ganz Europa in der Schweiz. Ganz nebenbei ist die Schweiz außerdem das Land mit den meisten Alpengipfeln (48 von 82) über 4.000 Metern Höhe.

In der Schweiz entspringen drei große europäische Flüsse: Die Rhone, der Rhein und der Inn. Ihre Wege führen ins Mittelmeer (Rhone), in die Nordsee (Rhein) und der Inn via Donau ins Schwarze Meer. Rhein und Rhone entspringen beide im Gotthardmassiv.

Der tiefste Punkt in der Schweiz ist der Lago Maggiore (deutsch: Langensee) mit 193 M. ü. M. Der Seegrund liegt bis auf 372 Metern Tiefe und befindet sich damit mehr als 170 Meter unter dem Meeresspiegel!

Bergsee #1: Ritom See im Kanton Tessin
Bergbaden mit Karibikflair und Natur-Phänomen

© swiss-image.ch/remy steinegger (www.steineggerpix.com)

See satt, lautet es im hochalpinen Paradies des Val Piora, einem der größten Almen des Tessins. Denn hier warten gleich 20 Seen sowie 42 Teiche und Moore darauf, von Dir erkundet zu werden.

Einen spektakulären Start zum Bergsee-Hopping auf ca. 1.800 Metern Höhe verspricht die Ritom-Standseilbahn: Die ursprünglich für den Kraftwerk- und Stausee-Bau errichtete Standseilbahn befördert seit 1921 pro Stunde 100 Personen in ihrer roten Kabine. Knapp 15 Minuten dauert die Fahrt, bei der 786 Höhenmeter mit einer Steigung von 87,8 Prozent überwunden werden! Sie zählt damit zu einer der weltweit steilsten Standseilbahnen.

Karibikflair auf 2.000 Metern

Oben angekommen führt Dich ein bequemer Weg ohne große Steigung in gut 15 Minuten zum Ritom-Stausee. Seine tiefgrün-schimmernde Wasseroberfläche nimmt Dich gebührend in Empfang und lädt Dich ein, am Ufer zu verweilen, die Füße ins kalte Nass einzutauchen, Ruhe und Natur zu genießen. Wenn Du dem Weg am Westufer des Sees folgst, führt Dich eine Abzweigung zum nächsten Bergsee, dem Lago di Tom. Der Tomsee verspricht Karibikflair auf knapp 2.000 Metern Höhe, denn der Bergsee hat sich mit seinem karibisch-weißen Sandstrand einen Namen gemacht …

Zu guter Letzt wartet noch der Cadagnosee darauf erkundet zu werden. Er ist der dritte der Piora-Seen und besticht sein Publikum mit einem einmaligen Phänomen im Alpenraum: Der 20 Meter tiefe Cadagnsee besteht aus zwei sich nie vermischenden Wasserschichten. Eine Besonderheit die viele Biologen und Naturforscher anzieht. Entsprechend wurde 1994 ein Forschungszentrum für alpine Biologie am Seeufer eingerichtet. Naturliebhaber haben 2016 einen 4 Kilometer langen Rundweg als mikrobiologischen Naturlehrpfad angelegt. Mehr Informationen zum Forschungszentrum findest Du » hier.

Du kannst ab der Bergstation der Ritom-Standseilbahn in 1.794 Metern Höhe zum Pizzo Föisc und der gleichnamigen Selbstversorgerhütte auf 2.208 Metern wandern. Nach einer Brotzeitpause kannst Du von hier zur 3-Seen-Runde starten und hast neben Seevergnügen on top noch einen Gipfel gemacht. Wenn Du magst, kannst Du auf der nahegelegenen Cadagno Hütte übernachten, bevor der Weg zurück zur Bergstation der Ritombahn führt. Mehr Infos » hier.

Kombiniere Deine 3-Seen-Tour mit einer Übernachtung auf der Cadlimo Hütte (2.570 m) – die mit ein bisschen Glück und Geschick sogar umsonst für Dich ist! Denn: Hüttenwart Heinz hat während der Sommermonate eine 8 Meter lange Slackline über den Hüttensee gespannt und lädt zum Slackline-Contest zwischen Juli und September. Die Aufgabe: Du musst den See komplett auf der Slackline überqueren und das mit einem Smartphone-Video belegen. Wenn Du das geschafft hast, übernachtest Du kostenlos auf der urigen SAC-Hütte! Hüttenzustiege und Wanderungen findest Du » hier.

Bergsee #2: Oeschinensee im Kanton Bern
Baden im UNESCO Welterbe Jungfrau Aletsch

© swiss-image.ch/ David Birri

Das Kanton Bern kann man getrost als Schatzkammer der Schweiz betiteln: Schon allein so klingende Bergnamen wie Eiger, Mönch und Jungfrau befinden sich in diesem Kanton. Das Gipfel-Dreigestirn hat Berggeschichte geschrieben – legendär die Erstbegehung der Eiger-Nordwand 1938 durch Anderl Heckmair, Heinrich Harrer, Ludwig Vörg und Fritz Kasparek. Die mächtige Wand lockt Alpinisten, Touristen und Filmemacher gleichermaßen und ungebrochen. Eigentlich ist es da nur logisch, dass bei derlei Bergpracht auch die Bergseen nicht schnöde und einfach daherkommen. Im Gegenteil.

Bestes Beispiel: Der Oeschinensee. Imposante Bergszenerie, mächtige Felswände, die an manchen Stellen bis in den See reichen, gefolgt von lieblichen Uferzonen mit Strand und Liegeflächen und tosenden Wasserfällen, die das Wasser wüten lassen, bevor es der türkisgrün schimmernde Oeschinensee aufnimmt und beruhigt. Bade-Equipment ist hier ein Must-have, denn Baden ist ausdrücklich erlaubt und fast ein MUSS.

Hochalpine Bergtouren sind nicht so Dein Ding? Im Berner Oberland gibt es neben den anspruchsvollen Gipfeltouren zahlreiche zauberhafte Wanderungen, die keine Seil- und Klettertechnik erfordern. Eine davon ist die 3-stündige Heuberg Rundwanderung. Die Tour gilt als schönster Rundwanderweg im Berner Oberland und bietet atemberaubende Aussichten auf die umliegende Bergszenerie sowie den Oeschinensee, der sich hier in seiner ganzen Pracht bewundern lässt. Kamera nicht vergessen! Mehr Infos findest Du » hier.

Was kommt nach Berg und Bad? Barbecue! Am Oeschinensee geht das problemlos direkt am See. Und damit Du nicht Grillrost und Bratwurst den ganzen Tag im Rucksack mitschleppen musst, kannst Du Dir alles für einen tollen Grillabend online bestellen und später im Shop beim Berghotel Oeschinensee abholen. Sprich: zuerst Wandern, dann Chillen und Grillen mit feinen regionalen Grillspezialitäten wie Berner Oberländer Bauernbratwürsten oder Vegiwürsten, Brot, Bergkräuterbutter, Salat u. v. m. Selbstverständlich sind im Grill-Paket auch Schneidebretter, Messer, Grillspiesse und eine flauschige Wolldecke dabei. Bestellbar ab 2 Personen. Preis pro Person ab 35 Sfr. Buchung » hier.

Am Oeschinensee gibt es offizielle Grillstationen. Wenn diese besetzt sind, kannst Du Dir am See ein lauschiges Grillplätzchen suchen. Wichtig dabei: Nur auf steinigem Untergrund grillen, direkt am See und immer 100 Meter von Wald und Weide Abstand halten.  Mehr Infos findest Du  » hier.

Bergsee #3: Silsersee im Kanton Graubünden
Auf Nietzsche’s Spuren zum Baden

© swiss–mage.ch/Christof Sonderegger

Der Philologe Friedrich Wilhelm Nietzsche verbrachte wegen der guten Klimaverhältnisse zwischen 1881 und 1888 die Sommermonate in Sils Maria. Auf seinen Spaziergängen am Ufer des Silsersees dichtete Nietzsche: „Ganz See, ganz Mittag, ganz Zeit ohne Ziel“.

Wir finden, dass auch Du Dich an dieses Credo halten und den größten See des Kantons Graubünden in vollen Zügen genießen solltest, ganz ohne Stress und Hektik. Lass Dich treiben und genieße die Schattierungen der Wasseroberfläche, die von karibischem Türkis über dunkles Smaragd bis Silbergrau wechseln. Mal zeichnen sich die Berggipfel auf der spiegelglatten Oberfläche exakt ab, mal tost der Malojawind mächtig über den See, sehr zur Freude der Wassersportler. Und zur Mittagszeit gönnst Du Dir Fischköstlichkeiten fangfrisch aus dem Silsersee, dazu ein kühles Glas Weißwein und der Blick immer aufs Wasser gerichtet – ganz ohne Zeit und Ziel!

Die Open-Air-Konzerte auf dem Wasserfloss sind für gleichermaßen für Musiker und Zuhörer beeindruckend. Während Du untertags auf dem Wasserfloss die Sonne genießen kannst, verwandelt es sich in den Abendstunden zu einer Bühne, auf der die Musiker ihre Stücke präsentieren – ganz ohne Verstärker. Die Musik wird eins mit dem Rauschen der Wälder und dem glucksenden Wasser und verschmilzt zu etwas einzigartigem. Konzerte auf dem Wasserfloss werden am 18., 25. Juli und 8. August 2018 gespielt. Los geht es um 17 Uhr. Karten und Informationen gibt es » hier.

Mit der höchstgelegenen Kursschifflinie Europas über den Silsersee und neue Badestrände entdecken: Das einzige Motorboot, das den Silsersee regelmäßig befahren darf, bringt Dich während der Sommermonate an die besten See-Badespots. Zusteigen kannst Du beim Bootshaus ins Sils Maria, bei der Halbinsel Chasté und drei weiteren Anlegestellen rund um den See. Fahrplan und Fahrpreise findest Du » hier (PDF)

In 16 Kilometern geht es einmal um den Silsersee – nicht ganz ohne, bei der Kilometerzahl, aber jeden Meter wert, denn auf der Wanderung an den Ufern des Silsersees bist Du oft alleine unterwegs. So kannst Du Dich ganz auf die Geräusche der Natur konzentrieren und Tiere in aller Ruhe beobachten. Wenn Du müde wirst, machst Du eine Pause, legst Dich an den See, nimmst ein kühles Bad und zählst Wolkenschafe.

Besonders schön ist die Runde wenn Du sie von Sils in Richtung Maloja mit dem gleichnamigen Pass läufst. Die Ausblicke auf die Halbinsel Chasté und die Inselgruppe Chaviolas sind beeindruckend. Vom kleinen Dorf „Isola“ kannst Du Maloja am Südende des Sees schon sehen. Von dort geht es über die Via Engiadina nach Sils zurück. Hier geht es zur interaktiven Wanderkarte.

Bergsee #4: Stellisee im Kanton Wallis
Der prominenteste See der Schweiz

© swiss-image.ch/ Pascal Gertschen

Beim 2.537 Meter hoch gelegenen Stellisee oberhalb von Zermatt im Kanton Wallis kommen zwei Superlativen in Perfektion zusammen: Tiefblaues Wasser in dem sich das Matterhorn spiegelt – dem Wahrzeichen der Schweiz schlechthin. Ein Bild wie konstruiert, und dabei doch „nur“ ein Zufallsprodukt der Natur. Hier muss erwähnt werden, dass der Stellisee kein Badesee ist. Aber in einer Liste der 5 spektakulärsten Bergseen der Schweiz darf diese Fotoberühmtheit definitiv nicht fehlen.

Absolut atemberaubend und ein MUSS für jeden Hobby-Fotografen: ein Sonnenaufgang bei Windstille am Stellisee, oder ein Sonnenuntergang. In der nahegelegenen Berghütte Fluhalpe kannst Du übernachten, so bist Du in nur 5 Minuten zu den Sonnenzeiten an Ort und Stelle.

Warum nur einen Bergsee bewundern, wenn es eine 5-Seen-Wanderung gibt? Die Tour ist mit 2,5 Stunden Gehzeit ideal, um viele (Bade-)Pausen einzulegen, die Natur zu genießen und sich am Bergpanorama satt zu sehen. Das 4.478 Meter hohe Matterhorn begleitet Dich auf Deiner Themenwanderung. Auch so klingende Bergnamen wie Breithorn, Castor, Pollux, Lyskamm, und Dufourspitze wachen über Deine Wanderung und bieten prächtige Aussichten auf eine einmalige Bergszenerie. Die 5-Seen-Tour ist auch gut für Kinder geeignet. Zwar müssen 9 Kilometer gelaufen werden, aber die Höhenmeter sind dank Bergbahnnutzung überschaubar (knapp 300 Höhenmeter bergauf und 575 Höhenmeter bergab). Mehr Infos » hier.

Badesachen in den Wanderrucksack packen! Auf der 5-Seen-Tour kannst Du im Leisee und Grünsee Deine Bahnen durchs kühle Nass ziehen – oder zumindest einmal kurz abtauchen. Die Murmeltiere werden anerkennend pfeifen – die drolligen Bergbewohner halten sich hier oben gerne in See-Nähe auf …

Bergsee #5: Fählensee im Kanton Appenzell
Baden im Bergjuwel

© swiss-image.ch/ @corinnekunzfoto

Die Appenzeller sprechen beim Fählensee von einem ihrer drei Alpsteiner „Edelstee“ (=Edelsteine). Und wahrlich, der Fählensee ist eine echte Schönheit – sein Wasser schimmert fast schwarz wie Onyx, seine Form und die steilen Felswände zu beiden Seiten erinnern an einen norwegischen Fjord. Noch etwas mystischer macht ihn der unterirdische Abfluss, der bereits von vielen Forschern ausgiebig erkundet wurde. Nicht zuletzt weil der See durch das Kalkgebirge Richtung Rheintal abfließt, und damit anders als von den Forschern und geologisch erwartet. Zum Fählensee kommst Du nur zu Fuß – der direkte Weg führt von Brülisau über Pfannenstil – Sämtisersee – Furgglenalp oder Stiefelwald zum Fählensee. Du bist ungefähr 2,5 Stunden unterwegs zum Bade-Hotspot der Extraklasse.

Erkunde auf einer Tour die drei Alpsteiner See-Juwelen und gönne Dir zwischendurch einen Stoppover im Berggasthaus Bollenwees. Von Wasserauen geht es Schwendibach bergauf zum Seealpsee, dem ersten der drei Alpsteiner See-Juwelen. Gönn Dir eine ausgiebige Pause in der idyllischen Lage und genieße das klare saubere Seewasser. Danach geht es auf steilem Pfad hinauf zum Widderalpsattel – oben angekommen hast Du Dein Etappenziel schon vor Augen: Den Fählensee und das Berggasthaus Bollenwees.

Nach dem Abstieg heißt es für den Rest des Tages: Baden, Faulenzen und Rösti genießen. Nach einer ruhigen Nacht führt Dich Dein Weg am nächsten Tag wieder talwärts, vorbei am Sämtisersee, dem dritten „Edelstee“. Als fulminantes Finale läufst Du noch durch den mystischen Brüeltobel nach Brülisau ins Tal. Mehr Informationen zur Tour, die als Tagestour beschrieben wird, aber problemlos aufgesplittet werden kann, findest Du » hier.

Das Berggasthaus Bollenwees bietet neben Zimmern mit Seeblick eine herrliche Gartenwirtschaft samt köstlicher Küche. Die Rösti gelten unter den Einheimischen als die besten im Alpstein-Gebiet! Du magst es noch ein bisschen einsamer und noch romantischer? Dann solltest Du zur Fählenalp am hinteren Seeende wandern – die Alpe ist superidyllisch gelegen. Auf der Alp verbringen Ziegen, Kühe und ein Hund den Sommer und genießen, genau wie Du, die Ruhe und die unberührte Natur. Mehr Informationen und Buchungen » hier.

Der Fählensee ist der kälteste und tiefste, der drei Alpsteiner „Edelstee“. Seine Wassertemperatur klettert im Sommer maximal auf 18 Grad Celsius. Übrigens teilst Du Dir die Liegewiese mit vierbeinigen Sommerfrischlern, denn die Almwiesen reichen bis ans Seeufer. Entsprechend kneippt an heißen Tagen auch gerne das Jungvieh im Fählensee und kaut dazu noch ein bisschen auf dem Frühstück herum.

Titelbild: © swiss-image.ch / @corinnekunzfoto