Du willst diesen Winter gerne mal eine neue Sportart ausprobieren? Wie wäre es mit Skilanglauf? Der leise Sport hat in den letzten Jahren sein Image als „Rentnersport“ komplett abgelegt und begeistert mit neuer Lässigkeit. Von Jung bis Junggeblieben: Skilanglaufen ist IN – probiere es doch selbst mal aus und steige diesen Winter in die Loipe!

INHALT
1. Der leise Sport – Entschleunigen beim Beschleunigen
2. Langlaufen erlernen – „Wer gehen kann, kann auch langlaufen“
3. Bodyshaping – Forme Deinen Körper auf der Loipe
4. Die günstige Skisport-Alternative
5. Fernskiwandern – ideales Wintervergnügen für alle Weitwanderfans

Skilanglauf ein Rentnersport? Von wegen! In den letzten Jahren hat der Sport eine Metamorphose durchwandert: Er ist jung geworden – und sportlich. Was aber keineswegs heißt, dass ein gemächliches Marschieren in der Loipe nicht auch seinen Reiz hat! Wir geben Dir 5 gute Gründe, warum auch Du Skilanglauf erlernen solltest.

1. Der leise Sport – Entschleunigen beim Beschleunigen

Langlauf - der leise Sport
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Bisher warst Du immer beim Alpin Ski fahren und es hat Dir gefallen: die Skifahrer, der Trubel, die Musik, das Après-Ski-Vergnügen. Aber in letzter Zeit drängt sich der Gedanke nach Stille und purem Schneeerlebnis in den Vordergrund. Skitourengehen und Schneeschuhwandern sind Dir im nichtpräparierten Gelände zu gefährlich?

Dann ist Skilanglauf genau das richtige für Dich: Keine musikalische Beschallung, keine Après-Ski-Hütten – nur Du und die Natur. Stille umhüllt Dich, der Winterwald mit seinen Schneehauben auf den Gipfeln und Ästen heißt Dich willkommen, maximal hoppelt ein Hase im Winterkleid übers Feld – ansonsten herrscht Ruhe.

Loipen-Tipp:
Das Loipengebiet um Seefeld, besonders das Gebiet der Wildmoosalm, oberhalb von Seefeld, ist besonders wildromantisch und eine Oase der Ruhe. (Mehr Infos » hier)

Outfit-Tipp:
Unsere Softshell-Jacken machen eine gute Figur beim leisen Gleiten über den glitzernden Schnee. Der hohe Stretchanteil ermöglicht einen mühelosen Stockeinsatz. Da staunen selbst die Feldhasen:

2. Langlaufen erlernen: „Wer gehen kann, kann auch langlaufen“

Langlaufen lernen: Tipps für Ensteiger
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Mit diesem Slogan warb der Deutsche Skiverband schon in den 1970er-Jahren für den Nordischen Sport. Skilanglaufen ist schnell erlernt, vor allem der klassische Schritt, der dem Nordic Walking, mit seinen diagonalen Arm-Bein-Bewegungen ähnelt.

Bei dieser klassischen Langlauftechnik arbeitet man sich mit Abstoßbewegungen im Diagonalschritt vorwärts. Dieser ist dem Laufschritt sehr ähnlich und deswegen auch recht einfach zu erlernen. Den klassischen Langlaufstil erkennt man auch sehr gut an der Loipe: Der Langläufer bewegt sich innerhalb zweier, parallel nebeneinander herlaufender Spuren.

Etwas mehr Technik und eine gute Grundkondition hingegen verlangt der „Schlittschuhschritt“, „Skating“ genannt. Die Variante des Langlaufens wirkt insgesamt etwas dynamischer, das Timing zwischen Stockeinsatz und Gleitphase auf den Skiern erfordert etwas Übung. Wenn Du Eislaufen gehst, oder im Sommer mit Inline-Skates unterwegs bist, wirst Du aber auch hier schnell den Dreh raus haben.

Outfit-Tipp:
Skilanglauf erlernen bedeutet: Zuschauen, Erklärungen bekommen und in die Tat umsetzen. Eine wärmende Weste ist hier der ideale Begleiter bei den ersten Schritten in der schmalen Spur:

Langlaufski, egal ob Klassik- oder Skating-Ski sind schmal und haben keine Kanten. Entsprechend kommst Du vor allem durch Deine eigene Kraft voran. Um diese zu sparen ist eine gute Technik wichtig die Dich über den Schnee gleiten lässt. Am einfachsten lernst Du Skilanglaufen in einer Langlauf-Schule.

Tipp: Vor dem Kauf solltest Du Dir sicher sein, ob Du Dich klassisch oder im Schlittschuhschritt fortbewegen möchtest. Die Ski sind auf den jeweiligen Einsatzbereich abgestimmt.

Welche Skilänge ist die richtige?

Die Skilänge richtet sich nach der gewählten Lauftechnik, in Kombination mit Körpergröße und Gewicht.

Klassik-Ski: Sind relativ lang. Als Faustregel gilt: Körpergröße plus 15 bis 30 cm. Die meiste Spannung liegt in der Skimitte.

Skating-Ski: Sind relativ kurz. Als Faustregel gilt: Körpergröße plus 0 bis 15 cm. Skating-Ski sind härter und steifer als Klassik-Ski. Skating-Ski gibt es nur als Wachs-Ski.

Wachs-Ski: für Klassik, Skating und Cross Country haben eine Lauffläche die sich in Steig- und Gleitzone unterteilt. Die Steigzone befindet sich in der Skimitte direkt unter der Bindung. Aufgrund der Spannung hat die Steigzone nur in der Abdruckphase Schneekontakt. In der Gleitphase fahren die Ski auf den Gleitzonen.

Schuppen-Ski oder NoWax-Ski:
Nur für Klassik- und Cross Country-Läufer geeignet. Hier befinden sich in der Steigzone unter der Bindung nach hinten gerichtete Schuppen oder ähnliche Strukturen, die in den Belag eingearbeitet sind. NoWax-Ski müssen nicht gewachst werden, erzielen aber weder beim Ansteigen noch beim Gleiten ähnlich gute Ergebnisse wie Wachs-Ski.

3. Bodyshaping – Forme Deinen Körper auf der Loipe

Cross Country Skiing
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Skilanglaufen bedeutet Ganzkörpertraining vom Feinsten! Beim Stockeinsatz brauchst Du Armkraft, zum Vorwärtskommen Oberschenkel-Power und damit Du nicht wie ein Pinguin auf der glatten Eisscholle dahinschlidderst, sorgen die Bauchmuskeln für Stabilität im Rumpf. Deine Muskeln müssen hart arbeiten, damit Du in der Spur vorwärts kommst, entsprechend hoch ist der Kalorienverbrauch! 800 Kilokalorien pro Stunde verbrennst Du bei sportlicher Fahrweise. Ganz nebenbei straffst Du Deinen Körper, formst Deine Oberarme, stählst Bauch- und Beinmuskulatur. Du pusht Dein Herz-Kreislauf-System und trainierst die Ausdauer – wenn Du so willst, die ideale Vorbereitung auf die nächste Wandersaison.

Loipen-Tipp:
Fahr doch mal zum sportlichen Skilanglauf ins Allgäu! Besonders das Loipennetz rund um Oberstdorf animiert zu Höchstleistungen, beispielsweise auf dem WM-Rundkurs, der auch bei der Nordischen WM von den Top-Athleten gefahren wird. (Mehr Infos » hier)

Outfit-Tipp:
Stockeinsatz, Skating-Schritt, Anschiebetechnik … Deine Muskeln arbeiten, der Puls steigt, der Schweiß fließt. Dank perfekter Materialabstimmung wird warme Luft vom Körper verlässlich abtransportiert. Diese Firstlayer sind die ideale erste Bekleidungsschicht:

Zu Beginn eher kleine Rundkurse wählen, ohne große Anstiege und Abfahrten. Um sich mit der Skitechnik vertraut zu machen und diese zu verbessern genügt ein flacher Rundkurs.

Viele Loipengebiete und besonders gekennzeichnete DSV nordic Zentren sind mit einem Loipenplan versehen, die ihre Rundkurse in blau (leicht), rot (mittelschwer) und schwarz (schwer) unterteilen. Fehlt diese Kennzeichnung solltest Du Dir Loipenmerkmale und das Höhenprofil im Internet genauer ansehen. Auch wichtig: Erkundige Dich in welche Richtung der Kurs gelaufen wird, und ob es gegebenenfalls möglich ist den Rundkurs abzubrechen.

Tipp: Schöne Einsteigerrunden finden sich in fast jedem größeren Langlaufgebiet – außerdem sind die meisten Loipen mittlerweile online beschrieben, und wenn doch mal eine längere Abfahrt zu bewältigen ist: je tiefer Du in die Hocke gehst, desto weniger tief fällst Du. Einen Ski in Pflugstellung bringen zum Bremsen, oder einfach Ski abschnallen und neben der Loipe pfeifend runtermarschieren. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

4. Die günstige Skisport-Alternative

Langlauf Skating vs. Klassik
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Du sparst auf eine Weltreise, willst insgesamt etwas kürzer treten, oder hast einfach keine Lust mehr jedes Wochenende viel Geld für Skipässe auszugeben? Skilanglauf ist die günstige Alternative! Zwar fallen vielerorts, wie beispielsweise beim Skilanglauf Tirol, auch Loipengebühren an, aber diese sind wesentlich günstiger als ein Alpin-Ski-Tagesticket. Zwischen 3 und 10 Euro musst Du für die Loipengebühr pro Tag rechnen. Mit Gästekarte gibt es vielerorts Vergünstigungen oder Rabatte für Ein- und Mehrtages-Loipentickets.

Loipen-Tipp:
Das Langlauf-Fieber hat Dich gepackt und Deine Lieblingsloipe ist gleich in Deiner Nähe? Dann erkundige Dich nach speziellen Langlauf-Saisonpässen. Seefeld in Tirol beispielsweise bietet Loipen- und Rollski-Jahreskarten an. Die Kosten sind über eine lange Wintersaison schnell eingefahren.

Mach es wie unsere Nordischen Nachbarn: Norweger, Schweden und Finnen lieben es, sich einfach die Langlaufski unterzuschnallen und querfeldein loszulaufen. Ohne präparierte Piste – lege Deine eigene Spur und gehe auf Erkundungstour! Dabei jedoch bitte unbedingt auf Wildschutzzonen achten und nur bei ausreichend hoher Schneedecke losziehen, damit Du keine Schäden an Feldern und Äckern hinterlässt!

Outfit-Tipp:
Einen Satz „heiße Ohren“ braucht man immer. Stirnband oder Mütze halten die Ohren warm und den Kopf perfekt temperiert:

5. Fernskiwandern – ideales Wintervergnügen für alle Weitwanderfans

Langlauf Skispuren im Winter
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Du sitzt im Dezember immer noch verträumt auf der Couch und sinnierst der letzten Weitwanderung vom Sommer hinterher? Ab sofort ist auch der Winter Dein Freund, denn viele Loipengebiete bieten ein zusammenhängendes Loipennetz von 100 Kilometern und mehr an. Fernskiwandern bedeutet wie im Sommer, Du bewegst Dich in Etappen Richtung Ziel.

Übernachtet wird in Pensionen oder Hotels, die sich in unmittelbarer Nähe zur Loipe befinden. Dein Gepäck kannst Du entweder im großen Rucksack selbst mittragen, oder Du lässt es bequem von Etappe zu Etappe transportieren. Fernskiwandern – der ideale Winterausgleich für Dich als Weitwanderfan.

Loipen-Tipp:

  • Die Bayerwaldloipe führt auf 150 Kilometern in bis zu 9 Etappen durch eine herrliche Landschaft einmal quer durch den Nationalpark Bayerischer Wald. Die Strecke verläuft vom Arber zum Dreisessel – von Nord nach Südosten. ( Mehr Infos » hier)
  • In 13 Etappen geht es auf dem Fernskiwanderweg durch den Schwarzwald. Satte 2300 Höhenmeter auf 100 Kilometern gilt es hier zu überwinden. Aber keine Sorge, an den Etappenzielen kannst Du Dich mit Schwarzwälder-Köstlichkeiten für den nächsten Etappentag stärken. (Mehr Infos » hier)

Outfit-Tipp:
Du willst zur Fernskiwanderung starten und Deinen Gepäckbedarf reduziert gestalten. Dann ist eine kuschelige Fleecejacke Dein Alltime-Favorite. Sie hält Dich tagsüber warm, das schnell trocknende Material mit hohem Feuchtigkeitstransport sorgt für einen optimalen Tragekomfort – und mit ihr siehst Du auch beim Abendessen richtig gekleidet:

Titelbild: © Chlorophylle / Fotolia